Die Impfkampagne ist mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden.
+
Die Impfkampagne ist mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden.

Alles auf einen Blick

Die wichtigsten Fragen zur Corona-Schutzimpfung

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
    schließen

Seit einigen Wochen finden im Landkreis Weilheim-Schongau Corona-Schutzimpfungen statt. Derzeit ist die Verfügbarkeit des Impfstoffs vor allem der limitierende Faktor.

Das Wichtigste rund um die Impfung gegen Covid-19 hat die Heimatzeitung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt zusammengestellt. Die Informationen werden bei Bedarf angepasst und können unter www.weilheim-schongau.de/corona/impfzentrum abgerufen werden.

Kommt das Impfteam auch nach Hause?

Mit dem aktuellen Corona-Impfstoff ist das noch nicht möglich. Der Impfstoff wird in einer konzentrierten Form geliefert und muss noch weiter „angemischt“ werden. Sobald dies geschehen ist, darf der Impfstoff nicht mehr transportiert werden. Wenn eine einzelne Impfdosis aus einer Ampulle entnommen wurde, um einen Menschen zu Hause zu impfen, müsste man die restlichen Impfdosen der Ampulle entsorgen. Es soll aber noch ein zweiter Impfstoff geliefert werden, bei dem dieses komplizierte Verfahren nicht notwendig ist. Mit diesem neuen Impfstoff können die mobilen Impfteams des Johanniter Ortsverbands Peißenberg zu einzelnen, nicht mobilen Personen kommen, um sie zu impfen.

Alle über 80-Jährigen im Landkreis Weilheim-Schongau bekommen in den kommenden Tagen Post von Landrätin Andrea Jochner-Weiß. In diesem Brief soll ihnen mitgeteilt werden, dass sie sich gegen Corona impfen lassen können.

Wann werden pflegende Angehörige geimpft?

Wenn jemand einen Angehörigen zuhause pflegt, so gehört er zur Gruppe der Menschen mit hoher Priorität. Also zur Gruppe derjenigen, die bei den Impfungen als zweites an der Reihe sind. Dies gilt allerdings nur dann, wenn auch die jeweils gepflegte Person einen Anspruch mit hoher oder höchster Priorität auf die Impfung hat. Pflegende Angehörige werden also nicht so hoch eingestuft wie Pflegekräfte, die in Einrichtungen oder in der ambulanten Pflege arbeiten und die im Rahmen dieser Arbeit eine höhere Kontaktzahl zu Risikopatienten haben.

Alle Informationen zum Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie in unserem News-Ticker.

Wann werden Kinder geimpft?

Zunächst stehen die Impfstoffe nur Personen ab 16 Jahren zur Verfügung, da sie bei Kindern und Jugendlichen noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht werden konnten. Der Fokus wird zunächst darauf gelegt, diejenigen zu schützen, die am schwersten an Covid-19 erkranken. Das sind insbesondere ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen. Es ist davon auszugehen, dass mit wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für Erwachsene, die im Laufe der Zeit in ausreichender Menge für die Bevölkerung vorhanden sein werden, auch das Infektionsgeschehen insgesamt zurückgedrängt werden kann. Darüber können auch Kinder geschützt werden. (Quelle: Robert Koch Institut, Stand: 17.12.2020)

Impfen in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen waren von den Impfstudien ausgeschlossen. Deswegen ist dazu nichts bekannt. Es sind Studien geplant, die das untersuchen. Im Beipackzettel des Biontech-Impfstoffs heißt es: „Die Verabreichung in der Schwangerschaft sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Fötus überwiegt.“ In einer früheren Version des Beipackzettels wird auch hierauf verwiesen: „Darüber hinaus sollte Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen werden, eine Schwangerschaft für mindestens zwei Monate nach der zweiten Dosis zu vermeiden.“ Vor einer ersten Impfung sollte also unbedingt geklärt werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Und wer schon Corona hatte?

