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Erfolgreich: Die jungen Weilheimer Rettungsschwimmer beim Regionalentscheid. 

Bilanz der Wasserwacht

Ungeübte Schwimmer machen Sorgen

Weilheim - Die Wasserwacht Weilheim zog Bilanz der Saison 2015.  Dabei wurde klar, das ungeübte Schwimmer ein Problem sind.

 Eigentlich kann Reiner Socher, Vorsitzender der Wasserwacht Weilheim, zufrieden sein: Das vergangene Jahr verlief für die ehrenamtlichen Helfer „relativ normal“, wie er sagt. Doch der 48-Jährige, der sich seit drei Jahrzehnten bei der Hilfsorganisation engagiert, macht bei den Badegästen zunehmend eine Beobachtung – und die bereitet ihm Sorgen.

Insgesamt 9732 Stunden leistete die Wasserwacht im Jahr 2015. Darunter waren 1321 Wachstunden am Dietlhofer See. 93-mal mussten sie Erste Hilfe leisten, in vier Fällen brachte der Rettungsdienst die Betroffenen ins Krankenhaus. Das ist eine Steigerung, wie der Vorsitzende feststellen musste. Im Jahr zuvor waren rund 60 Erste-Hilfe-Einsätze nötig gewesen. „Das kam durch das schöne Wetter“, begründet Socher den Anstieg. Der warme Sommer trieb die Wasserfreunde an Weilheims „Badewanne“. Das Verhalten der Besucher habe sich dort verbessert, bilanziert Socher. Ein Problem bleibe aber: Die Rettungswege seien oft blockiert. „Beim Parken sind die Leute unvernünftig.“

Die Statistik beweist, wie viel Engagement die Wasserwachtler zeigen: 2381 Arbeits-, 1465 Ausbildungs-, 259 Schwimmkurs-, 516 Veranstaltungs-, 66 Naturschutz-, 992 Trainings- und 48 Einsatzstunden gab es. Dazu 2684 Stunden in der Jugendarbeit. Die Helfer, darunter Taucher, sind nicht nur für den Dietlhofer See zuständig, sie rücken zudem an der Ammer zwischen Peißenberg und Fischen an. Ebenso sind sie für alle Badeseen im Umkreis von Weilheim und Peißenberg zuständig. Sie werden auch zu größeren Einsätzen gerufen, manchmal mit traurigem Ausgang: So im Juni 2015 auf dem Haslacher See bei der Suche nach einem ertrunkenen Asylbewerber.

Gerade die Flüchtlinge und ihr Badeverhalten sind ein Thema. „Wir werfen verstärkt ein Auge auf unsere neuen Mitbürger“, berichtet Socher. Helfen soll extra Infomaterial, das in verschiedenen Sprachen auch in den Unterkünften verteilt wird. Doch so leicht ist das manchmal nicht, wie Socher feststellen musste: „Manche trauen sich im Wasser mehr zu, als sie können.“

Noch mehr aber treibt den Wasserwart-Chef eine Sorge um: Die Zahl an ungeübten Schwimmern nehme zu. „Weil es immer mehr Spaßbäder gibt, müssen die Leute heute nicht mehr schwimmen können, um ins Wasser zu gehen.“ Auch leide der Schwimmunterricht an den Schulen wegen des Engpasses bei den Bädern. Die Wasserwacht versucht, dem Herr zu werden, indem sie selbst Kurse, gerade für Rettungsschwimmen, anbietet. Socher: „Wir wollen das Thema extra in der Bevölkerung verbreiten.“

Das Jahr begann für die Weilheimer erfolgreich: Beim Regionalwettbewerb der jugendlichen Rettungsschwimmer Ende Februar in Weilheim erreichten ihre Teams in allen drei Altersklassen das Bezirksfinale vom 6. bis 8. Mai in Markt Indersdorf. Im Hallenbad bewiesen sich 120 Teilnehmer aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg, Dachau und Fürstenfeldbruck beim Schwimmen, danach ging es zu den Theorie- und Praxisstationen in der Mittelschule. Sieger: Penzing (8 bis 10 Jahre sowie 14 bis 16 Jahre) und Fürstenfeldbruck (11 und 13 Jahre).

Die Wasserwacht plant schon fleißig: Vom 15 bis 17. Juli feiert sie ihr 70-jähriges Bestehen – mit Ehrenabend und Festprogramm.

Infos

Reiner Socher (0881/49397) und auf http://www.wasser wacht-weilheim.de.

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