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Symbolfoto.

Briefwahl wird immer beliebter

Statt ins Wahllokal lieber in die Berge

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Die Zahl der Briefwähler im Landkreis steigt stetig. Um dem Rechnung zu tragen,  bieten die Gemeinden einen Online-Service an.

Landkreis – Damit das Wahlrecht auch für alte, kranke und behinderte Menschen gewährleistet ist, hat die deutsche Bundesregierung 1957 eine neue Form der Stimmabgabe eingeführt: die Briefwahl.

Diese Option nutzen mittlerweile bei weitem nicht mehr nur die Alten und Kranken. Die Zahl der Briefwähler steigt und steigt. Waren es 1990 noch 9,8 Prozent der Wähler, entschieden sich 2013 bereits 24,3 Prozent – also knapp ein Viertel – dafür.

Seit wenigen Tagen können die Wähler per Post ihre Briefwahl-Unterlagen beantragen. Oder persönlich im Rathaus vorbeischauen, um diese abzuholen. Möglich ist das in den meisten Gemeinden bis Freitag, 22. September. Zwei Tage später wird gewählt. Doch wie steht es heuer im Landkreis um die Briefwähler? Sind sie weiter im Vormarsch?

„Ganz klar: Ja“, sagt Karin Weigl. Als Leiterin des Einwohnermeldeamtes Weilheim ist sie zuständig für die dortige Briefwahl. Von 16 783 Wahlberechtigten haben ihr zufolge bereits jetzt knapp 3000 die Briefwahlunterlagen angefordert. Täglich werden es mehr.

Ein Fünftel stellt Online-Antrag

Circa 20 Prozent davon stellten ihren Antrag mit Hilfe des Internets. Die Stadt Weilheim hat dafür ein „Bürger-Service-Online-Portal“ eingerichtet. „Das ist die Zukunft“, sagt Weigl. „Die Leute müssen nicht mehr ins Rathaus kommen oder einen Brief abschicken, um den Wahlschein zu erhalten, sondern können das unkompliziert und bequem am PC erledigen.“ Auch für Weigl und ihre Mitarbeiter birgt der Online-Antrag einen Vorteil: „Wir können uns die Arbeit besser einteilen, weil die Leute dann nicht reihenweise im Rathaus stehen und warten.“

Aufgeteilt auf sieben Briefwahl- und elf Urnenwahlbezirke, sind in Weilheim 170 Wahlhelfer am 24. September im Einsatz. Ausgezählt werden die Stimmzettel per Hand, sagt Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder. Im Gegensatz zu den Wahlscheinen bei Kommunalwahlen, ist auf diesen kein Bar-Code, der elektrisch ausgewertet werden kann, aufgedruckt. Richtig so, findet Wunder. „Bei der Bundestagswahl gibt es ja deutlich weniger Auswahlmöglichkeiten auf dem Wahlschein. Das geht dann leicht ohne technische Hilfsmittel.“

Auch in Penzberg trudeln täglich neue Anträge zur Briefwahl ein. 2245 waren es bis vorgestern (12 190 Wahlberechtigte). Das Online-Angebot der Stadt nutzten bis dahin 558 Menschen. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl 2013 beanspruchten 3879 Penzberger Bürger ihr Briefwahlrecht. „Diese Zahl werden wir heuer deutlich überschreiten“, ist sich Wahlsachbearbeiterin Martina Wieczorek sicher. Damit am 24. September alles glatt läuft, sind 128 Wahlhelfer auf 7 Briefwahl- und 9 Urnenbezirke aufgeteilt.

In Peißenberg dürfen heuer 9590 Personen wählen. 1510 haben sich – Stand: vorgestern – für die Briefwahl entschieden (Online-Anträge: 167). Das Einwohnermeldeamt stellt die Unterlagen täglich zur Mittagszeit zu. Weshalb Leiter Norbert Wittek rät: „Beantragen Sie die Papiere am Vormittag, dann müssen Sie nicht noch einen Tag warten.“ 96 Wahlhelfer sind in der Marktgemeinde im Einsatz. Fünf Briefwahl- und sieben Urnenbezirke gibt es.

Auch in Pollingist die Briefwahl beliebt. Von den 2655 Wahlberechtigten hatten bis vorgestern 447 um die Unterlagen gebeten (Online: 150). Der Zuwachs an Briefwählern führt in kleinen Urnenwahlbezirken, wie etwa Oderding, zu „Beschwerden“ seitens der Wahlhelfer, erzählt Wahlleiterin Birgit Kraus: „Viele finden es schade, dass nur noch wenige Leute am Sonntag persönlich kommen. Die Wahlhelfer haben dann nicht so viel zu tun.“

Gründe für den Briefwahl-Boom

Doch warum wollen immer weniger Menschen ihre Kreuze in der Wahlkabine machen? „Viele Menschen finden es zu Hause am Küchentisch einfach bequemer als im Wahllokal“, sagt Andreas Wunder vom Weilheimer Ordnungsamt. „Und sie wollen sich ihren freien Sonntag nicht blockieren, sondern trotz der Wahl in die Berge fahren.“

Eine Briefwahl birgt jedoch auch Fehler-Potenzial. Laut Wunder „ein Klassiker“: die fehlende Unterschrift. „Dann müssen wir den Wahlschein leider zurückweisen.“ „Bei der Briefwahl muss der Wähler einen großen Umschlag abgeben, in dem sich der Wahlschein befindet“, erklärt Wunder das weitere Vorgehen. „Zusätzlich muss der Stimmzettel in einen separaten Umschlag. Ist das nicht der Fall kann man erschließen von welcher Person der Stimmzettel stammt. Somit ist das Wahlgeheimnis nicht mehr gewahrt und auch diese Stimme fällt aus der Wertung.“ Damit solche Missgeschicke ausbleiben, rät Wunder: „Lesen Sie das beiliegende Merkblatt aufmerksam und gründlich. Dann sollte nichts passieren.“

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