Gemeinsam gegen Betrüger: (v.li.) Helmut Herrmann und Thomas Döllinger von der „Sparkasse Oberland“ und Simon Bräutigam von der Polizei.
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Gemeinsam gegen Betrüger: „Sparkasse Oberland“ und Polizei informierten.

Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus

Telefonbetrüger haben offensichtlich eine neue Masche entdeckt: Sie geben sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Darüber informierten nun die „Sparkasse Oberland“und die Polizei bei einem Pressegespräch. Ältere Menschen werden am häufigsten Opfer.

  • Eine neue Masche haben sich Telefonbetrüger ausgedacht
  • Sie geben sich als Mitarbeiter einer Bank aus
  • Darüber informierten kürzlich die Sparkasse und die Polizei

Weilheim – „Es ist jetzt schon das vierte Mal, dass wir über das leidige Thema informieren müssen“, so der Pressesprecher der „Sparkasse Oberland“, Robert Christian Mayer, „aber die Gauner erfinden immer wieder eine neue Masche.“ Nach falschen Freunden, Enkeln und Polizisten sind es jetzt die falschen Sparkassen-Mitarbeiter, die die Kunden des Geldinstituts abzocken wollen.

Laut Simon Bräutigam, der sich bei der Weilheimer Polizei mit diesen Fällen beschäftigt, war es früher schon schwierig, an die Drahtzieher zu kommen, da diese fast immer von Callcentern im Ausland anrufen. Nur die „Abholer“, die Kontakt zu ihren Opfern hatten, konnten ermittelt werden. Jetzt ist es noch schwieriger geworden, da die neuen Betrüger nicht mehr persönlich auftreten.

Sie rufen ihre Opfer nur noch an und fragen unter einem Vorwand nach persönlichen Daten und PIN- und TAN-Nummern. Diese benutzen sie dann, um auf das Konto ihrer Opfer zuzugreifen. Eine weitere Methode ist, die Angerufenen dazu zu bringen, dass sie eine „Testüberweisung“ machen, dies oft mehrfach. Ein Problem für die potenziellen Opfer sei, dass sie sich inzwischen nicht mehr darauf verlassen können, dass die Betrüger schlechtes Deutsch sprechen oder Mails mit vielen Rechtschreibfehlern schicken. Die sprachliche Qualität werde immer besser, so Bräutigam.

Bedroht sind bei allen Betrugsmaschen zwar alle Altersgruppen, ältere Menschen werden aber häufiger Opfer, da sie oftmals weniger Erfahrung im Umgang mit Computern und Online-Banking haben. Wer Eltern in einem fortgeschrittenen Alter hat, sollte diese auf die möglichen Gefahren aufmerksam machen.

Ein mögliches Anzeichen, dass es sich um einen Anruf eines Kriminellen handelt, ist laut Mayer, dass am Telefon zwar die Nummer der Sparkasse angezeigt wird, davor aber die Vorwahl von Deutschland „0049“ erscheint. Helmut Herrmann von der Sparkasse Oberland rät den Kunden, die einen fragwürdigen Anruf bekommen haben, einfach aufzulegen. Zudem sollte die Sparkasse so schnell wie möglich verständigt werden. Dabei sollte nicht die Rückruftaste verwendet werden, sondern die Nummer der echten Sparkasse gewählt werden, die 0881/6410 lautet. Dies gebe der Sparkasse die Möglichkeit, Informationen über Betrugsversuche zu sammeln.

Der zuständige Mitarbeiter Thomas Döllinger, der auch direkt unter 0881/641-464 erreichbar ist, rät den Empfängern von dubiosen Mails zudem, diese an „warnung@sparkasse.de“ weiterzuleiten, wo sie ausgewertet werden. Wenn ein Kunde das Gefühl habe, dass beim Online-Banking etwas nicht in Ordnung war, würde die Sparkasse den Online-Zugang sofort sperren und dem Kunden neue Zugangsdaten geben. Die Sparkasse rät unabhängig von den aktuellen Betrügereien allen Nutzern des Online-Banking dazu, immer einen aktuellen Virenschutz und eine Firewall auf ihrem Computer zu haben.

Bei einem Betrugsverdacht sollte sofort die Polizei unter der Nummer 110 verständigt werden. Mehr Informationen zur Internet-Sicherheit finden sich auf der Seite „sicheres-internet.net“ der Bayerischen Polizei.

Alfred Schubert

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