Stundenlang ging nichts mehr auf der Werdenfelsbahn
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Stundenlang ging nichts mehr auf der Werdenfelsbahn (Symbolbild)

Zwischen Weilheim und Tutzing

Zugchaos bei der Deutschen Bahn: Stundenlang geht nichts mehr - Fahrgäste verärgert: „Es ist zum K******!“

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Stundenlang kam der Verkehr auf der Werdenfelsbahn nördlich von Weilheim am Mittwoch zum Erliegen. Betroffen waren viele Pendler, die sich auch über fehlende Informationen ärgerten.

  • Starke Nerven brauchten Weilheimer Pendler am Mittwoch: Stundenlang fuhr auf der Werdenfelsbahn kein Zug.
  • Was viele Fahrgäste besonders ärgerte: Es gab keine Informationen für den Ausfall.
  • Einer der Fahrgäste macht seinem Ärger auf Facebook Luft.
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Weilheim – Als unsere Volontärin Franziska Florian mit dem Zug um 7.11 Uhr von Weilheim nach München fahren wollte, standen zwar schon einige aus Richtung Garmisch-Partenkirchen kommende Züge da – doch weitergefahren ist keiner. „Im Internet stand nur etwas von 20 Minuten Verspätung“, sagte sie.

Weilheim: Chaos bei der Werdenfelsbahn - nicht geht mehr - 110 Minuten Verspätung

Davon konnte keine Rede sein: Erst um 8.25 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung und kam letztlich erst gegen 9.40 Uhr in München an. Kurios: „In der Durchsage hieß es kurz vor dem Ziel, dieser Zug habe derzeit 110 Minuten Verspätung, man bitte um Entschuldigung“, berichtet Florian.

Ähnlich ging es dem SPD-Kreisvorsitzenden Dominik Streit. Der wollte noch etwas früher, nämlich mit dem Zug um 6.46 Uhr, von Weilheim nach München fahren. „Das einzig Positive war, dass genug Züge rumstanden, wir also nicht in der Kälte frieren mussten“, sagte er. Doch warum die Züge nicht fuhren, sagte niemand. „Es kam nur einmal eine Durchsage, dass der Lokführer selber nicht wisse, was los ist, und versuche, Infos zu bekommen“, berichtet Streit.

Bahnausfall zwischen Weilheim und Tutzing: Keine Informationen für die Fahrgäste

Auch in seiner App stand anfangs noch die 20-Minuten-Verspätung, die sich bald als obsolet erweisen sollte. „Um 7.43 Uhr kam die Info, dass der Zug, in dem ich sitze, komplett entfällt und man doch über Geltendorf fahren solle.“ Ein riesiger Umweg, doch „weil ich nicht wusste, wann und ob es überhaupt weitergeht, habe ich diesen Zug genommen“, sagte Streit.

Auf seiner Facebook-Seite machte sich der sonst so beherrschte Streit Luft: „Über eine Stunde keine Information!!!! Es ist zum K*****! Ist es denn wirklich so schwer, die Fahrgäste zu informieren?“ Letztlich war er drei Stunden unterwegs. Auch in der Gegenrichtung war es ähnlich, manch in Tutzing gestrandete Pendler ist nach stundenlanger Warterei frustriert wieder nach Hause gefahren.

Es ist zum K*****! Ist es denn wirklich so schwer, die Fahrgäste zu informieren?

Dominik Streit (SPD)

Zugausfall in Weilheim: Pendler macht seinem Ärger auf Facebook Luft

Ein Bahnsprecher sagte, bei einer nächtlichen Baustelle zwischen Weilheim und Tutzing habe es Probleme gegeben – sie wurde nicht rechtzeitig fertig. „Normal muss bis 4.30 Uhr alles erledigt sein, damit der Verkehr fließen kann“, sagte er. Schließlich müssen vorher die Züge bereitgestellt werden, damit sie pünktlich losfahren können – das alles hat gestern nicht mehr geklappt. Bis dann der Verkehr wieder einigermaßen im Takt war, habe es bis 10 Uhr gedauert.

Bahnsprecher erklärt Ausfall: Probleme bei nächtlicher Baustelle

„Leider konnten wir auch zeitnah keinen Schienenersatzverkehr mit Bussen organisieren“, sagte der Bahnsprecher. Schließlich habe man 80 Taxen aufgetrieben, doch als die einsatzbereit waren, habe sich die Lage bereits wieder entspannt. „Das Problem ist zur Unzeit aufgetreten, es tut uns leid“, sagte der Bahnsprecher.

Lesen Sie auch: Racheakt vor Weilheimer Autohaus? Unbekannter zündet Mini an - Passant verhindert Schlimmeres

Auf dem Gelände eines Weilheimer Autohauses wurde kürzlich ein Mini Cooper absichtlich in Brand gesteckt. Nur einem zufällig vorbeikommenden Passanten ist es zu verdanken, dass der Schaden nicht höher ist. „Schluss mit lustig“, das forderten nun einige Bauern im Rahmen einer bundesweiten Aktion. Auch bei Hochland in Schongau setzten sich Landwirte für einen besseren Milchpreis ein.

(Von Boris Forstner)

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