Da die Impfstoffe im Moment noch sehr knapp sind, gehören Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, nicht zu den priorisierten Gruppen. Beim Impftermin ist aber kein Nachweis nötig, der Covid-19 ausschließt.

Nebenwirkungen?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der Covid-19- Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Es können auftreten (Kurzzusammenfassung): Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen oder eine Schwellung an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie Muskelschmerzen.

Der Impfstoff gegen das Corona-Virus wird in einer konzentrierten Form geliefert und muss noch weiter angemischt werden. Deshalb kann das Impfteam nicht zu einzelnen Personen nach Hause kommen.

Was ist ein mRNA-Impfstoff?

■  mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Ausgehend von der mRNA werden nach Verimpfung in Körperzellen Proteine hergestellt, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen. Eine Immunreaktion anregende Proteine werden als Antigene bezeichnet. Der Ärztliche Direktor des Schongauer Krankenhauses, Dr. Michael Platz, meinte zu diesem Thema: „Jeder Schnupfenvirus dringt via mRNA in den Körper ein. Wir verwenden also bei der Impfung jetzt nichts, was nicht ohnehin häufig in unserem Körper passiert. Das sollte man bedenken, wenn man die Entscheidung trifft, sich impfen zu lassen.“

■  mRNA-basierte Impfstoffe haben den Vorteil, dass eine große Anzahl Impfdosen innerhalb weniger Wochen hergestellt werden kann. Die Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis müssen derzeit bei niedrigen Temperaturen transportiert und gelagert werden (minus 20 bis minus 80 Grad C).

Was muss ich zur Impfung mitbringen?

Bei der Anmeldung im Impfzentrum gleicht das medizinische Personal die Daten ab. Dabei muss unter anderem ein Aufklärungsbogen ausgefüllt werden. Der Arzt bespricht mit dem Impfwilligen die medizinische Vorgeschichte und informiert ausführlich über die Impfung. Für das persönliche Gespräch soll genug Zeit bleiben. Nach Unterzeichnung der Einverständniserklärung wird geimpft. Danach verbringt die geimpfte Person zur medizinischen Überwachung noch rund eine halbe Stunde in einem Beobachtungsraum, ehe die Heimfahrt angetreten werden kann..

Das sollten Sie mitbringen: Lichtbildausweis, Terminbestätigung, Impfausweis (falls vorhanden) sowie wichtige Unterlagen wie Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentenliste. Bewohner von Pflege- und anderen Einrichtungen legen eine Bescheinigung vor, Menschen mit chronischen Erkrankungen erhalten ein ärztliches Zeugnis. Kontaktpersonen benötigen eine Bestätigung der betreuten Person. Zur Vorbereitung können Sie sich bereits die Aufklärungsbögen des RKI und die Datenschutzinfo herunterladen, die auf der Homepage des Johanniter Ortsverband Peißenberg zu finden sind. www.impfzentrum-wm.de

Gelten die Infektionsschutz-maßnahmen weiterhin?

Ja. Denn auch, wenn man sich nach einer Impfung in der Regel nicht mehr selbst mit dieser Krankheit infizieren kann, gilt weiterhin, durch eigene Hygienemaßnahmen vor allem auch gefährdete Gruppen in der Bevölkerung zu schützen, die aus verschiedenen Gründen (noch) nicht selbst geimpft werden können. Die Regelungen der aktuell geltenden Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) sehen keinerlei Ausnahmen für geimpfte Personen vor. Neben Impfungen sind ergänzende Hygienemaßnahmen ein wichtiger Baustein des persönlichen Infektionsschutzes.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Wenn man einen Termin hat, kann man dazu ins Impfzentrum des Landkreises Weilheim-Schongau, ins ehemalige Peißenberger Krankenhaus, kommen. Außerdem gibt es mobile Impfteams, die zum Beispiel Pflegeeinrichtungen aufsuchen. Bei der Impfung in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen können gegebenenfalls auch Betriebsärzte die Impfung vornehmen.

Wer impft mich?

