Der Weilheimer Andreas Baller ist mit der wöchentlichen Einbringung der natürlichen Präparate in die gesamten Wasserläufe und den Hauptteich der Au beauftragt.
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Der Weilheimer Andreas Baller ist mit der wöchentlichen Einbringung der natürlichen Präparate in die gesamten Wasserläufe und den Hauptteich der Au beauftragt.

Gewässersanierung zeigt Wirkung

Das Wasser in der Au wird klarer

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Positive Wirkung zeigt nach Überzeugung der Stadtspitze die vor knapp einem Jahr begonnene Gewässersanierung in der Weilheimer Au. Die Stadt setzt das Projekt deshalb fort – und bittet Besucher um Geduld.

Weilheim – Seit April 2020 bringt die Augsburger Firma „NaturSinn International“ im Auftrag der Stadt regelmäßig bio-physikalisch aufbereitetes Quarzmehl in die Au-Gewässer ein, vor allem im großen Weiher und im Hauptwasserlauf, um diese auf natürliche Art zu entschlammen. Anlässlich der ersten Behandlung in diesem Jahr trafen sich Bauamtsmitarbeiterin Monika Pierson sowie Weilheims stellvertretende Bürgermeister Angelika Flock und Alfred Honisch kürzlich vor Ort mit „NaturSinn“-Geschäftsführer Frank Servos, um sich über den aktuellen Stand zu informieren. Aufgrund der „bislang positiven Entwicklung“, so heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt, werde die Maßnahme nun fortgesetzt.

Der Weilheimer Dienstleister Andreas Baller, der wöchentlich die Präparate einbringt, demonstrierte die Vorgehensweise und berichtete von seinen Erfahrungen. „Wenn ich mit meinen Watstiefeln ins Wasser gehe, musste ich zu Beginn der Behandlung noch richtig ordentlich Kraft aufwenden, um wieder aus dem Schlamm herauszukommen“, so Baller: „Mittlerweile klappt das wesentlich leichter, die Konsistenz ist spürbar weniger kompakt. An einigen Stellen sieht man bereits sogar wieder den Grundkies.“

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Auch Passanten hätten sich bei dem Ortstermin angetan gezeigt, schreibt die Stadt: Ein Spaziergänger habe berichtet, dass „der Krautwuchs im Teich letztes Jahr deutlich geringer und das Wasser klarer“ gewesen sei. Eine Hundebesitzerin zeigte sich dankbar, dass sie ihren Vierbeiner nach dessen Bad im Auweiher mittlerweile nicht mehr ob des üblen Geruchs abduschen müsse. Generell habe der Modergeruch in der Au in den wärmeren Monaten abgenommen. „Für noch größere Erfolge und die weitere Reduzierung des Schlammes“ brauche es aber weiterhin Geduld, heißt es aus dem Rathaus: Nötig sei „Kontinuität über Jahre“.

„Fans des Biotops“ müssten sich wegen der Maßnahmen nicht sorgen, versichert die Stadtverwaltung: Das eingebrachte Material sei „natürlichen Ursprungs und völlig unbedenklich“. Das bio-physikalisch aufbereitete Quarzmehl aktiviere die im Gewässer vorhandene, heimische Mikrobiologie. Der so gesteigerte Stoffwechsel der „fleißigen Helferlein“ führe schließlich zur „Abreicherung des überschüssigen Nährstoffangebots“. Die über Jahrzehnte entstandene Sedimentschicht am Gewässergrund werde von den Kleinstlebewesen mineralisiert und schrittweise abgebaut.

Verärgert zeigten sich die Stadtvertreter indes über „das Verhalten einiger Zeitgenossen, die nach Brotzeit oder nächtlicher Feier wohl nicht mehr willens oder in der Lage sind, ihren mitgebrachten Müll in die bereitstehenden Mülleimer zu entsorgen“. Zum Leidwesen der Tiere und der „zahlreichen achtsamen Au-Besucher“ würden immer wieder leere Flaschen, Scherben sowie Zigarettenkippen in die Gewässer geworfen.

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