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Schrecksekunde kurz vor dem Ziel: Clara Klug wähnt sich schon hinter dem Strich und bremst, Guide Martin Härtl bemerkt den Fauxpas und treibt die Biathletin noch einmal lautstark an. 

Bronze bei den Paralympics

Erst ein Urschrei, dann ein Bad im Schnee

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Erfolg bei den Paralympics:  Martin Härtl aus Weilheim  holt mit Biathletin Clara Klug  nach einem dramatischen  Finish  Bronze in der Mitteldistanz. 

Weilheim – Kurz vor der Ziellinie blickte Martin Härtl kurz zurück – und ließ einen markerschütternden Schrei los. Die sehbehinderte Biathltin Clara Klug wähnte sich schon im Ziel und hatte das Laufen aufgehört. Die starken Windböen und die Anfeuerung der Fans – auf der Tribüne saßen auch Familienmitglieder – hatten sie durcheinander gebracht. „Gott sei Dank habe ich Martin noch mal brüllen gehört und gemerkt, irgendwas stimmt nicht“, so die 23-Jährige. Noch einmal raffte sich die Münchenerin auf, mit letzter Kraft bewältigte sie die fehlenden Meter und sank in den Schnee. Es war der Schlussakkord eines dramatischen Kampfes um Bronze. Letztlich hatten Klug und ihr Begleitläufer aus Weilheim die Medaille in der Biathlon-Mitteldistanz (10 Kilometer) perfekt gemacht. Der Vorsprung auf die Ukrainerin Olga Prylutska betrug 14,2 Sekunden.

„Bronze! Was für ein Wahnsinn“, freute sich Klug. Der stets zu einem Gag aufgelegte Härtl bejubelte die erste paralympische Medaille der beiden auf seine Weise: Er warf sich mit nacktem Oberkörper in den Schnee. Um seine Gesundheit musste sich der 43-Jährige keine Sorgen machen, bei Temperaturen an die 15 Grad Celsius war das Bad im Schnee eine willkommene Abkühlung. Angesichts der frühlingshaften Verhältnisse hatte Klug, die eher eisige Loipen bevorzugt, mit einer Medaille überhaupt nicht gerechnet.

Die Teilnehmer mussten sich einmal mehr durch eine aufgewühlte Loipe kämpfen. Doch die Münchenerin, die von Härtl beim Laufen mit Kommandos angeleitet wird, kämpfte. Von Beginn an mischte das Duo im Kampf um die Medaillen mit. Hinter Oksana Shyshkova (Ukraine) und Mikhalina Lysova (Russland), die sich um Gold duellierten, lagen sie auf dem dritten Platz. Am Schießstand ließ sich Klug vom zum Teil heftig wehenden Wind nicht aus dem Konzept bringen. Der stört auch die sehbehinderten Athleten, die mit einem Lasergewehr schießen. Die Nähe zum Ziel wird ihnen über Kopfhörer mittels eines Tones angezeigt. Bei den ersten drei Schießeinlagen traf die Münchenerin alle Scheiben. Beim vierten Schießen wurde es dann urplötzlich spannend.

Prylutska, die nach dem dritten Schießen noch 1:47 Minuten hinter Klug lag, traf alle Scheiben und machte auf der Schlussrunde Druck. Klug leistete sich beim zweiten Schuss einen Fehler, musste also in die 150 Meter lange Strafrunde. Der Vorsprung schmolz zusammen. Auch war der Münchenerin anzusehen, dass sie sich in der Loipe zunehmend schwer tat. Doch Klug und Härtl gaben alles – und blieben diesmal, anders als beim sechsten Platz im Sprint, auch von Stürzen verschont. Den Sieg holte sich die Ukrainerin Oksana Shyshkova (37:58,9 Minuten/0 Fehler), Silber ging an die Russin Mikhalina Lysova (40:12,4/1 Fehler). Klug und Härtl kamen auf eine berechnete Zeit von 42:01,6 Minuten (1 Fehler). Prylutska hatte 42:15,8 Minuten (4 Fehler) zu Buche stehen.

Der letzte Biathlon-Wettbewerb, das Einzel über 12,5 Kilometer, findet am Freitag, 16. März statt. Die sehbehinderten Frauen beginnen um 14.40 Uhr koreanischer Zeit (6.40 Uhr deutsche Zeit).

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