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Er fehlt in Peiting: Der 2015 aufgestellte Baum wurde schon 2019 entfernt. Ersatz kommt erst 2021.

Corona verhindert beliebten Brauch

Die neuen Maibäume im Landkreis bleiben liegen

  • Jörg von Rohland
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Keine neuen Maibäume wird es heuer in der Region geben. Immerhin: Einige Dörfer, die mit dem Aufstellen an der Reihe gewesen wären, dürfen ihre alten Zunftstangerl noch behalten. Andere müssen komplett ohne auskommen, die Idee vom „Augustbaum“ geistert durch einen Ort. Wir haben bei einigen Vereinen im Landkreis und im Lechrain nachgefragt.

Landkreis– Es ist ein trauriges Bild, das sich den Peitingern zurzeit vor dem Gasthaus Keppeler bietet. Schon seit Monaten fehlt der Maibaum davor, ein neues ortsbildprägendes weiß-blaues Stangerl samt Zunfttafeln ist vorerst nicht in Sicht. „Wir haben den Baum schon im November abgebaut, er hatte zu tiefe Risse“, berichtet Erich Bader, Vorsitzender des Trachtenvereins Alpenrose, der den Maibaum 2015 aufgestellt hatte. Der Gutachter hatte 2019 den Daumen gesenkt, der Baum musste weg.

Am 1. Mai hätte heuer in Peiting der neue Maibaum folgen sollen. Schon seit Monaten liegt er unter seinem Dach in einem Peitinger Garten. Dort wollten ihn die Trachtler herrichten, bevor Corona alle Pläne zunichte machte. „Wir werden ihn jetzt einlagern und nächstes Jahr aufstellen, blickt Bader voraus. Wer noch ein Stück vom alten haben möchte, kann es gegen eine Spende für den Verein beim zweiten Vorsitzenden Josef Bauer abholen.

Burschen in Unterhausen wissen noch nicht, wie es weitergeht

Noch nicht soweit mit ihrer Planung sind die Burschen in Unterhausen. Sie wissen im Moment noch gar nicht, wie es mit ihrem Maibaum weitergeht. Der neue liegt umgesägt im Wald, der alte steht noch an Ort und Stelle im Dorf. Die Feuerwehr, die ihn abtragen müsste, darf das zurzeit nicht, berichtet der örtliche zweite Kommandant Wolfgang Strauß, der auch Mitglied im Burschenverein ist.

Die Feuerwehren dürfen laut Strauß derzeit nur „zeitkritische Einsätze“ fahren. Wann sich daran etwas ändert, ist wie so vieles in diesen Tagen völlig offen. Eine Idee haben die Burschen in Unterhausen aber bereits: „Vielleicht gibt es ja einen Augustbaum“, meint Strauß.

Oderdinger haben neuen Baum zum Glück noch nicht gefällt

In Oderding wäre in dieser Woche ebenfalls eine Maifeier samt Maibaum-Aufstellen geplant gewesen. Den Baum hatte sich die Dorfgemeinschaft im Wald schon ganz genau ausgeguckt, aber zum Glück noch nicht gefällt. „Er bekommt jetzt eine Galgenfrist“, erklärt der Oderdinger Martin Pape, der kommende Woche im Pollinger Rathaus die Nachfolge von Bürgermeisterin Felicitas Betz antritt.

Pape ist guter Dinge, dass der alte Baum in Oderding noch ein Jahr stehen bleiben kann. „Er hat keinen Pilzbefall und auch keinen Schimmel.“ Das Geld für die notwendige und nicht gerade günstige Prüfung des Baums durch einen Sachverständigen wird sich die Dorfgemeinsaft laut Pape teilen.

Auch der 2016 in Bernbeuren aufgestellte Maibaum hat schon vier Jahre auf dem Buckel, ein Ersatz für ihn war aber schon vor der Corona-Krise erst für 2021 geplant. Nach Angaben der Vorstandschaft der „D’Auerbergler“ kommt im Herbst der Gutachter.

Die Einnahmen von der Maifeier fehlen in Ludenhausen

In Ludenhausen haben derweil die Verantwortlichen das Maibaumaufstellen schweren Herzens abgeblasen. In dem zu Reichling gehörenden Dorf wird nach alter Tradition jedes Jahr ein naturbelassener mächtiger Baum in die Senkrechte gehievt. Auch vergangenes Jahr war er wieder gut 40 Meter lang. „Wir schneiden ihn immer erst drei Tage vor dem 1. Mai“, erläutert der Jugendclub-Vorsitzende Magnus Stork. Das konnten sich die Jugendlichen und Erwachsenen diesmal getrost sparen. „Wir dürfen ja nicht mal in Gruppen zusammen arbeiten“, sagt Stork auch mit Blick auf das Kränzebinden, das coronabedingt ebenfalls nicht möglich ist.

Neben dem Gemeinschaftsgefühl wird der Jugendclub jetzt die Einnahmen vermissen, die er jedes Jahr bei der Maifeier am Gasthof Happerger macht. Man habe zwar auch Ausgaben, die man sich heuer spare, sagt Stork. Ein bisschen was bleibe aber hängen. „Und das kommt unserer Jugendarbeit zugute.“ Immerhin: Einen Baum wird der Jugendclub heuer wohl sicher noch aufstellen: den Christbaum vorm Happerger. Ihm muss der Maibaum im Normalfall immer Ende November weichen – ebenfalls nach alter Tradition.

Auch interessant:

Im Schongauer Land wurden 2019 zahlreiche Maibäume aufgestellt. Hier gibt es die besten Bilder aus Böbing, Altenstadt, Urspring, Reichling, Ludenhausen, Gimmenhausen und Bernbeuren.

Freude über den ersten Schultag: Abschlussklassen sind zurück im Unterricht.

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