Mit dieser Grafik zeigte der Agenda-AK „Stadtentwicklung“ Anfang 2021 die Dimensionen der Planung fürs Parkhaus Krumpperstraße.
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Mit dieser Grafik zeigte der Agenda-AK „Stadtentwicklung“ Anfang 2021 die Dimensionen der Planung fürs Parkhaus Krumpperstraße.

Pläne der Stadtwerke an der Krumpperstraße

„Offensichtliche Stadtbild-Zerstörung“: Debatte um geplantes Parkhaus in Weilheim geht weiter

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Zwei Parkdecks über den geplanten neuen Feuerwehrgaragen an der Krumpperstraße: Das wäre ein irreparabler Schaden fürs Stadtbild, warnt Weilheims Agenda-AK „Stadtentwicklung“ – und kämpft vehement für eine Tiefgarage. Heute geht die Planung in die nächste Runde.

Weilheim – Was Weilheims Stadtwerke auf ihrem Grundstück an der Krumpperstraße planen, lässt dem Arbeitskreis (AK) „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ der hiesigen Agenda 21 keine Ruhe. Dass über 14 neuen Fahrzeuggaragen für Feuerwehr und Rotes Kreuz noch zwei Parkhaus-Etagen für Dauerparker (wie Behördenmitarbeiter aus der Nachbarschaft) errichtet werden sollen, wäre eine „offensichtliche Stadtbildzerstörung“, warnt AK-Sprecher Peer Prechtel: Mit einer solchen Höhe würde das 80 Meter lange Gebäude „das gewachsene kleinteilige Stadtbild“ nahe der denkmalgeschützten Friedhofskirche sprengen – und „frühere Bausünden wie beispielsweise den Schöffmann-Bau oder das Altstadtcenter noch übertreffen“.

Der Schaden wird frühere Bausünden wie beispielsweise den Schöffmann-Bau oder das Altstadtcenter noch übertreffen.

Peer Prechtel, Sprecher des Agenda-AK „Stadtentwicklung“

Dabei betont Prechtel, dass man sich der Dringlichkeit der Maßnahme bewusst sei und diese weder verhindern noch verzögern wolle. Eine neue Fahrzeughalle für die Feuerwehr in zentraler Lage sei „essentiell“. Ob aber auch der Bau von 100 Autostellplätzen nötig ist, „kann hinterfragt werden“. Und keinesfalls dürften diese komplett oberirdisch geschaffen werden. „Private Bauherren und Investoren werden gezwungen, selbst mehrgeschossige Tiefgaragen zu errichten“, konstatiert der Agenda-AK, „während den Stadtwerken die Mehrkosten nicht zugemutet werden“.

Dabei habe die Stadt – die ja hinter den Stadtwerken steht – hier Vorbildfunktion und dürfe „kein schlechtes Beispiel geben“, so Prechtel. Er verweist auf die jüngste Empörung in Weilheims Bauausschuss über den Plan, dass der Freistaat die geplante Tiefgarage für den Neubau des Staatlichen Bauamts an der Münchener Straße aus Kostengründen verkleinern will. „Nicht nur der Staat muss als gutes Beispiel vorangehen“, betont Prechtel, „auch die Stadt“.

Der Agenda-Kreis hat seine Sorge in mehreren Stellungnahmen gegenüber der Stadt erläutert. Nachdem sich der Stadtrat zuletzt im Februar mit großer Mehrheit hinter die Planung mitsamt Parkhaus-Etagen gestellt hat, kontaktierte Prechtel Mitglieder aller Fraktionen, legte dem Stadtbauamt sowie Stadtwerke-Chef Peter Müller und dem bisherigen Feuerwehrkommandanten Konrad Bischel „eine konstruktive Problemlösung“ mit Tiefgarage vor. „Wir sind zuversichtlich und hoffen, dass mithilfe eines kompetenten Planers eine funktionelle, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung erarbeitet werden kann, die sich in das Stadtbild schadlos einfügt“, heißt es in den Briefen. Wenn aber die Kosten für die Tiefgarage als zu hoch erachtet würden, so Prechtel gegenüber unserer Zeitung, „ist es möglich/vernünftig/klug, auf deren Bau zu verzichten“.

Am Dienstag, 20. Juli, ist die Parkhaus-Planung erneut Thema im Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates – ab 8.30 Uhr in der Stadthalle.

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