Peta macht wegen Corona gegen den Kleintiermarkt in Weilheim mobil.
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Peta macht wegen Corona gegen den Kleintiermarkt in Weilheim mobil.

„Corona-Krise nur ein erster Vorgeschmack“:

Ort in Oberbayern als zweites Wuhan? Peta-Tierschützer wollen Kleintiermarkt verbieten - wegen Pandemie-Gefahr

Die Tierrechtsorganisation PETA macht mobil gegen den Weilheimer Kleintierzuchtmarkt: Die Veranstaltung soll komplett geschlossen werden - wegen der Gefahr einer neuen Pandemie.

Weilheim – Er ist ein fester Bestandteil im Weilheimer Veranstaltungskalender und einzigartig im südbayerischen Raum: Der monatliche Kleintierzuchtmarkt lockt hunderte von Besuchern und Käufern in die kleine Hochlandhalle. Veranstaltet wird er vom Verein der Rassegeflügel, Vogel und Kaninchenzüchter Weilheim und Umgebung (VDRVK). 

Peta fordert: Kleintierzuchtmarkt soll wegen Gefahr neuer Pandemie nicht mehr öffnen 

Wegen der Corona-Pandemie hat das Gesundheitsamt den Markt bis auf Weiteres geschlossen. Im Zuge dessen fordert die Tierschutzorganisation PETA einen drastischen Schritt: Sie verlangt von Bürgermeister Markus Loth (BfW) in einem Schreiben, das Markttreiben „zum Schutz von Mensch und Tier“ dauerhaft zu schließen. 

Peta: Krankheitserreger verbreiten sich auf Tiermärkten schnell

Die Organisation führt vor allem gesundheitliche Aspekte ins Feld. „Auf Tiermärkten können sich potenzielle Krankheitserreger schnell verbreiten“, heißt es zur Begründung aus dem Stuttgarter PETA-Sitz. Die Organisation verweist auf den Coronavirus-Ursprung im chinesischen Wuhan. „Die Corona-Krise könnte nur ein erster Vorgeschmack auf das sein, was durch die Ausbeutung von Tieren immer öfter passieren könnte.“ 

Weilheimer Bürgermeister lehnt Peta-Vorstoß zu Kleintierzuchtmarkt ab

Im Weilheimer Rathaus stößt die Forderung auf Ablehnung. „Ich finde das sehr überzogen“, lehnt der Bürgermeister eine komplette Schließung ab. „Der Markt sollte unbedingt weitergehen. Er gehört seit Jahrzehnten zu Weilheim und hier trifft sich ein großer Interessentenkreis.“ Eine Gefährdung sieht er nicht: „Es gibt ja Auflagen.“ 

Beim VDRVK hat man kein Verständnis für die drastische Forderung. In der jetzigen Situation findet eh kein Markt statt, verweist 2. Vorsitzender Rudolf Sporer auf die geltenden Beschränkungen. „Und unter normalen Umständen ist das ein ähnliches Risiko wie bei allen Veranstaltungen – zum Beispiel Fußball, Konzerte und Wochenmärkte.“ 

Veterinäramt bei Kleintierzuchtmarkt in Weilheim stark eingebunden

Zudem gelte eine Marktordnung, die mit dem Veterinäramt abgestimmt ist. Diese reicht vom Verkaufsverbot von Tieren aus Transportbehältern über die Beschriftung und Größe der Käfige bis hin dazu, dass für die Tiere „jederzeit Zugang“ zu Wasser und Futter gewährleistet sein muss. 

Die Veranstalter sind selber in der Pflicht: „Bei jedem Markt müssen vom Verein Personen mit Sachkundenachweis für Vögel, Geflügel und Kaninchen zwingend anwesend sein“, so Sporer. 

Kleintierzuchtmarkt in Weilheim: Besucher kommen aus vielen Regionen

Das Einzugsgebiet des Kleintiermarkts erstreckt sich nach Angaben des VDRVK südlich von München bis Garmisch-Partenkirchen. Der Markt werde durchschnittlich von 400 Personen besucht – Käufer und Verkäufer sowie Besucher mit Kindern. 

„Die Marktbedeutung ist erheblich“, betont der zweite Vorstand. „Wir merken das jetzt besonders während der Corona-Phase.“ Beim Verein gehen viele Anrufe von Kleintierfreunden ein. Denn die privaten Tierhalter würden in Weilheim ihren Bedarf decken, ohne Markt sei aber die Lieferkette abgebrochen.

Klare Aussage vom Landratsamt: „Die Kritik von PETA wird seitens des Veterinäramtes nicht geteilt“

Das teilt Pressesprecher Hans Rehbehn auf Anfrage mit. Auf dem Weilheimer Kleintiermarkt würden keine Wildtiere mit unbekanntem Keimstatus angeboten, sondern ausschließlich gezüchtete Vögel und Kleintiere ohne Exoten. Laut Marktordnung und Erlaubnisbescheid des Veterinäramtes dürften nur klinisch gesunde Tiere verkauft werden. „Dies wird von Marktbetreibern selbstständig und durch die Behörde bei Vor-Ort Kontrollen überprüft“, heißt es von der Kreisbehörde. 

Werde tatsächlich ein Tier augenscheinlich krank, halte der Marktbetreiber zudem einen Krankenbereich vor. Das Landratsamt verweist auf die besondere Organisationsstruktur der Veranstaltung. Der Kleintiermarkt werde gemäß den Auflagen des Tierschutzgesetzes von dem Verein betrieben, habe eine eigene Marktordnung und verantwortliche Personen im Geflügel und Kleintierbereich. 

Veterinäramt stellt klar: keine Wildtiere auf Weilheimer Kleintierzuchtmarkt

„Es handelt sich um eine genehmigungspflichtige und somit auch regelmäßig behördlich überwachte Einrichtung“, so der Kreissprecher. „Eine dauerhafte Schließung ist vor dem aktuellen Hintergrund veterinärrechtlich nicht begründet“, heißt es weiter. Begründung: Beim Weilheimer Kleintiermarkt handele es sich um ausschließlich in Privathaltungen gezüchtete Tiere, die regional verkauft werden. 

Aus Sicht des Veterinäramts besteht deshalb „keine Vergleichsmöglichkeit“ mit chinesischen Märkten, auf denen Wildtiere, Echsen, Frösche, Mäuse und Insekten als Nahrungsmittel feilgeboten würden. 

mm

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