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In der Corona-Krise schauten immer wieder Musiker im Bürgerheim vorbei und unterhielten die Bewohner.

Schon wieder teurer

Bürgerheim in Weilheim: Gebührenspirale dreht sich weiter

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Bewohner des Weilheimer Bürgerheims müssen ab Herbst deutlich mehr zahlen – wieder einmal. Am morgigen Donnerstag entscheidet der Stadtrat über die neuerliche Erhöhung der Heimgebühren. Doch zu dieser gibt es gar keine Alternative, so lange der Gesetzgeber nicht prinzipiell etwas ändert.

Weilheim – Es ist seit Jahren das gleiche Spiel – nicht nur in Weilheim: Die gestiegenen und weiter steigenden Kosten für das Personal, für Strom oder für Lebensmittel gehen komplett zu Lasten der Altenheim-Bewohner. Denn der Sockelbetrag, den die Pflegekasse bezahlt, ist seit 2017 gleich geblieben. Die Folge sind drastische Gebührenerhöhungen für die Senioren: Im städtischen Bürgerheim Weilheim wurden die Heimgebühren zuletzt im Mai 2019 um rund 111 Euro pro Monat angehoben, ähnliche Steigerungen gab es auch in den Vorjahren. Und zum 1. September 2020 steht nun die nächste kräftige Erhöhung an.

Für Heimleiter Rainer Schlosser ist klar: Es braucht endlich eine Pflegereform seitens des Bundes – mit „Spitze-Sockel-Tausch“, wie er bei der Vorberatung im Hauptausschuss des Stadtrates erklärte: Die Bewohner sollten einen gleich bleibenden Sockelbetrag bezahlen, die Pflegekasse die „Spitze“ darüber. Denn mittlerweile sei man bei Durchschnittssummen angelangt, die für viele Senioren „fast nicht mehr finanzierbar“ sind, so Schlosser – auch wenn das Weilheimer Bürgerheim bei der Gebührenhöhe gegenüber vergleichbaren Heimen in der Umgebung noch relativ gut abschneidet.

Wenn der Stadtrat am Donnerstag zustimmt, wird der monatliche Eigenanteil für einen Bürgerheim-Bewohner mit Pflegegrad zwei bis fünf ab September rund 2255 Euro betragen (bisher sind es ca. 2150 Euro). Die neuerliche Erhöhung hat mehrere Ursachen: Wegen gestiegener Personal- und Sachkosten steigen die Heimgebühren um durchschnittlich 2,29 Prozent, was laut Schlosser etwa 60 Euro ausmacht. Dazu kommen bereits ab August rund 42 Euro pro Monat für die gesetzlich neu eingeführte Ausbildungsumlage.

Hintergrund für letztere ist die „generalistische Ausbildung“, nach der es künftig nur noch einen Pflegeberuf gibt. Pfleger werden mit dieser Systemänderung zugleich für Kranken- und Altenpflege ausgebildet, und alle Einrichtungen müssen in einen Ausbildungsfonds einzahlen. 40 000 Euro muss das Bürgerheim dafür heuer berappen. Weil dies kurzfristig festgelegt wurde, bleiben für 2020 nur noch die fünf Monate ab August, um die gesamte Summe auf die Bewohner umzulegen – so ergeben sich die 42 Euro monatlich. Dieser Anteil könnte ab Januar dann wieder etwas sinken.

Weilheims Hauptausschuss trägt die geplante Gebührenerhöhung einmütig mit und stimmte auch dem Jahresabschluss 2019 des Bürgerheims zu, den Schlosser in einem weiteren Tagesordnungspunkt vorgestellt hatte. Im Bereich „Vollstationäre Pflege“ betrug die Bilanzsumme knapp 8,94 Millionen Euro, was einen Überschuss von gut 51 000 Euro bedeutet. Beim „Seniorengerechten Wohnen“ ist die Bilanzsumme 5,89 Millionen Euro (Überschuss: rund 15 000 Euro).

Ob mit den Überschüssen zum Beispiel Tablets für Bewohner oder eine Zahnarztausrüstung fürs Heim gekauft werden könnten, wollte SPD-Stadträtin Petra Arneth-Mangano wissen. Letzteres will Schlosser mit dem Zahnarzt besprechen, der regelmäßig ins Haus kommt. Ersteres sei nicht nötig, weil bereits zu Beginn der Corona-Krise ein Tablet besorgt wurde, das Bewohnern zur Verfügung steht, um beispielsweise Videochats mit Angehörigen zu halten.

In den kommenden Jahren sind bekanntlich große Investitionen im Bürgerheim nötig: Bis 2030, so die Forderung der Heimaufsicht, müssen die Bäder umgebaut und die Schwellen zu Balkonen beseitigt werden. Die grobe Kostenschätzung dafür beläuft sich auf fünf bis sechs Millionen Euro, im Wirtschaftsplan 2020 sind erste Planungskosten dafür eingeplant (200 000 Euro). Wenn der Umbau in fünf bis sechs Jahren beginnt, so erklärte Schlosser auf Nachfrage von Tillman Wahlefeld (BfW), müssen auch diese Investitionskosten auf die Bewohner umgelegt werden –was dann eine Kostenerhöhung um etwa 120 Euro monatlich bedeuten werde.

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