Man sieht sich immer zweimal: Bundeswehrsoldaten im November am Gesundheitsamt, beobachtet unter anderem von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (2.v.l.). Jetzt kommen die Soldaten erneut zur Nachverfolgung von Corona-Kontaktpersonen.
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Man sieht sich immer zweimal: Bundeswehrsoldaten im November am Gesundheitsamt, beobachtet unter anderem von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (2.v.l.). Jetzt kommen die Soldaten erneut zur Nachverfolgung von Corona-Kontaktpersonen.

Corona-Pandemie in Weilheim-Schongau

Infektionszahlen steigen: Gesundheitsamt alarmiert - Sorge über „diffuse Ansteckungen“

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Die stark steigende Zahl von Corona-Fällen im Landkreis alarmiert das Gesundheitsamt: Leiter Dr. Stefan Günther hofft, dass die Bürger sich noch einige Zeit an die Regeln halten.

Landkreis – 42, 45, 57 und gestern 27 – das sind die Zahlen der Corona-Neuinfektionen, die in dieser Woche vom Gesundheitsamt Weilheim-Schongau mitgeteilt worden sind. „Mehr als 50 Neuinfizierte an einem Tag hatten wir in der seit einem Jahr andauernden Pandemie nicht so oft“, sagt Günther. Dass es nach den Osterfeiertagen – wo laut Günther das örtliche Gesundheitsamt stets besetzt war, wie er betont – einigen Nachholbedarf gibt, war klar, weil vermutlich weniger Bürger sich über die Feiertage haben testen lassen.

Corona-Inzidenz in Weilheim-Schongau: „Jetzige Zahlen haben nichts mehr mit Nachholeffekt zu tun“

„Aber die jetzigen Zahlen haben nichts mehr mit einem Nachholeffekt zu tun“, stellt Günther klar. Vergleiche mit dem März, also vor den Osterferien, hätten ergeben, dass sich an der Weilheimer Teststation am Volksfestplatz in etwa die selbe Zahl an Bürgern hat testen lassen – nur jetzt mit erheblich mehr positiven Ergebnissen.

Das „diffuse Ansteckungsgeschehen“, wie Günther es bezeichnet, breitet sich einfach aus. So habe es in einem Schlachthof in Buchloe einen größeren Ausbruch gegeben, der sich weithin ausgebreitet hat – in der Folge steigen die Inzidenzwerte im Landkreis Ostallgäu auf über 300, „da gab es einige Folgefälle auch bei uns“, ist sich Günther sicher.

Doch die seien auch schon vorbei, und das macht ihm Sorge, weil der Anstieg ungebremst weitergeht: „Ich rechne damit, dass wir Anfang nächster Woche beim Inzidenzwert in Richtung 200 oder sogar drüber gehen werden“, sagte er. Das würde bedeuten, dass die vielerorts eingerichteten Teststationen zumindest für den Einkauf in den Geschäften wieder hinfällig wären, weil ab 200 alle Läden wieder schließen und nur Click & Collect anbieten dürfen.

Corona: Gesundheitsamt stellt fest - viele Jüngere stecken sich an

Auch am Gesundheitsamt hat man festgestellt, dass sich im Vergleich zur zweiten Welle viele Jüngere anstecken, die die Restriktionen offenbar satt haben und sich an keine Vorschriften mehr halten. „Ich kann nur appellieren, dass man sich weiter an die Regeln hält. Denn die zunehmende Zahl der Impfungen wird das Geschehen bald spürbar verändern“, so Günther – man müsse noch etwas durchhalten.

Doch solange die Zahl der neu Infizierten so hoch ist, kommt auf die Mitarbeiter des Gesundheitsamts bei der Kontaktverfolgung wieder vermehrt Arbeit zu. Deshalb hat Günther vergangene Woche Verstärkung bekommen: Zehn Soldaten des Informationstechnik-Bataillons Murnau sind wieder ans Gesundheitsamt abgeordnet worden, um die Mitarbeiter zu unterstützen.

„Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat angefragt, das lief völlig unkompliziert“, freut sich Günther. Weil es Soldaten sind, die bereits von Mitte September bis zum Februar ausgeholfen haben, mussten sie nicht einmal eingelernt werden, sondern konnten gleich loslegen. „Nächste Woche kommen noch zehn weitere Soldaten, ebenfalls altbekannte Kräfte“, sagt Günther. Dann ist wieder die selbe Personalstärke erreicht wie rund um den Jahreswechsel – als man mitten in der zweiten Welle noch nichts von einer dritten geahnt hat.

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