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Schon fertig: die kleine Verkehrsinsel, die Autos in der Heimgartenstraße bremsen soll. 

Heimgartenstraße  

Weilheimer baut Verkehrsinsel vor seinem Haus - auf eigene Kosten

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Eine kleine Verkehrsinsel bremst ab sofort Autofahrer in der Heimgartenstraße. Die Besonderheit: Der Anwohner, der sie beantragt hat, bezahlt sie selbst.

Weilheim – Die Heimgartenstraße im Weilheimer Süden führt vom Prälatenweg in Richtung B 2 – und wird von Autofahrern „gerne als Schleichweg genutzt“, wie Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung sagte. Zwar gelte dort „Tempo 30“, doch daran würden sich allzu viele Autofahrer nicht halten.

Eine rund zwei auf 1,60 Meter große „Verschwenkungsinsel“ auf der Fahrbahn soll sie jetzt zum Bremsen zwingen. Der Eigentümer des Grundstücks Heimgartenstraße 17 stellte bei der Stadt den Antrag, eine solche vor seinem Anwesen zu errichten. Und er bot an, die Kosten dafür – laut Stadtbauamt sind das rund 2500 Euro – selbst zu übernehmen.

Allerdings verwies Stork auf mögliche Konsequenzfälle: „Andere Bürger in anderen Straßen könnten ähnliche Anträge stellen.“ Darin sah Klaus Gast keinen Ablehnungsgrund: Folgefälle könne es immer geben, so der CSU-Stadtrat, „jeder kann einen solchen Antrag stellen“. Der Bauausschuss entscheide immer im Einzelfall, „da gibt es keine pauschale Entscheidung“. Der vorliegende Antrag jedenfalls sei „verständlich und berechtigt“, denn die Heimgartenstraße sei breit, „und tagsüber stehen dort kaum parkende Autos, die fahrende Autos bremsen“.

CSU-Kollege Stefan Zirngibl, der selbst in der Nähe wohnt, bestätigte dies: Der Verkehr in diesem Bereich sei „tagsüber eine Katastrophe“, der Antrag insbesondere angesichts der vielen Kinder, die dort unterwegs seien, berechtigt. Allzu viele ähnliche Anträge erwartet Zirngibl nicht: „Ab Juli wird sich durch die kommunale Verkehrsüberwachung ohnehin einiges ändern in Weilheim, von daher kommen vielleicht gar nicht so viele Folgeanträge.“

Um Zustimmung warb auch Grünen-Vertreter Alfred Honisch. Er sah in dem Antrag „ein klassisches Beispiel, dass sich Bürger trotz ,Tempo 30’ durch Durchgangsverkehr gestört fühlen“. Und in diesem Fall tue der Bürger etwas und sei bereit, die Kosten selber zu tragen – „da sollte die Stadt zustimmen“.

Anders sah Gerhard Trautinger (SPD) die Sache. Auch bezüglich der Heimgartenstraße solle man zunächst abwarten, wie sich das Verhalten der Autofahrer durch die kommunale Verkehrsüberwachung entwickle. Wenn aber eine „Verschwenkungsinsel“ dort sinnvoll sei, so Trautinger, „dann sollte es nicht vom Geldbeutel des Antragstellers abhängen, sondern ist eine Aufgabe der Stadt“. Der SPD-Vertreter votierte deshalb als einziger mit „Nein“; die Ausschuss-Mehrheit stimmte dem Antrag zu – inclusive Kostenübernahme durch den Antragsteller. Dem war es offenbar ernst: Nur wenige Tage nach dem Beschluss wurde die „Insel“ bereits gebaut.

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