Der Landkreis Weilheim-Schongau hat den Johanniter Ortsverband Peißenberg als Betreiber für das Impfzentrum engagiert. Die Einsatzkräfte verabreichen die Impfung im Peißenberger Impfzentrum oder kommen mit einem mobilen Team vorbei. Die Impfung übernimmt im Regelfall medizinisches Personal. Zur Impfaufklärung ist immer auch ein Arzt anwesend.

Wie kann ich mich anmelden?

Wenn Sie sich impfen lassen wollen, vereinbaren Sie bitte einen Impftermin bei hiesigen Impfzentrum. Dieses erreichen Sie telefonisch unter 08803/4929700. Dabei wird auch vereinbart, wo der Impftermin stattfindet – an der Hauptstelle des Impfzentrums im ehemaligen Krankenhaus in Peißenberg oder an den Außenstellen in Penzberg oder Schongau. Sie können sich aber auch online unter dem Link www.impfzentrum-wm.de über die Möglichkeit zur Terminvergabe informieren oder, wenn möglich, für einen Termin anmelden.

Wichtiger Hinweis: Bitte geben Sie bei Ihrer Terminanfrage Ihre Personalien, Ihre Adresse und eine telefonische Erreichbarkeit an. Dadurch ist es möglich, Ihnen bei Bedarf weitere Informationen zukommen zu lassen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Wo finde ich das Impfzentrum?

Das Impfzentrum der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landkreis Weilheim-Schongau befindet sich im ehemaligen Krankenhaus Peißenberg – Adresse: Hauptstraße 55-57, 82380 Peißenberg. Parkplätze gibt es im Innenhof, Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe, der Bahnhof ist ca. 500 m entfernt.

Wie läuft die Impfung im Impfzentrum ab?

1. Prüfung der Impfberechtigung und Registrierung: Beim Check-in registrieren Sie sich und lassen Ihre Impfberechtigung prüfen. 2. Warte- und Infobereich: Im Wartebereich können Sie sich weiter informieren, bevor es zur ärztlichen Aufklärung geht. 3. Ärztliche Aufklärung: Sie erhalten ein Aufklärungsmerkblatt sowie einen Einwilligungsbogen. Bitte lesen Sie diese Unterlagen sorgfältig. Ergänzend erhalten Sie Gelegenheit für ein individuelles Gespräch: Lassen Sie sich über gesundheitliche Fragen zur Corona-Schutzimpfung ärztlich aufklären. Stellen Sie gern auch Ihre persönlichen Fragen dazu. Bitte unterschreiben Sie im Anschluss sowohl das Aufklärungsmerkblatt als auch den Einwilligungsbogen. 4. Impfung: Ärmel hoch, es ist so weit: Sie werden geimpft. Geschultes Fachpersonal führt die Corona-Schutzimpfung durch. Die Impfung wird in Ihren Impfpass eingetragen, unter anderem wird dort der Impfstoff mit Chargennummer vermerkt. Sollten Sie keinen Impfpass besitzen, erhalten Sie eine Ersatzbestätigung. 5. Nachbeobachtung: In einem gesonderten Wartebereich bleiben Sie zur Sicherheit noch kurz unter medizinischer Beobachtung. 6. Check-out und Termin für die zweite Impfung: Sie haben die erste Corona-Schutzimpfung erfolgreich absolviert. Bitte beachten Sie, dass Sie eine zweite Impfung benötigen und den vollen Impfschutz erst zwei bis drei Wochen nach der zweiten Impfung erreichen. Bitte bringen Sie zu diesem Termin in jedem Fall den Impfausweis oder die Ersatzbestätigung wieder mit. Auch darüber hinaus halten Sie bitte zum Schutz aller die AHA-Regeln ein.

Ab Montag, 18. Januar, gilt im Einzelhandel und den öffentlichen Verkehrsmitteln FFP2-Maskenpflicht. In den Apotheken in Weilheim und Schongau gibt es noch genug. Die Drogeriemärkte hingegen sind leer gefegt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare