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Viel zu tun gibt es morgens am Zustellstützpunkt Weilheim.
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Da ist noch ein Platz frei: Rene van Bracht  beim Beladen seines Transporters.
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Thorsten Biener ist der Herr der Pakete. 

DHL-Stützpunkt Weilheim liefert 7000 Pakete aus

Vor Weihnachten rappelt’s im Karton

Am DHL-Zustellstützpunkt in Weilheim herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb. Derzeit werden täglich bis zu 7000 Pakete ausgeliefert

Weilheim– Mit lautem Krachen holpern die Transportwagen am frühen Morgen über den Beton. Männer und Frauen ziehen die mit braunen und bunten Päckchen und Paketen beladenen Rollbehälter durch die große Halle am Leprosenweg 11 in Weilheim, gelegentlich ist durch den Lärm ein „Achtung!“ zu hören. Trotz der winterlichen Temperaturen haben viele die Jacken der schwarz-gelben Uniform ausgezogen und tragen T-Shirt – bei ihrer Arbeit kommen sie schnell ins Schwitzen.

Etwa eine Stunde wird es noch dauern, bis die Zusteller der Deutschen Post die Kartons von den Wagen in ihre Transporter geladen haben. Dann werden sie den 1700 Quadratmeter großen Zustellstützpunkt Weilheim, an dem die Sortierung der Post vorgenommen wird, verlassen und sich mit ihrer Ladung auf den Weg zu den Empfängern im Ort, in Raisting oder Pähl machen.

„Vom Standort Weilheim aus versorgen wir insgesamt 30 300 Haushalte. In der Weihnachtszeit ist hier richtig, richtig viel zu tun. Das ist für uns schon eine Herausforderung“, erzählt Thorsten Biener, der dort seit drei Jahren Betriebsleiter ist.

In der „Rush Hour“ ab 7.30 Uhr sind dann etwa 70 der insgesamt 80 Arbeitskräfte im Einsatz, um die vorweihnachtliche Paketflut zu bewältigen. Während normalerweise etwa 4000 Pakete pro Tag zugestellt werden, sind es im Dezember am Spitzentag bis zu 7000 Stück. Trotz der großen Mengen macht sich Biener keine Sorgen, dass die Sendungen nicht rechtzeitig bei den Empfängern ankommen könnten. „Wir schaffen es, dass alle Pakete pünktlich unter dem Christbaum liegen“, erklärt er. Das Team sei hochmotiviert und habe Routine: „Jeder hier kennt seine Handgriffe.“

Um dem erhöhten Arbeitsaufwand in dieser Zeit gerecht zu werden, wird auch der Fuhrpark des DHL-Zustellstützpunkts aufgestockt. Statt 53 sind dann 65 Laster, Kleintransporter und Elektroautos im Einsatz. Nicht selten sind auch die Laster bis oben hin voll beladen.

Auch an diesem Morgen sind die Transporter gut gefüllt. Das System erinnert an das „Tetris-Prinzip“: Aufeinander gestapelt und verschachtelt wird jede Ecke ausgenutzt, gleichzeitig kann so nichts verrutschen.

Während die Beschäftigten letzte Handgriffe tätigen, greift der Betriebsleiter zum Streusalz. Auch das Wetter soll den Paketboten keinen Strich durch die Rechnung machen. Noch genau erinnert er sich an einen denkwürdigen Wintertag vor zwei Jahren: „Das war der 7. Januar, da hatte es morgens minus 23 Grad. Fast alle Fahrzeuge mussten fremdgestartet werden, aber wir haben unsere Touren trotzdem geschafft“, so Biener stolz

Nach und nach verlassen die Transporter das Firmengelände. Pakete bis zu einem Gewicht von 31,5 Kilogramm können auf diesem Weg ausgeliefert werden. Der Phantasie der Versender sind laut Biener nahezu keine Grenzen gesetzt: „Vom Weihnachtsbaum bis zu den Winterreifen verschicken wir alles.“

Einer der Ausfahrer, der diese Pakete dann bis zur Haustür liefert, ist Uwe Hienz. Seit der Eröffnung des Stützpunktes am Leprosenweg im Jahr 2009 ist er für die Post tätig. Dass es vor Weihnachten besonders viel zu tun gibt, gehört für ihn dazu: „Die Wochen vor Heiligabend sind einfach stressig. Aber das merkt man ja überall.“ Umso schöner ist es für ihn, wenn sich Leute in den Tagen vor Weihnachten trotzdem die Zeit nehmen, ihm eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen: „Das ist für uns einfach eine Anerkennung, dass wir das ganze Jahr über gute Arbeit geleistet haben“, Hienz

Aus der Ruhe bringen lässt sich der Auslieferer nur schwer –- auch nicht, wenn er die Empfänger der Weihnachtspost nicht antrifft: „Ich klingle zwei- bis dreimal, dann versuche ich es bei den Nachbarn. Aus Erfahrung weiß ich, wer Zuhause ist“, sagt er. Wer weiß, dass er Pakete generell nicht selbst annehmen kann, könne außerdem online Informationen zur Lieferung hinterlegen – das erspare beiden Seiten Arbeit.

Es dauert in der Regel bis 16.30 Uhr, bis Hienz und seine Kollegen von ihren Touren zurückkommen. In der Zeit vor Heiligabend kann ein Arbeitstag aber auch länger dauern. Laut Thorsten Biener nimmt die Paketmenge seit etwa acht Jahren jährlich zu – Geschenke mit einem Klick im Internet bestellen zu können, ist praktisch. Der Betriebsleiter sieht diese Entwicklung trotz hohem Arbeitsaufkommen positiv: „Das ist unser Geschäft und sichert natürlich auch die Arbeitsplätze.“

Ob Hienz an diesem Abend pünktlich von seiner Fahrt zurückkommt, die ihn durch das Gewerbegebiet Weilheim und an der Pollinger Straße entlang führt, wird sich erst im Laufe des Tages zeigen. Er wird erst Feierabend machen, wenn sich die Ladefläche des DHL-Lasters geleert hat und die Päckchen und Pakete an ihre Empfänger übergeben wurden.

Damit für Heiligabend bestimmte Lieferungen noch pünktlich zugestellt werden, müssen Päckchen und Pakete bis spätestens Freitag, 22. Dezember, um 10 Uhr in einer Postbank-Filiale aufgegeben werden. Sendungen, die in DHL-Paketshops oder Partnerfilialen eingeliefert werden, können dort bis Donnerstag, 21. Dezember, um 18 Uhr eingeliefert werden.

Marion Neumann

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