1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Trotz Verlusten: Dobrindt erneut klarer Sieger im Wahlkreis Weilheim

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Boris Forstner

Kommentare

Und ausgezählt wird: Die Schongauer Wahlhelferinnen Bettina Buresch, Maresa Kalischko, Mona Maucher und Petra Jung verfolgen das Entleeren der Wahlurne durch Daniel Blum (verdeckt).
Und ausgezählt wird: Die Schongauer Wahlhelferinnen Bettina Buresch, Maresa Kalischko, Mona Maucher und Petra Jung verfolgen das Entleeren der Wahlurne durch Daniel Blum (verdeckt). © Hans-Helmut Herold

Mit großem Vorsprung hat Alexander Dobrindt das Direktmandat im Wahlkreis Weilheim gewonnen und erneut den Sprung nach Berlin geschafft. Doch abkoppeln vom schlechtesten Ergebnis der CSU seit 1949 konnte er sich nicht – die 41,9 Prozent sind auch für ihn ein Tiefpunkt. Ob noch weitere Kandidaten aus dem Wahlkreis in den Bundestag einziehen, ist noch unklar.

Landkreis – Ganz leger im blauen Jackerl hat Alexander Dobrindt am Vormittag noch seine Stimme in Peißenberg abgegeben, danach ging es nach Berlin, wo er standesgemäß im Anzug auftrat und als CSU-Spitzenkandidat schnell ein gefragter Gesprächspartner war: In der ARD wurde er schon nach der ersten Prognose zum Wahlausgang befragt und gab sich positiv gestimmt, weil die Aufholjagd der zuletzt deutlich hinten liegenden Union erfolgreich gewesen sei. Anschließend war er neben Ministerpräsident Markus Söder zu sehen, aber ein Auge hatten er und vor allem seine Helfer auch immer auf die Ergebnisse in der Heimat.

Dobrindt mit Ergebnis zufrieden

Da kam um 18.37 Uhr das erste natürlich noch nicht repräsentative Ergebnis aus dem Wahllokal im Dorfgemeinschaftshaus Oderding an, das ihn bei 38,8 Prozent der Erststimmen sah und die CSU bei 32,4 Prozent der Zweitstimmen – das bedeutete, sicher zum sechsten Mal den Sprung in den Bundestag geschafft zu haben, aber gleichzeitig auch deutliche Verluste im Vergleich zur Wahl 2017. Doch schnell verschoben sich die Pfeile bei ihm nach oben. Am Ende landete er bei 41,9 Prozent der Erststimmen – damit war Dobrindt zufrieden. Denn die Prognosen seien deutlich schlechter gewesen, man habe einen guten Endspurt hingelegt. „Das Ergebnis zeigt, dass mein Einsatz beispielsweise für Verkehrsprojekte, die Bundeswehr oder den Mittelstand von den Wählern gewürdigt wird.“

Dobrindt wird zusammen mit Ministerpräsident und Parteichef Markus Söder in den anstehenden Koalitionsverhandlungen ein entscheidendes Wort mitreden und strebt auch erneut das Amt des CSU-Landesgruppenführers an, über das am Dienstag in der Fraktion entschieden wird. „Ich habe den Willen, wieder Vorsitzender der CSU im Bundestag zu werden“, sagte Dobrindt.

Bundestagswahl - Statement Söder und Dobrindt
Gefragter Mann: Alexander Dobrindt am Wahlabend bei einem Fernseh-Interview. © Fabian Sommer/dpa

SPD-Kandidatin Sigrid Meierhofer ist mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden und damit, „dass wir dazu beigetragen haben, dass die SPD stärkste Partei in Deutschland wird. Das ist großartig.“ Sie hat fast das Ergebnis von Enrico Corongiu vor vier Jahren erreicht, und das aus deutlich schlechterer Ausgangsposition. Etwas enttäuscht war Meierhofer aber über den doch deutlichen Sieg Dobrindts. „Mein Ziel war, dass er deutlich mehr Federn lässt und es eine größere Wählerwanderung hin zu den Freien Wählern gibt.“

Grüne hatten sich mehr erhofft

Das Positive in den Vordergrund rücken wollte Grünen-Kandidatin Elisabeth von Löwenbourg-Brzezinski. „Wir haben uns mehr erhofft, aber wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, weil wir uns im Wahlkreis deutlich verbessert haben“, sagte sie auf der Wahlparty der Grünen im Gasthof Stern in Seehausen. Sie freut sich dafür über den großen Zuwachs an Mitgliedern und den Zuspruch, den sie im Wahlkampf erfahren hat. „Ich bedanke mich von Herzen bei den hunderten Wahlkämpfer*innen, die Tag für Tag mit mir im Wahlkreis an den Infoständen waren, Flyer verteilt und mit den Menschen über grüne Politik gesprochen haben.“ Allerdings war bei ihr banges Warten bis zum heutigen Montag angesagt, ehe sie weiß, ob es für sie zum Einzug in den Bundestag gereicht hat.

In einer ähnlichen Gemütslage war Gerrit Huy, die mit rund 80 Mitgliedern und Freunden der AfD gestern in die Weilheimer „Schießstätte“ gekommen war, um vor dem Fernseher bei der Wahlauszählung mitzufiebern. Nach der ersten Hochrechnung um 18.43 Uhr, bei der die AfD von den elf Prozentder Prognose auf 11,3 Prozent stieg und die beiden großen Parteien unter 25 Prozent landeten, gab es lang anhaltenden Applaus. Huy war aber noch vorsichtig, was ihr persönliches Ziel anging: Mit ihrem Listenplatz 12 in Bayern sei ihr Erfolg noch nicht sicher. Sie rechnete damit, dass die Auszählung der Briefwahl das Ergebnis noch verändern kann.

Für den Fall, dass sie in den Bundestag einzieht, will sie sich für eine bessere Versorgung der Rentner und für Familien einsetzen. Familien sollen ein einmaliges Kindergeld in Höhe von 20 000 Euro bekommen. Zudem will sie die Migrationskosten und die deutschen EU-Beiträge senken. Ganz wichtig ist ihr „mehr Transparenz bei den Ausgaben“, und das auf „allen Ebenen“, also vom Bund bis zu den Kommunen, um „Verschwendung zu reduzieren“.

Alle Informationen rund um die Wahlnacht finden Sie in unserem Ticker.

Weilheim-Penzberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Weilheim und Penzberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare