Die Kirche St. Georg auf dem markanten Auerberg ziert die neue „Pfaffenwinkel Gästekarte“.  Tourismusverband

Tourismusverband Pfaffenwinkel

Corona bremst Gästekarte aus

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Der Tourismusverband Pfaffenwinkel will eine neuen Gästekarte starten, obwohl nur zwei Gemeinden mitmachen. Urlauber dürfen mit dem ÖPNV-Zuckerl kostenlos Bus fahren. Allerdings bremste Corona die Geschäftspartner aus.

LandkreisDas Projekt schwirrt seit dem vergangenen Jahr durch die politischen Gremien der Landkreis-Kommunen: Der Tourismusverband Pfaffenwinkel möchte eine elektronische Gästekarte einführen – mit der Urlauber kostenlos ÖPNV-Angebote nutzen können. Das Konzept steht mittlerweile, wie Geschäftsführerin Susanne Lengger auf Nachfrage berichtet.

Genutzt wird für die „Pfaffenwinkel Gästekarte“ die Technik der „Königscard“. Das Vergünstigungspaket der in Lengenwang/Allgäu sitzenden Königscard Gästekarten GmbH gilt seit 2017 im Landkreis. Die Nutzung sei aber nicht auf diese Bonuskarte beschränkt, betont Lengger. „Alle Gäste, die Kurbeitrag zahlen, können es nutzen.“ Derzeit sind für die kostenlosen Fahrten die Busse des oberbayerischen RVO sowie RVA und RBA im Allgäu mit im Boot. Die Verträge mit den Verkehrsträgern sind aber noch nicht unterzeichnet – wegen der Corona-Situation hatten diese andere Sorgen. Ebenfalls angedacht ist eine Ausweitung des Angebots auf die Bahn. Konkret ist jedoch nichts: Die Gespräche „liegen auf Eis“, sagt Lengger. „Das ist aber immer noch das Ziel in einem zweiten Schritt.“ Zudem fehlt noch die Genehmigung der Regierung von Oberbayern, ohne die keine Verträge in trockene Tücher gepackt werden können.

Urlauber fahren kostenlos Bus

Aus diesem Grund steht der Start der „Pfaffenwinkel Gästekarte“ in den Sternen. Eigentlich war der Frühsommer angedacht gewesen, der Termin fiel jedoch der Pandemie zum Opfer. Lengger zufolge ist der ÖPNV-Service noch für den Sommer geplant – was aber angesichts der momentanen Situation unklar sei.

Die Busfahrt wird über die Gästekarte registriert und von der Gemeinde gezahlt – gegenfinanziert über den Kurbeitrag, den vom Gastgeber gemeldete Urlauber zu zahlen haben. Falls die Abgabe erhoben wird. Das ist ein Hemmschuh für manche Kommune: Angesichts der Finanzierung hält sich das Interesse bei den Verbandsmitgliedern in Grenzen. Auch, weil manche Lokalpolitiker keinen Bedarf sehen.

Tür für andere Gemeinden steht offen

Drei Gemeinden sollten Vorreiter sein: Bernried, Steingaden und Rottenbuch. Während die ersten beiden ihr offizielles O.k. gegeben haben, sprangen die Rottenbucher ab. In der Februar-Sitzung lehnte der Gemeinderat die Einführung der Gästekarte zum jetzigen Zeitpunkt einstimmig ab. Obwohl die Räte das Vorhaben 2019 grundsätzlich begrüßt hatten. „Der aktuelle Aufwand erscheint uns vom Nutzen her zu hoch“, begründet Bürgermeister Markus Bader die Entscheidung. Vor allem der örtliche Campingplatz, größter Tourismusbetrieb mit den meisten Kurgästen im Dorf, hatte Bedenken wegen der zusätzlichen Verwaltungsarbeit. Auch ist der Aufwand für kleinere Ferienwohnungen ohne Internetzugang zu groß, hieß es. Allerdings ist es keine endgültige Absage, betont der Rathauschef. Wenn sich die örtliche Situation ändere, wird der ÖPNV-Service laut Bader nochmal ein Thema in Rottenbuch.

Eine Aussage, die Tourismuschefin Lengger gern hören wird. Dennoch ist sie enttäuscht. „Ich finde es schon ein bisserl traurig, dass sie Nein gesagt haben“, kommentiert sie die Rottenbucher Weigerung. Das Klosterdorf hätte perfekt in die Lücke zwischen Allgäu und Ammertal gepasst. Lengger ist dennoch optimistisch, dass die Gästekarte bei ihren Mitgliedern auf Zustimmung stoßen wird. Aus diesem Grund streckt der Tourismusverband die Hand aus: „Die Tür ist weit offen. Auch für andere Gemeinden.“

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