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Seit gestern Nachmittag sind Schnelltests beim BRK kostenlos möglich.

Schnelltests und Erweiterung der Impfzentren

Corona-Chaos: Stochern im Nebel

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Seit gestern Nachmittag bietet das BRK kostenlose Schnelltests für alle Bewohner des Landkreises an. Das hat das Landratsamt jetzt selbst entschieden, weil aus München keine Informationen kamen. Noch unklarer ist die Lage bei der geplanten Erweiterung des Impfzentrums.

Landkreis – Die Besucher, die für gestern Nachmittag einen Termin für einen Schnelltest beim BRK gebucht hatten, ahnten noch nicht, dass sie die Geldbörse stecken lassen können. Statt wie bislang für 25 Euro gab es den Test zum Nulltarif. Grund ist eine Eilentscheidung, die Landrätin Andrea Jochner-Weiß getroffen hat. „Offiziell war angekündigt worden, dass ab Montag jeder Bürger einmal pro Woche Anspruch auf einen Gratis-Schnelltest hat“, sagte sie. Aber dann schwieg sich das Gesundheitsministerium tagelang aus, wie das organisatorisch ablaufen solle.

„Das können wir keinem mehr erklären“, so Jochner-Weiß. „Deswegen haben wir eine Ausschreibung mit drei Bewerbern gestartet und am Ende das BRK beauftragt, die Schnelltests anzubieten.“ BRK-Kreisgeschäftsführer Hans Eberl hatte bereits Anfang der Woche im Gespräch mit der Heimatzeitung ein fertiges Konzept präsentiert. Dieses soll nun genau wie vorgestellt umgesetzt werden. Ab sofort werden 20 Schnelltest-Termine pro Woche angeboten. In Weilheim (BRK-Haus), Schongau (BRK-Haus), Penzberg (BRK-Haus), Peißenberg (BRK-Kleidermarkt), Peiting (Schlossberghalle) und Seeshaupt (Feuerwehrhaus) werden Schnelltests angeboten. Dabei wird zwar täglich in einer Region – Mitte (Weilheim oder Peißenberg), Ost (Penzberg oder Seeshaupt) und West (Schongau oder Peiting) ein Termin angeboten, die jeweiligen Orte in der Region wechseln sich aber ab. Also an einem Tag Weilheim, am nächsten Tag Peißenberg, dann wieder Weilheim.

Wann welche Termine an welchem Ort angeboten werden, veröffentlicht das BRK auf seiner Internetseite www.kvweilheim-schongau. brk.de. Dort – und nur dort – kann man sich auch einen Termin für den Schnelltest vereinbaren, um einen Besucheransturm zu vermeiden. Einfach vorbeischauen geht nicht, anrufen auch nicht. Die Besucher, so das BRK, müssen beim Test eine FFP2-Maske tragen, den Ausweis mitbringen und erhalten eine Testbescheinigung.

Das Angebot des BRK ist vorerst bis zum 21. März befristet. Denn der Landkreis wusste laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß bis gestern Nachmittag nicht, ob die Kosten für die Testungen vom Freistaat übernommen werden. „Sicher ist nur, dass das THW uns rund 75 000 Schnelltests angeliefert hat“, sagte sie. Man müsse sich also keine Sorgen machen, dass beim Test das Testkit fehlt. Alles andere sei unklar.

Noch dramatischer ist die Lage indes bei der Planung der Außenstellen des Impfzentrums in Peißenberg. Diese sind, wie berichtet, bereits weit fortgeschritten. „Wir haben nur noch auf grünes Licht aus München gewartet, um loslegen zu können und Anfang April bereit zu sein, wenn täglich ein Vielfaches der heutigen Menge an Impfstoffen geliefert wird“, so die hörbar erzürnte Landrätin.

Dann allerdings sei am Dienstagabend eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums eingegangen, die besagt, dass alle Bemühungen, die Kapazitäten in den Impfzentren massiv zu erweitern, auf Eis gelegt werden sollen. Dabei hatte das Ministerium vor einigen Wochen die Landkreise aufgefordert, genau das zu tun.

Nun sollen stattdessen die Hausärzte intensiv in die Impfungen einbezogen werden. Das sorgt aber für neue Probleme: „Das funktioniert nur, wenn entweder die Prioritätenliste außer Kraft gesetzt und die Dokumentationspflicht abgeschafft wird“, so die Landrätin. Oder aber man müsse einen Mitarbeiter zu jedem Hausarzt schicken, der die Dokumentation übernimmt. Angesichts des Umstands, dass es allein im Landkreis Weilheim-Schongau rund 100 Hausarztpraxen gibt, sei dann der Personalaufwand aber kaum zu schultern – und deutlich höher als bei der Erweiterung der Impfzentren. Selbst wenn die Hausärzte, wie jetzt vom Ministerium vorgebracht, eingebunden werden, müsste dennoch das Impfzentrum in Peißenberg erweitert werden, so Jochner-Weiß. Denn die Hälfte der täglichen Impfungen soll dort stattfinden. Dafür reichen die Kapazitäten aber nicht aus.

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