Fahrlehrerin Sabine David.
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Fahrlehrerin Sabine David.

Interview

Neuer Kombi-Führerschein ab 1. April: „Eine Erleichterung für die Fahrschüler“

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die Fahrschulen haben derzeit gut zu tun. Durch den Lockdown sind zahlreiche Stunden und Prüfungen ausgefallen. Junge Menschen wollen aber endlich ins eigene Fahrzeug steigen. Der Andrang ist groß. Das Interesse an einem neuen Angebot ebenso.

Landkreis - Ab 1. April gibt es die Möglichkeit, einen Kombi-Führerschein zu machen. Die Prüfung wird dabei zwar mit einem Automatik-Auto abgelegt, doch wer besteht, darf auch Schaltgetriebe fahren – wie bei der normalen Ausbildung der Klasse „B“. Die Fahrschule David, die in Weilheim und Penzberg ansässig ist, hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben. Im Interview spricht Fahrlehrerin Sabine David über die Besonderheit des Führerscheins – und warum er eine Erleichterung für Schüler und Fahrschulen sein kann.

Frau David, was macht den neuen Führerschein aus?

Mit diesem ist nun eine Kombi-Ausbildung möglich, bei der zehn Stunden in einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe vorgeschrieben sind. Anschließend gibt es eine 15-minütige Überprüfungsfahrt mit dem eigenen Fahrlehrer. Der Rest der Stunden und die Führerscheinprüfung können dann mit einem Automatik-Fahrzeug abgelegt werden.

Das ging vorher nicht?

Da konnten die Fahrschüler auch auf einem Automatik-Fahrzeug lernen, durften dann aber nach der Prüfung eben kein Auto mit Schaltgetriebe nutzen. Dafür hätten sie eine weitere Führerscheinprüfung ablegen müssen. Die fällt nun weg. Und die zehn Stunden sowie die Prüfungsfahrt mit Fahrlehrer sind auch nachträglich möglich.

Mit dem normalen Führerschein der Klasse B darf man aber jedes Auto fahren?

Ja, die Prüfung muss dafür aber in einem Auto mit Schaltgetriebe stattfinden.

Was halten Sie von der neuen Regelung?

Ich finde die ganz toll. Sie ist eine Erleichterung für die Fahrschüler. Sie lernen es, mit Schaltgetriebe zu fahren. Vor allem in den ersten Fahrstunden und bei der praktischen Prüfung tun sie sich aber mit Automatik leichter. Wenn man aufgeregt ist, ist es gar nicht so leicht, den Kupplungsfuß so lange unter Kontrolle zu halten. Zumal die Prüfungszeit Anfang Januar ja auch noch von 45 auf 55 Minuten erhöht wurde.

Halten Sie es für sinnvoll, dass der Großteil der Stunden dann in einem Automatik-Auto stattfindet?

Ja. Durch die Wandlung der Fahrzeuge stirbt das Schaltgetriebe nach und nach aus. Bei Hybrid- und Elektroautos gibt es das gar nicht. Und immer mehr Hersteller verzichten bei neuen Modellen auf ein Schaltgetriebe.

Wie groß war denn bisher die Nachfrage nach dem reinen Automatik-Führerschein?

In den vergangenen zwei Jahren haben immer mehr Schüler eine reine Automatik-Ausbildung gemacht. Und die neue Kombi-Ausbildung wollen nun alle machen.

Wie wirkt sich die Neuregelung denn für Ihre Fahrschule aus?

Wir hoffen, dass die Schüler weniger Stunden brauchen und schneller und günstiger zum Führerschein kommen. Das wäre auch hilfreich, weil durch den Lockdown ein großer Stau entstanden ist. Wir mussten zudem neue Fahrzeuge anschaffen, damit jedem der vier Fahrlehrer zwei Autos, eins mit Schalt- und eins mit Automatik-Getriebe, zur Verfügung stehen. Sonst müssten wir ständig schauen, ob das passende Fahrzeug gerade frei ist.

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