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In der Turnhalle stellte Michael Kordon (am Pult), Leiter des Staatlichen Bauamtes, die Umfahrungspläne vor. 

Bürgerversammlung in Unterhausen

Kaum Fragen zu den Großprojekten

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In der Bürgerversammlung Unterhausen stellten Stadt und Behörden den Stand der Dinge bei der Sanierung der Mülldeponie und der Umfahrung vor. Die Informationen reichten den Besuchern scheinbar aus.

Weilheim – So schnell haut die Unterhausener nichts um: Als die Bürgerversammlung begann, zu der rund 60 der 1039 Bürger des Stadtteils in die Turnhalle gekommen waren, blitzte und donnerte es draußen so stark wie selten. Doch das war den Besuchern höchstens ein Schulterzucken wert. Und auch als die Millionen Euro schweren Themen wie die geplante Umfahrung und „Sanierung der Hausmülldeponie“ aufs Tapet kamen, blieben sie gelassen. Nur eine Anfrage zu der Deponie und eine weitere zu einem Radweg wurden in der Versammlung gestellt. Dabei war die Versammlung hochkarätig besetzt. Nicht nur, dass ein Großteil der Stadträte und der Verwaltungsspitze des Rathauses anwesend war, auch Michael Kordon, der Leiter des Staatlichen Bauamtes, und Dr. Martin Höckenreiner von der „Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern“ (GAB) waren gekommen.

Kordon sagte, dass er kaum Neues berichten könne, denn das Verfahren zum Bau der Umfahrung stecke noch ganz in den Anfängen. Stand der Dinge sei, dass die Planungen für die Westtrasse durch das Weilheimer Moos und die Osttrasse durch das Gögerl aus dem Jahr 2002 stammen. Inzwischen habe sich Weilheim aber baulich entwickelt und auch die gesetzlichen Vorgaben hätten sich geändert. Diese beiden Trassen, plus die beiden unterirdischen Varianten gingen nun in die nähere Untersuchung. „Das ist der Rahmen“, so Kordon. Nun werden Ingenieurbüros beauftragt, um diese Trassen einander gegenüberzustellen. Zudem müsse eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht werden und eine aus dem Jahr 2015 stammende Verkehrszählung für ein Verkehrsgutachten hochgerechnet werden. „Ich bin selber gespannt, welche Trasse herauskommt“, sagte Kordon. Bis konkrete Ergebnisse vorliegen, werde das aber noch einige Jahre dauern.

Dauern wird es auch, bis die Deponie von Unterhausen saniert ist. Wie Dr. Martin Höckenreiner sagte, befindet sich dort nicht nur Hausmüll, dort liegen auch Reste aus einer Farbenproduktion, „was potenziell gefährlicher ist“. Die Deponie müsse auch in Hinblick auf die Trinkwasserversorgung von Wielenbach von der Stadt in Ordnung gebracht werden, weil das Wasserwirtschaftsamt im Grundwasser Verunreinigungen festgestellt habe.

Geschehen soll dies durch eine Oberflächenabdeckung mit einer zwei Millimeter starken Folie und eine Grundwassersicherung. Dazu werde ein rund sechs Meter hoher Hügel entstehen, so Höckenreiner. Die Kosten für die Sanierung werden laut Planungen auf rund zwei Millionen Euro veranschlagt.

Ob denn die Sanierung, die eine Fläche von rund einem Hektar umfasse, wirklich notwendig sei und ob die Folie auch dicht sei, das wollte ein Bürger wissen. Das Verfahren sei Stand der Technik, stellte Höckenrainer fest, daran gebe es nichts zu zweifeln.

Schneller war die Frage eines anderen Bürgers beantwortet. Der wollte wissen, warum der Radweg von der Bärenmühle stadtauswärts nicht gebaut werde. „Wir haben die Grundstücke nicht“, stellte Bürgermeister Markus Loth (BfW) fest. Loth hatte die Besucher zu Beginn der Versammlung ausführlich über das Geschehen in der Stadt im vergangenen Jahr unterrichtet.

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