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Mit dem Ausschneiden von Ästen und dem Entfernen von Krähennestern waren Peter Seeling (im Baum) von der Firma „Galabau“ und sein Mitarbeiter Josef Barbaric (mit Nest) befasst.

Diesmal an der Buchenstrasse

Krähen sorgen erneut für Ärger

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In der Au leben hunderte von Saatkrähen, viele nisten  auch mitten in Wohngebieten. Und das sorgt für Ärger bei den Anwohnern. Das laute Krächzen der als „rufstark“ bekannten Vögel nervt sie. Doch das Vertreiben der unter Schutz stehenden Tiere ist schwierig, wie sich in einer Wohnanlage der „Wohnbau“ zeigt.

Weilheim – Sie sind rabenschwarz, sind Allesfresser und gelten als hochintelligent. Sie sind aber auch laut. So laut, dass sie immer wieder zu einem Problem in Weilheim werden. Erst wehrten sich im Januar 2015 Anwohner an der Hofstraße gegen die Krähenkolonien in den hohen Bäumen am Oberen Graben, seit März vergangenen Jahres kämpfen Bewohner der „Wohnbau“-Blocks an der Erlenstraße und der Buchenstraße gegen die Tiere. Vergangene Woche rückte nun eine Gartenbaufirma in dem Viertel an und schnitt die Bäume, in denen Nester sind, so zu, dass die Saatkrähen künftig dort keinen Nistplatz mehr finden können. Die Anwohner hatten sich allerdings mehr erwartet. Sie befürchten, so Karin Meir, eine der Betroffenen, dass die schlauen Krähen nun ihre Nester in den direkt benachbarten Bäumen bauen, die nicht aus- und zurückgeschnitten wurden.

Karin Meir ist eine von fast 40 Bewohnern der Wohnanlage Buchenstraße/Hardtkapellenstraße, die sich vor fast einem Jahr per Unterschriftensammlung an die „Wohnbau“ wandten, denn seit mehreren Jahren werden die hohen Bäume der Wohnanlage zunehmend von Krähen besiedelt. Im Frühjahr 2017 bauten sie in kürzester Zeit 20 weitere Nester.

„Ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, welches Geschrei beginnend in der Morgendämmerung bis spät in die Nacht damit einhergeht“, heißt es im Anschreiben der Anwohner an die „Wohnbau“. „Von den weiteren Beeinträchtigungen wie verschmutzter Spielplatz, verschmutze Wäsche, Dachfenster und Autos möchten wir gar nicht sprechen“. Ihnen sei bewusst, dass die Krähen unter Naturschutz stehen, „obwohl sie zwischenzeitlich eine richtige Plage für alle Anwohner sind“. Ihr Vorschlag: „Ein großzügiger Rückschnitt der Bäume, vor allem in der Höhe“. Die Bäume seien vor rund acht Jahren das letzte Mal geschnitten worden und seien für das Wohngebiet „wieder viel zu hoch“, heißt es in dem Brief. „Wir können nicht nachvollziehen, warum teilweise schöne alte Bäume komplett umgeschnitten werden, während die sinnvolle Baumpflege völlig vernachlässigt wird“.

Wenn Saatkrähen im Spiel sind, wird es kompliziert, wie sich schon in der Hofstraße zeigte. Der spezielle Vergrämungsschnitt zielt auf das Entfernen von tragenden Ästen für Nester ab. Er soll verhindern, dass die Vögel dort weiter Nester bauen und darf nur in Ausnahmefällen angewandt werden, und nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden und der Regierung von Oberbayern.

Im Juli 2017 teilte die „Wohnbau“ den Anliegern mit, „dass inzwischen eine Genehmigung bei uns eingegangen ist, wonach wir im Herbst 2017 einen so genannten Vergrämungsschnitt durchführen dürfen“.

Laut Michael Adami, Techniker bei der „Wohnbau“, wurden nun in der vergangenen Woche die Bäume „fachgerecht so zurückgeschnitten, wie es genehmigt worden ist“. Adami: „Mehr geht nicht“, das wäre nicht gut für die Bäume. Dann würden „nur noch Stumpen mit den Haupttriebästen stehen“.

Die „Wohnbau“ hoffe nun, dass die Saatkrähen in die Au abwandern, wenn sie in der Wohnanlage keine Nistmöglichkeit mehr finden. Um die Vögel völlig zu vertreiben, müssten alle Bäume gefällt werden. Aber das sei eine andere Sache.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) sieht das Vergrämen der Vögel kritisch. Erfahrungsgemäß spalte sich die Kolonie auf und die Vögel vermehrten sich weiter. Das Landesamt für Umwelt hat ein „Konzept zum Umgang mit Saatkrähenkolonien in Bayern“ ausgearbeitet. Sowohl Eingriffe in Kolonien als auch Entfernung von Nestern bedürfen immer einer naturschutzrechtlichen Ausnahme.

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