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Auch die CSU-Vertreter im Landkreis haben ihre Meinung zu den drei Interessenten (v.l. Jens Spahn, Armin Laschet und Friedrich Merz) am CDU-Parteivorsitz.

Nachgefragt bei Kandidaten

Berliner CDU-Debatten erreichen Kreis-CSU

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Nach dem angekündigten Rückzug von Noch-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Debatte um ihre Nachfolge in vollem Gang. Das sagen CSU-Vertreter im Landkreis zur Personaldiskussion der Schwesterpartei.

Landkreis – Der Kommunalwahlkampf, er nähert sich langsam, aber sicher dem Höhepunkt. In weniger als vier Wochen entscheiden die Bürger, wer in Stadt- und Gemeinderäte einzieht und wer Bürgermeister wird. Ausgerechnet in der heißen Phase ist auch in Berlin eine Art Wahlkampf entbrannt. Es geht um die Frage, wer Annegret Kramp-Karrenbauer nach ihrem angekündigten Rückzug als Vorsitzende der CDU und bislang gehandelte Kanzlerkandidatin beerbt.

Thema wird angesprochen

Das Beben in der Schwesterpartei, es ist auch bei der CSU im Landkreis zu spüren. Zumindest ein bisschen. „Das Thema ist an unserem Stand schon angesprochen worden, auch wenn sich der Großteil der Leute vor allem für die Stadtpolitik interessiert hat“, berichtet Schongaus CSU-Ortsvorsitzender Oliver Kellermann vom jüngsten Wahlkampfeinsatz am Wochenende. Kellermann vertritt eine klare Meinung zur Postenfrage in Berlin. „Es braucht eine schnelle Lösung.“ Damit hält es der Schongauer mit dem CSU-Kreisvorsitzenden Alexander Dobrindt, der einer langen Findungsphase eine deutliche Absage erteilt hat.

Merz wird geschätzt

Auch, was die derzeit drei gehandelten Kandidaten Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn angeht, hat Kellermann seinen persönlichen Favoriten ausgemacht. Friedrich Merz sei nicht nur ein Mann, den er persönlich sehr schätze. Er sei mit seiner Zielstrebigkeit, seinen rethorischen Fähigkeiten und seiner klaren Linie, die er in der Öffentlichkeit vertrete, jemand, der Deutschland nach vorn bringen könne, so der Ortsvorsitzende.

Spahn sei zu jung

Das traut ihm auch Peter Ostenrieder zu. Er tendiere ebenfalls zu Merz, sagt der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und Peitinger Bürgermeisterkandidat. Allerdings sei der frühere CDU-Fraktionsführer ein Kandidat, der polarisiere, gibt der Peitinger zu. Wenn es darum gehe, die unterschiedlichen Gruppierungen in der Schwesterpartei zu einen, sei das eher die Stärke des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, so Ostenrieder. Für den amtierenden Gesundheitsminister Jens Spahn käme das Amt dagegen zu früh. „Er ist zu jung, um die große CSU zu führen.“ Nichts hält der Peitinger von einer Team-Lösung an der Spitze, genauso wenig wie davon, eine Entscheidung auf die lange Bank schieben. „Die Leute haben es satt, wenn sich Parteien mit Pöstchen und sich selbst beschäftigen“, sagt er mit Blick auf die SPD. Im Wahlkampf sei er im übrigen bislang auf das Thema noch nicht angesprochen worden, berichtet der Peitinger CSU-Bürgermeisterkandidat.

„Das soll CDU entscheiden“

Eine andere Erfahrung hat man zuletzt in Peißenberg gemacht. „Das wird schon allgemein besprochen und beobachtet“, sagt Frank Zellner, der in der Marktgemeinde kandidiert. Sorgen um seinen Wahlkampf macht er sich aber nicht, die Personaldebatte sei erst mal Sache der Schwesterpartei. Entsprechend hält er sich mit einer Aussage zu seinem Favoriten für die AKK-Nachfolge zurück: „Das soll die CDU entscheiden.“ Allerdings ist auch der Peißenberger der Meinung, „dass es keine zu lange Hängepartie geben sollte“.

Vielleicht ganz andere Lösung?

In Weilheim sieht Angelika Flock die Debatten bei der CDU entspannt. Sie sei darauf noch nicht angesprochen worden, sagt die CSU-Bürgermeisterkandidatin. „Das war überhaupt kein Thema.“ Sie ist „klar für eine schnelle und möglichst beste Lösung“ an der CDU-Spitze. Einen Namen bringt sie auch ins Spiel: „Mein persönlicher Favorit wäre schon Herr Merz. Er zeigt, wie stark er das möchte.“ Beim Kanzlerkandidaten tritt Flock auf die Bremse. „Dafür braucht es noch bisschen Zeit.“ Überhaupt: „Vielleicht gibt es ja noch eine ganz andere Lösung.“

Spahn auch ein Favorit

In Penzberg wurde Bürgermeisterkandidat Stefan Korpan auf die CDU-Debatte „direkt noch nicht angesprochen“. Korpan deutet vorsichtig seinen Favoriten für den Vorsitz an: „Wahrscheinlich der Spahn“, sagt er und begründet es damit, dass der Gesundheitsminister sympathisch rüberkomme.

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