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An der Ammer in Weilheim  war das Bürgerkunstwerk  „Das Blaue Band“ erstmals in voller Länge zu sehen.
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Packen an: Die Bürgermeister  Michael Asam (Peiting/.) und Thomas Dorsch (Hohenpeißenberg).
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Die Ammer verbindet (v.l.) Anton Speer, Matthias Luy, Andrea Jochner-Weiß und Dr. Norbert Schäfer.

Bürgerkunstwerk  „Das Blaue Band“

Anbandeln mit der Ammer

Vögel, Fische, Pflanzen: Die artenreiche Lebenswelt der Ammer malten und zeichneten Bewohner der am Fluss liegenden Gemeinden auf blaue Stoffbahnen. Am Samstag wurde „Das Blaue Band“ in Weilheim zusammengeknüpft – als Zeichen für die Einzigartigkeit dieses Wildflusses.

Weilheim – 46 Zentimeter zeigte der Pegel der Ammer am Samstag vor der Stadthalle in Weilheim an, träge floss sie Richtung Ammersee. Doch die Ammer kann auch anders: Flussaufwärts von Peißenberg bis zu ihrer Quelle bei Ettal ist sie ein Wildfluss, flussabwärts, dort wo sie für den Hochwasserschutz umgebaut wurde, wird ihr in einigen Abschnitten ihre Ursprünglichkeit jetzt zumindest wieder etwas zugestanden. „Das Blaue Band“, das von rund 250 Bürgerinnen und Bürgern in eineinhalb Jahren künstlerisch gestaltet wurde, symbolisiert zum einen die Ammer, wie sie von den Anwohnern wahrgenommen wird, zum anderen aber auch die Verbundenheit der Gemeinden, die an ihr liegen.

„Jede Gemeinde hat das Kunstwerk mit Leben erfüllt und Persönliches eingebracht“, so Matthias Luy, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und einer von vier Koordinatoren der Ammer-Allianz. „Die Ammer ist so artenreich wie kaum eine andere Wildflusslandschaft“, sagte Luy. Als seine Ziele nannte er: „Augen und Herz offen haben für die Ammer“, Freunde für die Ammerlandschaft gewinnen und die Zusammenarbeit aller Gemeinden und Bürgermeister fördern, „um die Ammer zu einer fantastischen Landschaft zu machen“. Fortgesetzt wird das Projekt im Herbst mit einer Fachtagung und jährlichen Runden Tischen zur Ammerentwicklung. Ein besonderes Lob sprach er der Böbinger Künstlerin Andrea Kreipe aus, die mit 250 Bürgern der Ammergemeinden „Das „Blaue Band“ gestaltete,

Wie wichtig es sei, auch die Bevölkerung für die letzten Wildflüsse Deutschlands zu gewinnen, betonte Dr. Norbert Schäffer, Landesvorsitzender des LBV. Die Ammer habe in einigen Abschnitten ihren Wildflusscharakter bewahrt. Sie habe damit „eine extrem wichtige Funktion im Biotopverbund“ und beheimate wertvolle Lebensraumtypen sowie gefährdete oder sogar vom Aussterben bedrohte Arten.

„Die Ammer muss frei fließen, damit ihre Arten-Vielfalt erhalten bleibt“, sagte Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Mit der von Kraftwerksbetreibern gewünschten Stromerzeugung würden der „Natur Schranken gesetzt“ und das artenreiche Tier- und Pflanzenleben bedroht, sagte sie. Anton Speer, Landrat von Garmisch-Partenkirchen, ein gebürtiger Unterammergauer, stellte fest: Gerade dort, wo Platz für die natürliche Entwicklung der Ammer bestehe, sollte man den Fluss gewähren lassen. Wichtig sei aber auch der Hochwasserschutz.

Nach den Reden wurden die Stoffbahnen zu dem 100 Meter langen Band von den Bürgermeistern von Ettal, Bad Bayersoien, Wildsteig, Rottenbuch, Böbing Peiting, Hohenpeißenberg, Peißenberg, Weilheim und Raisting sowie zahlreichen Helfern und Beteiligten mit Bändern und Holzschiffchen zusammengeknüpft.

„Das Blaue Band“ ist Teil des bis September 2020 laufenden Hotspotprojektes „Alpenflusslandschaften“. 18 Partner aus Vereinen und Institutionen haben sich dazu zusammengeschlossen. Gefördert wird es im Rahmen des Bundesprogrammes „Biologische Vielfalt“ und durch den Bayerischen Naturschutzfonds.

Inge Beutler

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