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Ehrungen der Besten. Rechts vorne steht Valentin Hoiß, neben ihm der Vorsitzende des Milcherzeugerrings, Peter Kaindl. Ganz hinten steht links neben dem Roll-up der Geschäftsführer der Zuchtverbände, Helmut Goßner.

Weilheimer Zuchtverbände

Braunvieh soll  höheren  Stellenwert  erhalten

Das Braunvieh, das  vom Fleckvieh mehr und mehr verdrängt wurde,  soll   wieder mehr zu Ehren kommen. Denn es hat durchaus auch seine Vorzüge. 

Weilheim „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Mit diesem Zitat des französischen Dramatikers Molière rief der kommissarisch geschäftsführende Vorsitzende der „Weilheimer Zuchtverbände“, Valentin Hoiß, die gut 400 Landwirte und Landwirtinnen, die am Donnerstag zur Mitgliederversammlung der Zuchtverbände und zur Hauptversammlung des „Milcherzeugerring Weilheim“ in die Stadthalle gekommen waren, auf, am Projekt „Braunvieh-Vision“ teilzunehmen. Mit dieser neuen Initiative soll das Braunvieh, das gegenüber dem Fleckvieh ins Hintertreffen geraten ist, weil es nicht gleichermaßen Milch und Fleisch liefert, wieder einen höheren Stellenwert erhalten. Die Ziele dieser „Wiederbelebung“ sollen die Gesundheit und Robustheit der Rasse sein.

Mit dem neuen Programm werden Daten über Braunvieh erhoben, die nach ihrer Auswertung den Betrieben bei der Zucht dieser Rasse helfen sollen. Mitmachen können Betriebe, die mehr als 30 Braunviehkühe haben. Infos gibt es auf der Website „progesundrind.de“ und bei den „Weilheimer Zuchtverbänden“.

Laut deren Geschäftsführer Helmut Goßner waren bei den Zuchtverbänden am 30. September 2017 genau 51 922 Herdbuchkühe registriert. Den größten Anteil hatte das Fleckvieh mit 37 977 Kühen, gefolgt vom Braunvieh mit
10 306 Kühen, Deutsch-Holsteinern mit 3407 Kühen und Murnau-Werdenfelsern mit 232 Kühen. Insgesamt haben die Zuchtverbände 1333 Mitglieder. Besonders positiv hat sich laut Goßner die Vermarktung von Stieren entwickelt. Die Zahl der verkauften Stiere sei innerhalb von drei Jahren von 233 auf 277 im vergangenen Jahr gestiegen.

„Sperrige Thesen“ vermittelte Johann Miller in seinem Referat, das unter dem Titel „Gelassenheit – das Geheimnis der Erfolgreichen“ stand. Der ehemalige Mitarbeiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten sieht eines der großen Probleme der Landwirte im Streben nach Wachstum. Wachstum werde von der Politik als Allheilmittel verkauft, bringe die Bauern aber eher in Schwierigkeiten. Permanentes Wachstum sei – außer bei Krebszellen – nicht möglich. Durch zu große Investitionen würden die Bauern von Handelnden zu Gehetzten, zu Galeerensklaven, die für den Profit anderer ruderten. „Das System braucht Sklaven“, so Miller, die für den Shareholder-Value arbeiteten. Der arbeitende Mensch habe nur noch die Aufgabe, „den Deppen für andere“ zu machen. Den Bauern riet Miller, ihre Betriebe zu optimieren, anstatt sie zu maximieren.

In die Ausschüsse für zwei Zuchtverbände wurden gewählt:

Zuchtverband für Fleckvieh: Robert Abenthum (Obermühlhausen), Hans Brunner (Eichendorf), Peter Ginter jun. (Haunshofen), Georg Holzer (Diemendorf), Stefan Kornes (Kammlach), Alois Josef Kramer (Krün), Georg Pischeltsrieder (Bolzwang), Josef Reischl (Unteralting), Franz Siessmeir (Egling), Leonhard Steidl (Haunshofen), Josef Steingruber (Füllersried). Darüber hinaus wurden Ersatzleute gewählt.

Zuchtverband für Braunvieh: Josef Hindelang (Höldern), Hans Holzer (Fendt), Quirin Schuster (Kronholz), Ludwig Wieser jun. (Gießübl). Darüber hinaus wurden Ersatzleute gewählt.

