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Wer soll die SPD in Zukunft führen? Auch im Landkreis Weilheim-Schongau wird darüber emsig diskutiert.

Im Gespräch mit dem Kreisvorsitzenden

Dauerkrise in der SPD: „Die Basis will mitreden“

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Die SPD sucht eine neue Bundesführung. Ab Juli können Zweierteams oder Einzelbewerber ihre Kandidatur einreichen. Dann dürfen die Mitglieder entscheiden, der Gewinner würde im Dezember beim Bundesparteitag gekürt. Im Landkreis kann sich Vorsitzender Dominik Streit (36) aus Weilheim eine Doppelspitze vorstellen.

Landkreis – Streit erlebte nach dem Martin-Schulz-Hype 2017 viel Frust. Inklusive Austrittswelle. 580 Mitglieder gibt es, vor zwei Jahren kletterte die Zahl auf 600. Trotzdem ist der Kreischef optimistisch, dass es wieder aufwärts geht – er setzt auf die Kommunalwahl 2020.

Hand aufs Herz: Haben Sie überlegt, ihr Parteibuch zurückzugeben?

Nein. Das ist nicht die richtige Antwort. Wir müssen die Partei von innen heraus verändern.

Braucht die SPD eine Veränderung?

Ja. Und zwar in ihren Strukturen. Sie muss zum Beispiel auf das Thema Digitalisierung reagieren. Das heißt, wie schnell können sich Mitglieder künftig einbringen.

Dominik Streit ist SPD-Kreisvorsitzender im Landkreis Weilheim-Schongau. 

Wie ist die Stimmung an der Basis?

Man merkt schon eine Aufbruchstimmung. Der Rücktritt von Andrea Nahles hat Möglichkeiten eröffnet, über die viele froh sind. Die Basis will mitreden. Die EU-Wahl war aber schon ein Dämpfer.

Wie kann man als Kreisvorsitzender die Genossen noch motivieren?

Unsere Motivation ist die Kommunalwahl 2020. Wir haben Rathäuser, die wir verteidigen wollen und andere, die wir holen wollen. Es ist gut, dass diese ansteht. Wäre jetzt Bundestagswahl, wäre es schon schwieriger mit der Motivation.

Ist die Bundespartei überhaupt der Basis vermittelbar?

Ich hoffe, es wird wieder besser. Es war mal schwierig.

Was sagen Sie zur Suche nach einem Bundesvorsitzenden?

Ich finde das basisdemokratische Verfahren gut. Auch in einer Doppelspitze tun sich gute Möglichkeiten auf.

Und eine mögliche Doppelspitze Schwan/Kühnert?

Kevin Kühnert hat mit Sicherheit interessante Ansätze. Und Gesine Schwan war immerhin mal Präsidentschaftskandidatin. Aber solche Teams müssen sich vorher finden und miteinander funktionieren. Vielleicht wird es ja jemand, denn wir jetzt noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Würden Sie selber sich bewerben?

(lacht) Nein. Da muss man die Kirche im Dorf lassen.

Interview: Andreas Baar

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