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Das Tor zur Außenwelt: Regina Edinger ist, wie viele ihrer Nachbarn, darauf angewiesen, dass der Aufzug im „Wohnpark Geisenhofer“ funktioniert. 

„Wohnpark Geisenhofer“

Defekter Aufzug sorgte für Ärger

Für die Bewohner im „Wohnpark Geisenhofer“ in Weilheim hat das neue Jahr mit dem selben Ärger angefangen, wie das alte aufgehört hat: Der Aufzug in einem der drei Häuser funktionierte nicht.

Weilheim –  In den 59 Wohnungen im Wohnpark leben überwiegend Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer – eben, weil die Häuser Aufzüge haben. 23 Parteien waren von diesem Ausfall betroffen. Einige der Bewohner konnten tagelang ihre Wohnungen nicht verlassen, weil sie auf den Rollstuhl angewiesen oder so schwer gehbehindert sind, dass sie keine Treppen mehr steigen können.

Eine von ihnen ist Regina Edinger. Sie sitzt im Rollstuhl und ist alleinstehend. Weihnachten war gerade vorbei, die Kühlschränke waren leer, als der Aufzug das erste Mal für vier Tage ausfiel. „Ich musste Leute bezahlen, dass sie mir etwas einkaufen“, sagt die 67-Jährige, „das ist unmöglich.“ Dass der Aufzug erst nach vier Tagen repariert werden konnte, kann sie, wie viele andere Bewohner dieser Wohnanlage, die als seniorengerecht angepriesen wird, nicht verstehen. „Wir sind alle entsetzt und wütend über diesen Service in diesem teuren Haus“, so Edinger.

Dass ein funktionierender Aufzug für viele Bewohner des „Wohnparks Geisenhofer“ extrem wichtig ist, war auch dem zuständigen Hausverwalter sofort bewusst, als er die Meldung von der Störung bekam. Grund dafür, dass der Aufzug nicht fuhr, war ein technischer Defekt beim Telefonanbieter, der dafür sorgte, dass der Aufzugsnotruf ausfiel. Und wenn dieser nicht gehe, dürfe der Aufzug nicht betrieben werden. Die Gefahr, dass jemand darin feststecke und nicht bemerkt würde, sei zu groß, so der Hausverwalter.

Er habe sich sofort des Problems angenommen, habe mit dem Telefonanbieter Kontakt aufgenommen und dort Druck gemacht, dass der Schaden schnell behoben wird. „Ich habe auf den Putz gehauen, aber es ging nichts weiter.“ Immer wieder habe er sich um das Problem gekümmert, doch leider habe es dennoch vier Tage gedauert, bis der Schaden dann schließlich behoben worden war. „Letztlich konnte ich beim Defekt der Telefonleitung nichts machen“, sagt der Hausverwalter.

Trotzdem habe er dem untragbaren Zustand dadurch ein wenig verbessert, dass ein Hausmeister beauftragt wurde, sich vor den Aufzug zu stellen und aufzupassen, ob alles reibungslos funktioniert. Dieser hätte dann im Notfall Hilfe organisieren können. Für den zweiten Stillstand Anfang Januar sei ein technischer Defekt verantwortlich gewesen, der schlicht nicht schneller zu beheben gewesen sei.

Dadurch, dass die drei Komplexe im „Geisenhofer Wohnpark“, von denen jeder über einen eigenen Aufzug verfügt, nicht miteinander verbunden sind, habe jeder Ausfall die Folge, dass die gehbehinderten Bewohner in dem betroffenen Gebäude in ihren Wohnungen festsäßen. „Wenn die Gebäude verbunden wären, wäre es einfacher“, so der Hausverwalter. Wenn dann ein Aufzug ausfällt, könnten die Bewohner in diesem Fall auf die anderen Aufzüge ausweichen. Leider seien die Häuser nicht miteinander verbunden, sodass das bei einem Defekt keine Option ist.

Nach den Aufzugsstillständen Ende des alten und Anfang des neuen Jahres arbeite die Hausverwaltung nun daran, die Situation zu verbessern. Zusätzlich zu dem Vollwartungsvertrag und 24 Stunden-Service sei mit der Telekom ein Schnell-Notruf-Vertrag abgeschlossen worden, zusätzlich werde derzeit geprüft, ob ein Mobilfunknotruf eingerichtet werden könne.

Kathrin Hauser

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