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Im Musical „Die fabelhafte Welt der Amélie“ steht er unter anderem als „Lucien“ auf der Bühne.

Daniel Wagner ist Musicaldarsteller

„Andere spielten Fußball, ich tanzte Ballett“

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Daniel Wagner, geboren und aufgewachsen in Weilheim, entdeckte bereits als Kind seine Leidenschaft für Gesang und Tanz. Heute ist der 25-Jährige als Musicaldarsteller erfolgreich. Aktuell steht er im Stück „Die fabelhafte Welt der Amélie“ auf der Bühne, das noch bis Ende Oktober im „WERK7 Theater“ in München zu sehen ist.

Bereits als Kind haben Sie angefangen zu tanzen. Wie kam es dazu?

Mit sieben Jahren habe ich einen Kurs in Stepptanz im Weilheimer Ballettstudio von Christine Reiner belegt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, das ich bald darauf mit klassischem Ballett und Jazztanz begonnen habe.

Sind sie dabei als Junge in Weilheim aufgefallen?

Natürlich! Während andere Jungs Fußball spielten, habe ich Ballett getanzt. Zum Glück hatte ich immer die volle Unterstützung von meinen Eltern. Für mich war das generell eine sehr wichtige Zeit. Gerade in der Kleinstadt habe ich gelernt, dass es in Ordnung ist, auch mal anzuecken.

Wann kam der Wunsch, Singen und Tanzen zum Beruf zu machen?

Mit etwa 16 Jahren habe ich gemerkt, dass das für mich mehr als nur ein Hobby ist. Zum Glück hatte ich mit Frau Reiner eine Lehrerin, die mich gefördert hat. Meine Begeisterung für Musicals war geweckt, nachdem ich eine Aufführung von „Tanz der Vampire“ in Stuttgart gesehen hatte.

Was fasziniert Sie so
an Musicals?

Die Verbindung von Schauspiel, Tanz und Gesang. Ich glaube, das Musical ist die zeitgemäßeste Form des Theaters. Es klingt vielleicht kitschig – aber unter Musicaldarstellern sagt man, dass man dort anfängt zu singen, wo die Sprache nicht mehr ausreicht.

Wann sind Sie aus Weilheim weggezogen?

Ich habe an der Fachoberschule in Weilheim Abitur gemacht und mich danach an der Theaterakademie August Everding in München für den Bachelor-Studiengang „Musical“ beworben. Dass ich genommen wurde, konnte ich erst gar nicht glauben: Von 500 Bewerbern haben nur acht einen Platz bekommen. Die erste Zeit bin ich noch von Weilheim aus gependelt, aber das ließ sich mit dem Arbeitspensum nicht vereinbaren. An der Akademie musste ich von Montag bis Samstag von 9 bis 21 Uhr präsent sein.

Kommen Sie denn noch oft zu Besuch nach Weilheim?

Mittlerweile habe ich mir in München eine Existenz aufgebaut. Aber meine Eltern besuche ich immer gerne. Weilheim ist für mich auch immer mit Entschleunigung verbunden.

Im Musical „Die fabelhafte Welt der Amélie“ spielen Sie als „Swing“ drei unterschiedliche Rollen. Was heißt das genau?

Als Swing springe ich zwischen Rollen. Mal spiele ich die männliche Hauptfigur zu Amélie, Nino Quincampoix, mal bin ich als eine der Besetzungen für zwei verschiedene Nebenrollen, Lucien und Joseph, auf der Bühne. Die Figuren, die ich spiele, sind komplett verschieden. Sich auf die drei Rollen vorzubereiten, war auch die dreifache Arbeit. Aber wenn man mal drin ist, macht es unglaublich viel Spaß.

Warum sollte man das Musical unbedingt sehen?

Als Film hat „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ja längst Kultstatus erreicht. Die Musik zum Film von Yann Tiersen ist so fantastisch, dass sie auch auf die Bühne gebracht werden musste. Gleich zu Beginn hören die Zuschauer das Akkordeon, dass man aus dem Film kennt. Da entsteht sofort französisches Flair.

Also lohnt sich für das Stück auch die Fahrt von Weilheim nach München?

Auf jeden Fall. Ich glaube, das Musical spricht jeden an – Kinder und Erwachsene. Für mich ist „Die fabelhafte Welt der Amélie“ Münchens „König der Löwen“.

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