Britisches Kabinett billigt Entwurf für Brexit-Abkommen mit EU

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Ab in den Urlaub, aber wenn schulpflichtige Kinder dabei sind, darf es erst zum Ferienbeginn losgehen.

„Lehrer können schließlich auch nicht einfach früher in den Urlaub starten“

Bis zu 1000 Euro: Schulschwänzern droht Geldstrafe

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Familien, die vor offiziellem Ferienbeginn in den Urlaub starten, drohen Konsequenzen – das zeigte jüngst eine Polizeikontrolle am Memminger Flughafen.

Landkreis – Manchen Eltern in der Region mag es verlockend erscheinen: Wer die Urlaubsreise vor dem offiziellen Ferienbeginn bucht, spart oftmals bei Flug und Unterkunft bares Geld. Dass es aber ernste Konsequenzen haben kann, schulpflichtige Kinder aus einem solchen Grund am letzten Schultag krank zu melden, zeigte ein Vorfall am Freitag vor den Pfingstferien am „Allgäu Airport“ in Memmingen. Dort kontrollierte die Polizei Familien auf den Weg in den Pfingsturlaub – und stieß auf insgesamt zehn Schüler, die ohne Befreiung dem Unterricht ferngeblieben waren.

Ob auch Urlauber aus dem Landkreis Weilheim-Schongau zu den Schulschwänzern gehörten, ist aktuell noch nicht bekannt. „Es könnte aber durchaus sein, dass da noch etwas kommt. Das kann bis zu 14 Tagen dauern“, sagt Hans Rehbehn, Pressesprecher am Landratsamt, das als Verfolgungsbehörde für solche Fälle zuständig ist. Fest steht jedoch, dass die betroffenen Eltern sich wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten müssen. „Noch haben wir keine Meldungen erhalten“, sagt Rehbehn. Wie er erklärt, lasse sich die Polizei das Fehlen ohne Befreiung zunächst von den Schulen bestätigten. Danach mache sie Meldung an die zuständigen Landratsämter.

Fliegen durften die Familien, die am Flughafen Memmingen von der Polizei erwischt wurden, dennoch. Doch nach ihrer Rückkehr werden sie unliebsame Post im Briefkasten finden. „Es handelt sich um eine Verletzung der Schulpflicht. So eine Ordnungswidrigkeit kann mit bis zu 1000 Euro bestraft werden“, erklärt Rehbehn. Handle es sich jedoch um ein erstmaliges Vergehen, dürfte die Strafe geringer ausfallen.

Mit dem Frühstart in die Ferien vertraut ist auch Studiendirektorin Julia Lindner, die am Welfen-Gymnasium in Schongau für Schülerbefreiungen zuständig ist. „Wir erhalten immer wieder Anfragen von Eltern, die eine offizielle Befreiung haben möchten, um früher in die Ferien zu starten“, so Lindner. Genehmigt werde das allerdings nur in den seltensten Fällen. „Wir halten uns da an die offiziellen Regelungen des Kultusministeriums. Ausnahmen gibt es nur für spezielle Fälle, etwa wenn der Bruder eines Kindes mit Migrationshintergrund in der Türkei heiratet“, erklärt sie.

Generell seien Schulschwänzer kein großes Problem am Schongauer Gymnasium. Auch am letzten Tag vor den Ferien seien die Klassenzimmer gut gefüllt. „Es ist nicht so, dass wir das Gefühl hätten, Attestpflicht einführen zu müssen, wie es an manchen Schulen üblich ist“, so die Mitarbeiterin der Schulleitung.

An der Realschule Weilheim scheinen solche Maßnahmen ebenfalls nicht nötig zu sein. Wie die stellvertretende Schulleiterin Susanne Holzheu erklärt, könne sie zumindest in ihren eigenen Klassen keinen nennenswerten Anstieg von Krankmeldungen an den letzten Schultagen erkennen. „Ein solches Verhalten ist einfach unfair gegenüber den Eltern, die ihre Kinder brav in die Schule schicken“, so Holzheu.

Dass die Polizei vor offiziellem Ferienbeginn an Flughäfen kontrolliert, finden beide Lehrkräfte richtig. „Der Urlaub darf nicht wichtiger sein als die Schule – und die Lehrer können schließlich auch nicht einfach früher in den Urlaub starten“, meint Julia Lindner.

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