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„Ich bin gespannt auf Ihre Sichtweise“: Die neue Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek am Dienstagabend beim BfW-Neujahrsempfang im Pfarrheim „Miteinander“. Nach gut einer Stunde Reden gab es dort ein Buffet für die geladenen Gäste, für Musik sorgten die „Murnauer Hinterbergler“. 

Verkehrsentlastung

In Weilheim reden alle von der Umfahrung

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Der Weilheimer Bürgermeister, der bisherige Fraktions-Chef und auch seine Nachfolgerin – sie hatten beim Neujahrsempfang der „Bürger für Weilheim“ vor allem ein Thema: die Umfahrung. Weilheim soll in Sachen Verkehr entlastet werden. 

Weilheim – „Gleich zum Thema Nummer eins“, so begann Markus Loth beim BfW-Neujahrsempfang am Dienstagabend seinen Rück- und Ausblick als Bürgermeister: „Weilheim erstickt im Verkehr, zumindest zu den Stoßzeiten.“ Doch nun bestehe „eine reale Chance, tatsächlich eine Entlastungsstraße zu bekommen, die der Bund plant und auch bezahlt“, sagte Loth, der für die BfW 2002 das Bürgermeister-Amt eroberte: „So weit waren wir noch nie!“ Im Sommer beginne „ein schwieriger Abwägungsprozess“. Ob ein Bürgerentscheid oder Ratsbegehren möglich ist, sei noch offen. Klar ist für Loth jedoch „das große Ziel“: „die Entscheidung für eine vernünftige und auch tatsächlich realisierbare Entlastungsstraße für Weilheim.“

Andere Themen hakte der Rathaus-Chef vor den gut 100 geladenen Gästen aus Weilheimer Vereinen und Institutionen im Schnelldurchgang ab – von der regen Bautätigkeit 2018/2019 bis zur Abkehr vom Maibaumplatz als Turnhallenstandort: „Liebe Vertreter des Trachtenvereins, heuer können Sie getrost wieder einen Maibaum aufstellen.“

Wohin würden sich die Verkehrsströme verlagern?

„Ein paar Wünsche für unsere Stadt“ formulierte Claus Reindl als Ex-Sprecher der zehnköpfigen BfW-Stadtratsfraktion: Dass Weilheim „trotz weiterem Wachstum sein Flair beibehalten kann“; dass es gelinge, „nicht nur mehr Wohnraum, sondern auch mehr Arbeitsplätze zu schaffen“; dass „Neubürger, egal, woher sie kommen, gut in die Stadtgesellschaft eingegliedert werden können“, waren einige davon. Und natürlich: „Dass Weilheim durch eine Entlastungsstraße vom immer mehr anwachsenden Durchgangsverkehr befreit wird.“ Doch ohne „objektive Vorinformation“ würden Bürger „verführbar durch Interessensgruppierungen“, betonte Reindl; dagegen sei eine BfW-Mitgliedschaft „Bürgerbeteiligung par excellence“.

Auch die neue Fraktionschefin Brigitte Holeczek – Reindl ist künftig Vize, der bisherige Stellvertreter Jochen Knittel wird stattdessen den BfW-Wahlkampf für 2020 managen – kam gleich auf die Umfahrung zu sprechen. Die BfW würden erst „in eine Diskussion eintreten“, wenn alle Fakten und Zahlen vorliegen, sagte die 54-Jährige – und stellte doch viele Fragen zum Thema. Etwa: „Wohin verlagern sich Verkehrsströme bei Stau? Welche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat eine mangelnde Infrastruktur...?“ Die BfW-Fraktion wolle „eine deutliche Verkehrsentlastung für Weilheim“, betonte Holeczek. Entscheidend ist für sie zudem „der Umgang mit Wachstum in Weilheim“. Dieses beunruhige, sei aber auch Basis des Wohlstands. „Ich bin gespannt auf Ihre Sichtweise“, rief sie die Gäste zum Dialog auf.

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