Gerrit Huy bei der Aufstellungsversammlung zwischen den AfD-Kreisvorsitzenden Helmut Filser (l., Garmisch-Partenkirchen) und Rüdiher Imgart (Weilheim-Schongau).
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Gerrit Huy bei der Aufstellungsversammlung zwischen den AfD-Kreisvorsitzenden Helmut Filser (l., Garmisch-Partenkirchen) und Rüdiher Imgart (Weilheim-Schongau).

Gerrit Huy (67) „will Gesicht zeigen“

AfD im Wahlkreis Weilheim-Schongau stellt Bundestagskandidatin aus Inning auf

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Als letzte der größeren Parteien hat auch die AfD im Wahlkreis Weilheim-Schongau, der zudem den Landkreis Garmisch-Partenkirchen umfasst, ihre Kandidatin für die Bundestagswahl aufgestellt – und sich erneut für eine auswärtige Frau entschieden.

Nach Edeltraud Schwarz aus Scheuring (Landkreis Landsberg), die 2017 kandidiert hatte, importiert die AfD nun mit Gerrit Huy erneut eine Kandidatin, dieses Mal aus Inning im Landkreis Starnberg. Die 67-jährige Diplom-Mathematikerin und Diplom-Volkswirtin, Mutter von drei Kindern, hat unter anderem als Deutschland-Geschäftsführerin eines Technologieunternehmens gearbeitet. Im Ruhestand hatte sie schließlich Zeit, um die politische Entwicklung im Land zu beobachten, „und gemerkt, dass einiges schiefläuft“. Vor allem der Umgang mit der AfD habe sie geärgert, deshalb ist sie dort 2017 Mitglied geworden. Im Berliner Fachausschuss für Arbeit und Soziales hat sie ihre Erfahrungen bereits seit Längerem eingebracht, lokalpolitisch ist sie noch nicht groß in Erscheinung getreten: Vergangenes Jahr kandidierte sie für den Kreistag, schaffte den Sprung ins Gremium aber nicht.

Als jetzt aus dem Wahlkreis Weilheim die Anfrage kam, ob sie nicht für den Bundestag kandidieren wolle, hat sie nach kurzem Überlegen gerne zugesagt. „Ich will für die AfD Gesicht zeigen, das trauen sich ja viele nicht“, sagt Huy. „Ich freue mich auf die Aufgabe und werde die nächsten Wochen viel unterwegs sein.“ Schließlich muss sie den Wahlkreis erst kennenlernen.

Kandidatin beklagt „extremes Regierungsversagen“

Bei der Aufstellungsversammlung in der Peißenberger Tiefstollenhalle hatte sie das „extreme Regierungsversagen in fast allen Themenbereichen“ beklagt. „Man muss nicht erst auf das miserable Corona-Management der Bundesregierung blicken, die es geschafft hat, dass Deutschland bei den Impfungen jetzt sogar hinter Ländern wie Marokko und der Türkei zurückliegt.“

Ähnliches Versagen finde man in der Energiepolitik mit den höchsten Strompreisen weltweit, der Steuer- und Sozialpolitik mit den höchsten Steuern und Abgaben weltweit und der nach wie vor weitgehend ungesteuerten Migration. Besonders besorgniserregend sei das Versagen in der Bildungspolitik. „Die Ergebnisse unserer Schüler liegen im weltweiten Vergleich inzwischen nur noch im Mittelfeld. Als Land ohne nennenswerte Bodenschätze leben wir aber ausschließlich von dem Können und dem Fleiß unserer arbeitenden Bevölkerung. Unser Wohlstand wird sich nicht halten lassen, wenn die nachfolgenden Generationen international nicht mehr mithalten können.“ Man wolle Deutschland wieder in die Normalität zurückführen.

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