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In der Tiefstollenhalle in Peißenberg war der Star-Gastronom Alfons Schuhbeck (links) zu Gast, der sich mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt unterhielt. 

„CSU-Frühjahrsgespräch“

Als Schmankerl gab’s „Mautburger“

Beim „CSU-Frühjahrsgespräch“ in der Peißenberger Tiefstollenhalle mit Starkoch Alfons Schuhbeck ging es fast ausschließlich ums Essen. Minister Alexander Dobrindt mischte mit einem „Mautburger“ eine Prise Politik darunter.

Peißenberg – Nein, er trug einen schlichten Trachtenjanker und nicht wie im Fernsehen seine berühmte weiße Kochjacke. Doch dort, wo Alfons Schuhbeck auftritt, da geht es unweigerlich ums Essen, um Kochphilosophien, um Gewürze und – echte Schuhbeck-Fans werden es wissen – natürlich um Ingwer. Das war beim CSU-Frühjahrsgespräch in der Tiefstollenhalle nicht anders. Zunächst aber streifte sich Gastgeber Alexander Dobrindt selbst die Kochschürze um. Zusammen mit Eibenwald-Wirt Michael Daisenberger kredenzte der CSU-Kreisverbandschef „Wildburger“. Schuhbeck sollte den Tester spielen, allerdings hatte der Sternekoch erst einmal eine Frage an Dobrindt: „Bist Du etwa Jäger?“ „Nein“, antwortete der Bundesverkehrsminister: „Ich habe nur viele Autobahnen.“

Das Frühjahrsgespräch mit seinen rund 150 Besuchern war keine Talkrunde mit wirklich ernsten Themen, sondern eine lockere Plauderei. Schuhbeck erzählte über seine beruflichen Anfänge als Fernmeldetechniker („Technisch bin ich eine Flasche“), über seine Lehrjahre als Koch („Ich habe 35-mal beim Witzigmann angefragt, bis er mich endlich genommen hat“) und über seine Leidenschaft, „Dienstleister“ zu sein: „Mir macht es Spaß, anderen eine Freude zu machen. Ich wüsste zum Beispiel gar nicht, was ich sonst an Silvester machen sollte“, sagte er.

Freilich steht der Star-Gastronom, der schon für die Bush-Familie im Weißen Haus, für Charlie Chaplin, für Sophia Loren und Prinz Charles gekocht hat, nicht mehr selbst am Herd. Bei der Gestaltung der Speisekarten ist er aber jeden Tag dabei. Schuhbeck hat sich am „Platzl“ in München ein kleines Gastronomie-Imperium geschaffen. Er betreibt die Dinnershow „Teatro“, schreibt Kochbücher, ist Werbefigur und in TV-Kochsendungen präsent. Wie der 67-Jährige das alles schafft? „Wenn man fleißig ist“, so Schuhbeck bei seinem Auftritt in Peißenberg, „dann wird man auch etwas.“ Und man müsse den Körper unter Spannung halten. Schuhbeck fährt täglich nach Feierabend – das ist bei ihm kurz vor Mitternacht – noch ins Fitnessstudio: „Ohne Training könnte ich das Pensum nicht durchhalten.“ Schuhbeck redete beim Gespräch mit „Talkmaster“ Dobrindt munter drauf los – meist ohne Punkt und Komma. Natürlich gab es vom Sternekoch auch allerhand Weisheiten zu hören. „Der Schlüssel beim Kochen“ liegt laut Schuhbeck in der Zubereitung. Man dürfe die Lebensmittel „nicht kaputtkochen“: „In einer Küche, in der es gut riecht, ist kein Nährwert mehr im Essen.“ Die Qualität der Nahrung spiele bei der Gesundheit eine wichtige Rolle. „70 Prozent unseres Immunsystems liegen  im Darm“, erklärte Schuhbeck, der auf die medizinische Wirkung von Gewürzen und dabei vor allem auf den Ingwer schwört: „Ich habe noch nie was mit den Gelenken gehabt, obwohl ich 18 Stunden am Tag stehe“, erzählte er.

Und was erfuhr das Publikum sonst noch? Dass Schuhbeck am liebsten jeden Tag zwei Paar Wiener essen würde, dass er Weißwürste mit der Haut verspeist und dass Frauen durchaus ein bisschen was auf den Hüften haben dürfen: „Lieber ein Kilo mehr als ein dürrer Hering“, so Schuhbecks Credo. Nach anderthalb Stunden war die Plauderei dann zu Ende. Schuhbeck signierte noch Kochbücher und düste ab ins „Teatro“.

Der „Wildburger“, der von Dobrindt noch in „Mautburger“ umgetauft wurde, fand beim Sternekoch übrigens Anklang: „Ich bin überzeugt, dass der nicht so schlecht schmeckt. Den tue ich vielleicht auf die Karte“, kündigte er schmunzelnd an. Schuhbeck ist eben nicht nur Sternekoch, sondern auch Geschäftsmann.

Bernhard Jepsen

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