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Ihr CO2-Ausstoß ist in Weilheim der größte: Jetzt sollen diese Betriebe zum Handeln animiert werden

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Von: Stephanie Uehlein

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Energiepreise - Heizung
Es ist nicht nur Sparen beim Heizen angesagt: Klimaschutz hat viele Facetten. Das „Klimanetzwerk“ soll Betrieben aus Weilheim helfen, richtige Wege für sich zu finden. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Für mehr als die Hälfte des CO2-Ausstoßes in Weilheim ist - laut einer Statistik für 2019 - der Sektor „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ verantwortlich. Jetzt will die Stadt Betriebe zu mehr Umweltschutz animieren - mit einem neuen Angebot.

Weilheim – Wenn es um die CO2-Emissionen in Weilheim geht, dann hat der Sektor „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ mit 53 Prozent den größten Anteil daran (Stand: 2019). Um den Kohlendioxid-Ausstoß in diesem Bereich zu reduzieren, bietet die Stadt ein neues „Klimanetzwerk“ für Unternehmen an, bei dem die Teilnehmer auch individuell beraten werden.

Bei dem Projekt werde den beteiligten Betrieben „nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“ begegnet, versicherte Katharina Segerer in der jüngsten Sitzung des örtlichen Klimaausschusses. Das Netzwerk zu den Themen „Energieeffizienz“ und „Klimaschutz“ wurde nach den Worten der Klimaschutzmanagerin der Stadt bereits beworben. Und es stößt bei der Zielgruppe auf Interesse: Für eine Info-Veranstaltung, die dem Projekt vorangeht, (am Mittwoch, 5. Oktober, ab 17 Uhr im Sparkassensaal) gebe es schon viele Anmeldungen, sagte Segerer.

Bei fünf Netzwerk-Treffen – Start ist im November – werden laut der Klimaschutzmanagerin verschiedene Themen behandelt und haben die teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit, sich auszutauschen. Um Energie-Einsparpotenziale soll es genauso gehen wie etwa um Förderdarlehen und um Möglichkeiten, nicht vermeidbare CO2-Emissionen zu kompensieren. Die Betriebe des Netzwerks erhalten zudem individuelle Beratung: Angeboten werden Erst-Energieberatungen durch die „Energiewende Oberland“, Treibhausgas-Bilanz-Beratungen durch die Unternehmensberatung „Zukunftswerk“ aus Peißenberg und Fördermittelberatungen durch die „Sparkasse Oberland“.

Lob im Klimaausschuss: „Da schlagen wir den richtigen Weg ein“

„Da schlagen wir den richtigen Weg ein“, lobte Claus Reindl (BfW) das neue Projekt. Tillman Wahlefeld (ebenfalls BfW), der selbst Gewerbetreibender ist, unterstrich die Notwendigkeit eines Informationsangebots für kleinere Betriebe aus dem Handel und dem Handwerk. Diesen mangle es nämlich oft an den personellen Ressourcen, um sich ausführlich dem betrieblichen Umweltschutz zu widmen.

Saika Gebauer-Merx (FDP) hält es für wichtig, zertifizierte Energieberater in das Netzwerk einzuladen, um zwischen diesen und den beteiligten Betrieben Kontakte herzustellen. Das seien die Kontakte, „die die Unternehmen wirklich brauchen“, so die Stadträtin mit Nachdruck.

Auch die Industrie kann mitmachen

Das „Klimanetzwerk“ bringe einige Herausforderungen mit sich, sagte Manuel Neulinger (Grüne). Er rief dazu auf, nicht zu viele städtische Ressourcen durch das Projekt zu binden. Denn aus seiner Sicht besteht aufgrund des großen Informationsbedarfs kleinerer Unternehmen die Gefahr eines hohen Arbeitsaufwandes für Segerer. Neulingers Parteikollege Alfred Honisch fragte nach, ob sich auch Industriebetriebe dem Netzwerk anschließen können. Segerer bejahte das. Der Anteil der Industrie am CO2-Ausstoß in der Stadt ist mit zwei Prozent (rund 3500 Tonnen) allerdings deutlich geringer als der des Sektors „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ (etwa 75 300 Tonnen).

Katharina Segerer, Klimaschutzmanagerin der Stadt Weilheim.
Katharina Segerer, Klimaschutzmanagerin der Stadt Weilheim. © Archiv

Für Unternehmen kann das Netzwerk laut Segerer eine ganze Reihe von Vorteilen bringen: Möglich seien neben einer Steigerung der Energieeffizienz und einer Senkung der Energiekosten etwa auch die Unabhängigkeit von steigenden Brennstoffpreisen durch den Umstieg auf erneuerbare Energien und eine positive Auswirkung auf das Firmenimage. Für ihre Teilnahme am „Klimanetzwerk“ sollen die Betriebe bei einer öffentlichen Veranstaltung ausgezeichnet werden. Damit sie geehrt werden, müssen sie aber bei mindestens vier Netzwerk-Veranstaltungen dabei gewesen sein.

Auskunft über das „Klimanetzwerk“ gibt es bei Katharina Segerer, Telefon 0881/682-4400. Die Teilnahme an den Netzwerk-Treffen ist kostenfrei, die individuellen Beratungen müssen von den Betrieben selbst bezahlt werden, doch liegen die Kosten dafür laut Segerer „im überschaubaren Bereich“.

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