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Im Weilheimer Krankenhaus gelten strenge Hygienvorschriften.

Patient auf der Intensivstation

Coronavirus in Weilheim: Klinik darf neues Medikament zur Behandlung einsetzen - ohne Zulassung

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Der erste Coronavirus-Patient (80) im Landkreis liegt auf der Intensivstation im Weilheimer Krankenhaus. Bei Bedarf können die Ärzte ihm nun ein völlig neues Medikament verabreichen. 

  • Der erste Corona-Patient im Landkreis wird im Weilheimer Krankenhaus behandelt.
  • Der Zustand des Mannes hatte sich verschlechtert. 
  • Für seine Behandlung darf die Klinik nun ein eigentlich noch nicht zugelassenes Medikament einsetzen.

Weilheim - Weil sich sein Zustand verschlechtert hatte, war der 80-jährige Corona-Patient intensivmedizinisch versorgt worden. Er musste beatmet werden. Zeitgleich bestand der „hochgradige Verdacht auf Lungenversagen“, erklärte Ärztlicher Direktor Prof. Andreas Knez in einer Pressekonferenz. Der Mann war laut Krankenhaus seit zwei Jahren lungenfachärztlich betreut worden. Der 80-Jährige wurde mit dem HIV-Medikament „Kaletra“ behandelt, was ihn letztendlich stabilisierte. Er werde jetzt „wie bei jeder ähnlichen Akutsituation“ versorgt, so Intensivmediziner Dr. Jordan Bogdanov.

Coronavirus in Weilheim: Grünes Licht für „Remdesivir“ - Medikament noch nicht zugelassen

Zeitgleich machte die Klinik den Weg für den Einsatz des neuartigen MedikamentsRemdesivir“ frei. Der Tipp kam von der Uniklinik in Düsseldorf, mit der man in engem Kontakt steht. Das US-Präparat, ursprünglich zur Behandlung von Infektionen mit Ebola- und dem Marburg-Virus entwickelt wurde, ist in Deutschland noch nicht zugelassen. Laut Knez laufen derzeit zwei große Studien in den USA und China. Die Weilheimer haben „außer der Reihe“ von der Regierung von Oberbayern eine Einfuhrgenehmigung erhalten sowie gestern eine Sondererlaubnis aus den USA zur personenbezogenen Nutzung. Trifft das Medikament ein, sei dessen Einsatz bei dem mit dem Coronavirus infizierten 80-Jährigen eine Option.

Lesen Sie auch: Das Coronavirus hat Europa fest im Griff. Auch in Deutschland wächst die Angst vor einer Infektion. Auch in Schwimmbädern? Die Therme Erding reagiert gelassen.

Coronavirus-Patient im Weilheimer Krankenhaus: Infektionskette noch immer unklar

Derweil ist immer noch unklar, wo sich der Patient infiziert hat. Man habe familiäre Kontakte nach Südtirol ermittelt, die alle negativ waren, so Gesundheitsamtsleiter Dr. Stefan Günther. „Wir vermuten weiter Südtirol als Ursprung.“ Auch beim zweiten Corona-Fall im Landkreis, einer Verwaltungsmitarbeiterin der Krankenhaus GmbH, ist die Ansteckungsquelle noch offen. Die Frau hatte laut Knez keinen Kontakt zum ersten Patienten. Die Mitarbeiterin befindet sich in häuslicher Quarantäne, ebenso die auch infizierte Ehefrau des 80-Jährigen.

Lesen Sie auch:  Coronavirus in Bayern: Freistaat trifft drastische Entscheidung - Söder mit ernsten Worten.

Ebenfalls interessant: Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Auch Ehefrau des ersten Erkrankten positiv getestet.

Auch zum Thema: Coronavirus: So reagieren die Blaulicht-Organisationen im Landkreis.

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