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Ganz nah am Original: Pianist Ralf Schurbohm (l.) mit Felix Steinhardt, Ulrich Bildstein, Götz van Ooyen, Felix Powroslo und Dirk Mestmacher im Weilheimer Stadttheater. 

„Die Comedian Harmonists in Concert“

So schön und so traurig

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Weilheim - Das Theater Regensburg bot im zweimal ausverkauften Stadttheater „Die Comedian Harmonists in Concert“. Es war so schön - und so traurig.

Bei den ersten Takten überlegte man gebannt, ob da nicht doch das Original von der Konserve aus den Lautsprechern tönt. Aber es war wirklich live, 81 Jahre nach dem jähen, von den Nationalsozialisten betriebenen Ende einer musikalischen Erfolgsstory: Das Ensemble, das sich am Theater Regensburg für die Erinnerungs-Revue „Die Comedian Harmonists in Concert“ fand, hat sagenhaft daran gefeilt, den Klang der legendären Berliner Gesangsgruppe zu erreichen – und verzauberte die Zuhörer am Freitag und Samstag bei Gastspielen im ausverkauften Weilheimer Stadttheater.

Das „Concert“ im Titel ist ernstgemeint: Diese etwas andere Theaterproduktion besteht tatsächlich fast nur aus Liedern – wohlweislich, dass diese herrlichen Schlager über die Jahrzehnte nichts von ihrem Charme, ihrem Witz, ihrer berührenden Melancholie verloren haben. „Ein Freund, ein guter Freund“ ist der Auftakt, und natürlich hört man „Wochenend und Sonnenschein“, „Veronika, der Lenz ist da“ und den „Kleinen grünen Kaktus“, der immer noch sticht, sticht, sticht... Doch auch Unbekannteres zaubert den Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht oder lässt staunen. Allein fürs atemberaubende „Ene mene ming mang ping pang...“ in „Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen“ übten die sechs Sänger-Schauspieler wohl so lange wie sonst für drei Akte Shakespeare.

Zum Schreien komisch ist ihr Baströckchen-Ballett zum „Onkel Bumba aus Kalumba“, hinreißend die Gestik bei „In der Bar zum Krokodil“, und manchmal dürfen einfach Klang und Worte wirken: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Ohne jede Show wird dazwischen erzählt: von den Anfängen nach einer Zeitungsannonce, vom unglaublichen Erfolg, der manchem der Sechs zu Kopf stieg, und vom traurigen Ende 1935, nachdem Nazideutschland die drei jüdischen Mitglieder in die Emigration getrieben hatte. An dieser Stelle ertönt „In einem kühlen Grunde“.

Das geht ganz nah, und überhaupt liegt viel Gefühl in diesem Abend. Langer Beifall dafür im Stadttheater, drei Zugaben forderte das Publikum am Freitagabend, und das Ensemble zeigte dabei auch eine ganz eigene Seite – mit einer urkomischen Version der „Fata Morgana“ von der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“.

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