Geehrt wurden:n:

Bei der Versammlung der „Weilheimer Zuchtverbände“ in der Weilheimer Stadthalle wurden zahlreiche Mitglieder für ihre Leistungen in der Tierzucht oder für die Verbände geehrt. -100 000-Liter-Kühe haben Robert Abenthum (Obermühlhausen, LL), Franz Achmüller (Huglfing, WM), Anton Bernhart jun. (Polling, WM), Lorenz und Irmgard Geiger (Wielenbach, WM), Josef Hirschvogel (Uffing, GAP), Hans und Barbara Höss (Geltendorf, LL), Valentin Hoiss (Seeshaupt, WM), Albert Kees (Ingenried, WM), Hedwig und Andreas Keller GbR (Pöcking, STA), Martin Kiening (Markt Indersdorf, DAH), Leopold Johannes Ortner (Machtlfing, STA), Paul Pfeiffer (Steingaden, WM), Anton Reiber (Ettringen, MN), Josef Reischl (Grafrath, FFB), Ludwig Schmid (Haunshofen, WM), Stefan Schröfele (Obersöchering, WM), Maria und Josef Singer (Münsing, TÖL), Anton Strein (Schlehdorf, TÖL), Johann Stückl (Uffing, GAP), Johann Vogl (Seeshaupt, WM) und Ludwig Wieser (Eching, LL). -Die Plakette für mehr als 12 000 Kilogramm Milch pro Kuh im Jahr erhielt Josef Wagner (Antdorf, WM). -Die Plakette für mehr als 11 000 Kilogramm erzielten die Kühe von Berta Barnsteiner (Ennenhofen, OAL), Johannes Hechenrieder (Polling, WM), Martin Hengge (Landsberg, LL), Thomas Höfler (Igling, LL), Kees GbR (Altenstadt, WM) und Andreas und Hedwig Keller GbR (Pöcking, STA). -Die Plakette für mehr als 10 000 Kilogramm Stalldurchschnitt erhielten Irmgard Auer (Farchant, GAP), Martin Dittrich (Oberhausen, WM), Michael Eberle (Ruderatshofen, OAL), Johannes Ehlich (Burggen, WM), Franz und Lucia Fischer (Bad Kohlgrub, GAP), Stefan Kornes (Kammlach, MN), Alois Josef Kramer (Krün, GAP), Christine Lautenbacher (Bauerbach), das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum (Utting, LL), Paul Pfeiffer (Steingädele, WM), Christian Popp (Seeshaupt, WM), Ludwig und Chr. Pröbstl GbR (Peiting, WM), Christian Schröfele (Peiting, WM), Franz Siessmeir (Egling, LL) und Josef Wagner (Antdorf, WM). -Vom Milcherzeugerring Weilheim wurden langjährige Mitarbeiter in der Leistungsprüfung geehrt. Josef Zimmermann (Obersöchering) macht seine Arbeit seit 60 Jahren, Ludwig Schleich (Peiting) seit 40 Jahren und Richard Spies (Ingenried) seit 25 Jahren. -Die Ehrenurkunde der Weilheimer Zuchtverbände erhielten: Bruno Frieb jun. GbR (Stierzüchter, Unterfinning), Johann Seemüller (Zuchtvieh-Marktbeschicker, Weilheim), Reinhard Spatz (Exportverkäufer, Hurlach), Nagl GbR (Kälberverkäufer, Tauting), Josef Förg (Kälbertransporteur, Landsberied) und „Mangfalltaler Jungkälber“ (Kälberverkäufer, Kirchheim). -Für die Bereitstellung von Zuchttieren für den Embryonentransfer im „Murnauer Projekt“ wurden Josef Jais (Eschenlohe), Maria Mangold (Uffing), Georg Wör

Info

Die „Weilheimer Zuchtverbände“ bestehen aus dem Zuchtverband für Braunvieh, dem Zuchtverband für Fleckvieh, dem Zuchtverband für Murnau-Werdenfelser Vieh und dem Zuchtverband für Schwarzbuntvieh (Deutsch Holstein). Das Einzugsgebiet umfasst die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg, Fürstenfeldbruck sowie einen Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen.

Text: Alfred Schubert

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