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Seit mehr als 30 Jahren sind die „bfz“ in Weilheim ansässig. Das Foto zeigt (v.l.) Sibylle Hardt (stellvertretende Leitung) und Barbara Winter (Leiterin München) im Eingangsbereich des Gebäudes am Fischerried. 

„bfz“ jetzt am Fischerried

Berufsfortbildung jetzt unter einem Dach

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Das Logo mit dem grünen Bogen ist von der gelben Villa an der Kaltenmoserstraße verschwunden. Doch die „bfz“, ein Unternehmen zur beruflichen Fortbildung, ist weiter in Weilheim vor Ort, und zwar am Fischerried. Das Coronavirus beeinflusst die Arbeit in größerem Stil.

Weilheim– Der Abschied vom Standort an der Kaltenmoserstraße fiel nicht leicht. Dort „ist vieles entstanden, was uns in Weilheim ausmacht“, sagt Barbara Winter, die „bfz“-Leiterin München. Vor 30 Jahren hatten sich die „Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft“ in dem gelben Gebäude angesiedelt. 2003 wurden weitere Schulungsräume am Fischerried eröffnet. Alles unter einem Dach zu haben, ist einfach sinnvoller. Eine Rolle spielten laut Winter auch gestiegene Anforderungen an EDV-Leitungen und praxisbezogene Qualifizierungen. Obendrein ist der Zugang am Fischerried barrierefrei. So erfolgte im Dezember 2019 der Umzug.

In dem Gebäude gegenüber der Firma „Bremicker“ gibt es auf 2000 Quadratmetern Fläche neben Schulungs- und EDV-Räumen auch Werkstätten für Holz und Metall sowie eine Übungsküche und Praxisräume, in denen die Teilnehmer bei Bedarf Berufe wie Frisör oder Pfleger regelrecht mit Händen kennenlernen können. Gerade in der Vorbereitung auf eine Ausbildung sei es „wichtig, dass man über einen Beruf nicht nur redet, sondern ihn auch praktisch erfährt“, so Winter. Die Angebote der „bfz“ sind in der Regel gefördert. Zu den Auftraggebern gehören unter anderem die Arbeitsagentur, das Jobcenter, die Rentenversicherung und Berufsgenossenschaften. An die „bfz“ wenden kann sich jeder wenden – egal ob Privatperson oder Firma.

Corona sorgt für Veränderung

Firmenintern wurde im Dezember auch „Weilheim“ in den Standort „München“ eingegliedert. Personell und auch strukturell ist aber vieles beim Alten geblieben. Die stellvertretende Leitung hat Sibylle Hardt inne. In Weilheim und den Außenstellen in Schongau, Starnberg, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen sind 45 Mitarbeiter tätig, hinzu kommen neun Berufseinstiegsbegleiter an Mittelschulen. Für das offene Ganztagsangebot an der Peißenberger Realschule fungiert die 100-prozentige Tochtergesellschaft „gfi“ als Kooperationspartner.

Das Coronavirus haben die „bfz“ in mehrfacher Hinsicht beeinflusst. Der „Präsenzbetrieb“, also Seminare in Unterrichtsräumen und Werkstätten, musste für diverse Wochen eingestellt werden. Seit 11. Mai laufen die Schulungen wieder stufenweise an. In der Zeit des Lockdowns fanden weiter Fortbildungen statt, dafür kamen digitale Methoden zum Einsatz. Corona bedeutete einen „Digitalisierungsbeschleuniger“, so Hardt. Damit weiter geschult werden konnte, wurden den Teilnehmern „teilweise Laptops zur Verfügung gestellt und ihnen Datenvolumen gekauft“. Das Lernen via Internet erfordere eigenständiges Arbeiten und eine gewisse (Selbst-)Organisation, erläutert Hardt. Mit denen, die noch über kein Online-Gerät verfügen, gab es Kontakt per Telefon oder Post.

Corona hat neue Formen der Wissensvermittlung aufs Tapet gebracht. Manche Kurse laufen so, dass einige Teilnehmer im Schulungsraum sitzen und andere den Erläuterungen des Referenten auf digitalem Weg folgen. Ein ganzes Paket an Fortbildungen läuft unter dem Namen „Digitales Lernen“ – für Elektroberufe, Mechatroniker, kaufmännische Fachkräfte. Dort findet die Schulung mit Online-Dozenten und in Konferenzschaltung statt. Das Konzept fußt auf dem „Blended Learning“; dort werden Präsenzschulung und elektronisch unterstütztes Lernen kombiniert.

Bausteine statt Komplettumschulung

Der Kontakt zu Firmen und zur Arbeitsagentur lässt die „bfz“-Mitarbeiter schnell erkennen, wie Corona den Arbeitsmarkt ändert. „Der Fachkräftemangel verändert sich“, so Winter. In den Bereichen „Pflege“, „Logistik“ und „Verkauf“ bestehe viel Bedarf. Hingegen wurden Gesuche für die Gastronomie und auch den öffentlichen Nahverkehr zurückgefahren.

Die Kurzarbeit führe dazu, dass vermehrt Anfragen von Privatpersonen kommen, die sich fortbilden möchten. Oft gehe es um Bausteine, nicht um eine Komplettumschulung. Erst jüngst habe ein Teilnehmer die Prüfung für die SAP-Datenverarbeitungssoftware abgelegt. Am Kurs nahm er via Internet teil, die Prüfung erfolgte unter Aufsicht in Weilheim. Damit hat er nun ein Zertifikat in der Hand, das ihm Chancen eröffnet.

Die „bfz“ verstehen sich laut Winter als „Brückenbauer in den Arbeitsmarkt oder wenn Menschen in andere Berufe oder Branchen wechseln“. Dabei gilt laut Hardt das Motto: „Fördern und fordern“. Die Mitarbeit der Teilnehmer ist nötig. „Wir sind kein TV-Programm das berieselt“, sagt Winter.

Standort Weilheim

Die „Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft“ in Weilheim (Fischerried 1-7) sind montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr per E-Mail info-wm@bfz.de und unter Telefon 0881/9249 610 erreichbar.

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