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Weht vor dem Werkstor von „Zarges“ bald auch die Fahne des unbekannten Investors? Im April soll er in eine der Hallen auf dem Werksgelände einziehen. 

Chinesisches Unternehmen auf „Zarges“-Gelände

Wer ist der geheimnisvolle Investor?

Weilheim - Selbst in Wirtschaftskreisen in München ist es Thema, dass ein Investor aus China sich in Weilheim niederlässt. Die Ansiedelung auf einer Gewerbefläche der Firma „Zarges“ wird wie ein Staatsgeheimnis behandelt. 

Wer bei den Gesprächen in Wirtschaftskreisen genau hinhört, der hört aber durchaus einen Namen. Dem Vernehmen nach kommt die Firma „Huawei“ nach Weilheim, einer der weltgrößten Telekommunikationsausrüster, bekannt vor allem für seine günstigen Smartphones. „Huawei“ ist in mehr als 170 Ländern aktiv und beschäftigt über 170 000 Mitarbeiter. Der deutsche Hauptsitz ist in Düsseldorf.

Das Unternehmen will seine Pläne in Weilheim aber weder bestätigen, noch dementieren. Mehrere Anfragen per E-Mail blieben unbeantwortet. Die Firma „Zarges“ äußert sich durchaus zu dem Grundstücks-Verkauf, aber nicht zum Käufer. Das Areal, auf dem eine große Halle steht, in der aktuell noch Sonderkonstruktionen ausgeführt werden, sei, so Geschäftsführer Dieter Reis, Ende Dezember verkauft worden. Dabei handle es sich um jenes Grundstück, das vor rund vier Jahren auch der Landkreis für den Neubau der Berufsschule im Auge gehabt habe, was sich aber letztlich zerschlagen habe. Der Landkreis entschied sich bekanntlich für einen anderen Standort, nämlich für den Narbonner Ring.

Bis zum 1. April muss „Zarges“ die Halle geräumt haben, dann soll die Übergabe an den neuen Besitzer erfolgen. Dann, so Reis, werde auch bekannt, wer der Investor sei. Vorher könne er nichts dazu sagen: „Im Vertrag ist Vertraulichkeit vereinbart.“

Auch im Weilheimer Rathaus gibt man sich zugeknöpft in Sachen „Investor“. Ja, es sei eine große chinesische Delegation bei ihm gewesen, bestätigt Bürgermeister Markus Loth auf Anfrage. Die Herren, die von Mitarbeitern des bayerischen Wirtschaftsministeriums begleitet worden seien, hätten sich auch dafür interessiert, was Weilheim allgemein an Schulen und anderen Vorteilen zu bieten habe. Mehr dürfe er auf Bitte der Delegation nicht sagen. So viel sagt er dann doch noch: Weilheim freue sich immer, wenn neue Arbeitsplätze entstehen.

Bei der Firma „Zarges“, die im Sommer 2016 die Firma „Tubesca“ verkaufte, die sie 1997 übernommen hatte, hat die Veräußerung der Gewerbefläche keine Auswirkungen auf den Standort Weilheim, so Reis. Im Gegenteil. Aus dem Verkaufserlös sollen unter anderem die Gebäude saniert werden, die zum Teil an die 70 Jahre alt seien. Die Verlagerung der Sonderfertigung werde „keine betriebsbedingten Kündigungen“ nach sich ziehen, die Mitarbeiter würden in den Logistikbereich eingegliedert.

„Zarges“-Betriebsratsvorsitzender Walter Hain – auch er nimmt den Namen des neuen Investors nicht in den Mund –, sieht die Veränderungen im Haus auch skeptisch. Betroffen seien von der Umstrukturierung rund 40 Mitarbeiter, die zum Teil auch flexibel eingesetzt werden sollen. Zudem könnte es für die Abteilung Nachfolgeaufträge geben, „und dann wird es eng“, so Hain.

„Zarges“ steht laut Gechäftsführer Reis gut da, 2016 habe das Unternehmen nach der Trennung von „Tubesca“ 750 Mitarbeiter gehabt, 350 davon in Weilheim. Der Umsatz lag bei 140 Millionen Euro, bei einem Auslandsanteil von 50 Prozent. Ein Verkauf des Unternehmens, das seit rund zehn Jahren der Firma „Granville Baird Capital Partners“ gehöre, stehe aktuell nicht an.

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