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Groß war das Interesse der Weilheimer an der Begehung einer möglichen Trasse für eine Ostumfahrung am Gögerl. Der Spaziergang endete bei Kaffee und Kuchen sowie einer Kundgebung am „Gmünder-Hof“.

Antrag an den Stadtrat

BfW wollen Bürgerbefragung zur Umfahrung

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Durchs Gögerl, durch das Weilheimer Moos oder doch besser unter der Stadt durch? Mögliche Trassen für eine Entlastungsstraße gibt es viele. Doch welche will die Weilheimer Bevölkerung? Dies möchten die „Bürger für Weilheim“ (BfW) gern wissen – und beantragten eine Bürgerbefragung.

Weilheim – Die BfW sind in der Diskussion um eine Verkehrsentlastung für Weilheim in die Kritik geraten. Grund: Als einzige Stadtratsfraktion schickte sie keinen Vertreter zu der von den Bürgerinitiativen „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen gegen die geplante Ostumgehung“ veranstaltete Trassenbegehung am Gögerl. Doch seit ein paar Tagen wird das Gerücht immer lauter, dass die BfW zum Gegenschlag ausholen. Ob die Post, die am gestrigen Donnerstag von der Stadtratsfraktion der BfW an Bürgermeister Markus Loth (BfW) geschickt wurde, nun der Gegenschlag ist, ist offen. Sicher ist: Die BfW stellten einen Antrag auf Bürgerbefragung zur Verkehrsentlastung an den Stadtrat. Denn, so heißt es in dem Schreiben, „bei der Entscheidungsfindung über die zu wählende Trasse einer Entlastungsstraße ist für uns auch der Wille der Weilheimer Bürger und Bürgerinnen ein wichtiger Baustein“.

Mit ihrem Vorstoß greifen die BfW das Beispiel der Bürgerbefragung zur Erweiterung der Fußgängerzone auf, so Fraktionssprecher Dr. Claus Reindl. Anfang März waren alle Weilheimer über 16 Jahren von der Stadt um ihre Meinung zu dem umstrittenen Thema befragt worden. Die Beteiligung bei der Abstimmung lag damals bei 45 Prozent, was von den Fachleuten als „sehr sehr gut“ bezeichnet wurde. Die Befragung war als ein Baustein von acht für die Stadtratsentscheidung deklariert worden.

Wann eine Befragung zum Thema „Umfahrung“ stattfinden könnte, ist offen. Laut Antrag der BfW soll sie „nach der Feststellung der möglichen Varianten und nach Bekanntwerden aller für die Entscheidung relevanten Fakten erfolgen“. Die BfW seien davon überzeugt, dass eine „sachliche Erörterung erst zu einem Zeitpunkt stattfinden kann, wenn alle Gutachten und Empfehlungen der Fachbehörden vorliegen“.

Wie Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt in der März-Sitzung des Stadtrates sagte, sind aktuell acht Trassenvarianten im Rennen (wir berichteten), bis Jahresende 2018 soll eine Vorzugsvariante vorliegen. Es könnten aber auch mehrere sein.

Für die BfW bleibe es „auf jeden Fall von wesentlicher Bedeutung“, dass eine innerörtliche Verkehrsentlastung Weilheims erzielt werde. „Diese ist dringend erforderlich“, heißt es in dem Schreiben. In dem Antrag an den Stadtrat geben sich die BfW aber auch als Freunde einer Untertunnelung zu erkennen. So heiß es dort: „Auch uns, der Fraktion ,Bürger für Weilheim’ erscheint eine Untertunnelung Weilheims aus dem Aspekt des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes und auch im Hinblick auf die Schonung landwirtschaftlicher Böden als verträglichste Lösung“. Sollte diese Art der Entlastung aber technisch nicht machbar oder, aus welchen Gründen auch immer, nicht sinnvoll umsetzbar sein, „stehen wir allen weiteren Varianten offen gegenüber, die diese Grundsätze des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes ebenso weit wie möglich berücksichtigen“.

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