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Unter dieser Wiese an der B2 liegen rund 30 000 Kubikmeter Abfall, darunter sind Farben und Lacke. Mit Lösungsmitteln daraus ist das Grundwasser belastet.
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An Schautafeln erklärte Dr. Robert Schönhofer den Unterhausenern die Pläne für die Deponiesanierung, für die bereits Bäume gefällt wurden.

Bürgerversammlung Unterhausen

Deponiesanierung als Großprojekt

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38 Jahre nachdem sie geschlossen wurde, wird die Hausmülldeponie in Unterhausen saniert. Grund: Das Grundwasser darunter ist mit chlorierten Kohlenwasserstoffen belastet, die als krebserregend gelten. Die Arbeiten waren das große Thema in der Bürgerversammlung.

Unterhausen – Unterhausen, dem mit 1049 Einwohnern größten Weilheimer Stadtteil, steht ein Großprojekt ins Haus, dessen Auslöser bis in die Nachkriegszeit zurückreichen. Von 1948 bis 1980 wurde eine ehemalige Kiesgrube am Ortsrand als Deponie genutzt. In der landeten – und das ist das Grundübel – neben Hausmüll, Erdaushub und Bauschutt auch Farben und Lacke eines ortsansässigen Farbenproduzenten, wie Dr. Robert Schönhofer von der Firma „dibauco“ in der Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Unterhausener Turnhalle sagte. Die Firma „dibauco“ plant die Sanierung und nimmt sie auch vor.

Die Farben und Lacke machen die Situation so brisant: Die Deponie reicht, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, bis in das Grundwasser. Und sie liegt im Wasserschutzgebiet von Wielenbach (Zone III). „Im Grundwasser unter der Deponie und im Grundwasserabstrom der Deponie sind bereits Schadstoffe aus der Deponie nachweisbar“, so Schönhofer.

Bei den Schadstoffen handel es sich seinen Worten nach um leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe, auch als Lösungsmittel bekannt. Die Werte überstiegen die Grenzwerte um das Zehnfache, das hätten Untersuchungen zwischen 2001 und 2015 ergeben. 2016 habe dann die Regierung von Oberbayern eine Sanierungsanordnung an die Stadt erlassen. Schönhofer zu der Gefährlichkeit der Altlasten in der Deponie: „Es ist kein dramatischer Fall, aber auch kein harmloser“.

Die Arbeiten an der Deponie erfolgen in zwei Schritten: In einem ersten wird ein Teil der Müllgrube (rund 1000 der 9000 Quadratmeter großen Fläche) umgelagert, um die abzudichtende Fläche zu reduzieren und somit Kosten zu sparen. Die Abdichtung erfolgt in mehreren Schichten mit Folie und Erde. Letztlich entsteht so ein kegelförmiger Hügel, der rund vier Meter über die Wiese hinausragt. Die Arbeiten sollen im Oktober 2018 beginnen und im Juni 2019 abgeschlossen sein.

In einem zweiten Schritt wird die Grundwassersanierung vorgenommen. Dazu werden auf dem Areal sechs Brunnen gebohrt. Aus diesen wird das Grundwasser hochgepumpt und dann in einer Containeranlage von den Lösungsmitteln gereinigt, ehe es in den Boden zurückgeleitet wird. Die Sanierungsbrunnen sollen ab Mai 2018 angelegt und die Wassersanierung solll dann im Oktober begonnen werden. Laut Schönhofers Schätzungen wird sie rund fünf Jahre dauern.

Um diese Arbeiten erledigen zu können, ist laut Schönhofer eine größere Baustelleneinrichtung mit Lagerflächen und Bürocontainern vonnöten. Da auch viel Boden abgetragen werden muss, entstehen zwei Meter hohe Wälle, die als Sicht- und Lärmschutz dienen sollen.

Die Kosten für das Vorhaben liegen bei 1,4 Millionen Euro, zehn Prozent davon muss die Stadt Weilheim tragen. Die Planer gehen davon aus, dass die Abdeckung „die nächsten 100 Jahre halten wird“, so Schönhofer.

Bürgermeister Markus Loth versicherte angesichts der Klagen und Beschwerden, die wegen der Baumfällaktion im Rathaus eingegangen seien, dass wieder neue Bäume gepflanzt werden.

Die Unterhausener hatten zu der Deponiesanierung einige Fragen. Unter anderem die, warum die Arbeiten erst 38 Jahre nach Schließung der Deponie vorgenommen werden und warum die Deponie nicht ausgehoben werde. Schönhofer erklärte das so: Die Schadstoffe seien immer noch im Grundwasser vorhanden, das komplette Ausheben der Deponie koste rund fünf Mal so viel wie die jetztigen Arbeiten. Von Deponiegas gehe keine Gefahr mehr aus, solches entstehe meist in den ersten 20 bis 30 Jahren. Es gebe aber auf alle Fälle einen Gasfilter.

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