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Sanft wurde der scheidende  Direktor des Weilheimer Gymnasiums, Hermann Summer, in den Ruhestand geschaukelt. 

Direktor des Weilheimer Gymnasiums verabschiedet

Summer cum laude

Einen bewegten und bewegenden Schultag erlebte gestern der scheidende Direktor des Weilheimer Gymnasiums, Hermann Summer. Mit viel Lob, Dank, Anerkennung, Musik und einem Kamelritt wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

Vor dem Ruhestand kam die Arbeit: Hermann Summer (r.) beim Quiz "Wer wird Pensionär?". 

 Dieser drittletzte Schultag am Weilheimer Gymnasium, das Hermann Summer nun zwölf Jahre leitete, dürfte dem scheidenden Direktor noch lange in Erinnerung bleiben: Er begann mit einer Fahrt in einem Oldtimer, Baujahr 1951, mit dem er in die Schule chauffiert wurde. Dort bewies der 65-Jährige beim von der Schülermitverwaltung (SMV) im Pausenhof veranstalteten Quiz „Wer wird Pensionär“, dass er das nötige Wissen und die nötige Reife besitzt, um die Schule endgültig hinter sich zu lassen. „Ich gehe gerne in Pension, aber wenn ich die vielen Gesichter sehe, könnt’s mir schon wieder schwer fallen“, sagte der Noch-Schulleiter.

Um ihm den Übergang in den neuen Lebensabschnitt ein wenig leichter zu machen, hatten die Schüler zwei Kamele organisiert, auf einem von ihnen wurde der Oberstudiendirektor sanft zur offiziellen Verabschiedung in der Aula geschaukelt.

Die hervorragende Big-Band des Weilheimer Gymnasiums sorgte dort für einen Auftakt, der ganz nach dem Geschmack des Musikliebhabers Summer gewesen sein dürfte. Der Lehrerchor sang ein selbstgedichtetes Lied für den scheidenden Direktor und – als Anspielung auf die Jahre, die Summer als Lehrer an der Europäischen Schule in Großbritannien verbracht hatte – einen vertonten Segenswunsch in englischer Sprache.

Immer wieder lockerte Musik die ohnehin kurzweilige Abschiedsfeier auf, zu der viele Gäste aus Politik, Bildungswesen und anderen Bereichen erschienen waren. Von allen Seiten, in jeder Rede, in jedem Grußwort war spürbar, wie sehr der Direktor und Mensch Hermann Summer geschätzt wird: Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock, die Vorsitzende des Elternbeirates, Karin Brüderle, Schülersprecher Marcel Jungbauer und Kollegen würdigten das, was der Direktor in den vergangenen zwölf Jahren geleistet und bewirkt hat. Er bekam eine Holzskulptur, ein aus Fingerabdrücken von Schülern gedrucktes Ohr und ein Abonnement für die Münchner Philharmoniker geschenkt und die Ehrenmedaille der Stadt Weilheim verliehen.

Der zuständige Ministerialbeauftragte für die Gymnasien, Stephan Zahlhaas, ließ in seiner Würdigung den beruflichen Werdegang Summers Revue passieren, der den gebürtigen Hohenpeißenberger in seinen 36 Dienstjahren vier Mal ans Gymnasium nach Weilheim geführt hatte. Erst als Referendar, dann als Lehrer und schließlich als Schulleiter. Summer, der bevor er sich für den Lehrerberuf entschieden hatte, Publizistik und Theaterwissenschaften studiert hatte, hat dabei nicht immer als Lehrer gearbeitet. Von 1988 bis 1993 war er vollzeit ans Kultusministerium abgeordnet. „Sie können stolz sein auf das, was Sie geleistet haben. Gerne lässt Sie hier keiner gehen“, sagte Zahlhaas. Nachdem er zu Beginn seiner Würdigung versprochen hatte, er werde keinen „Summertime-Blues“ anstimmen, endete er auch mit einer Anspielung auf den Nachnamen: Er erteilte dem Direktor die Note „summa cum laude“ – die beste Note, die bei Promotionen erteilt werden kann.

Warme, von Sympathie und Wertschätzung geprägte Worte fand auch die stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums, Adelheid Meyer: Derzeit herrsche wegen der Sanierung eines Traktes an der Schule zwar eine Alles-muss-raus-Stimmung, „doch Dich hätten wir gerne mitgenommen.“ Mit großem Engagement und höchster Präsenz habe Summer seine Tätigkeit ausgeübt und dabei immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Schüler, Kollegen und Eltern gehabt. Man könne sich mit ihm über „Gott und die Welt“ unterhalten. Weil Summer aber dennoch Zeit für seine Familie, die Musik, das Fotografieren und die Reisen mit dem Camper gefunden habe, sei ihr auch für die Zeit nach der Schule nicht bang.

Und Summer selber? Er dankte für die überwältigende Feier und verabschiedete sich mit einem Gedicht: „Der Ruhestand ist kein Pläsier, das Leben wird neu animiert“, hieß es darin. Er freue sich auf die nächste Zeit, sagte er. Darauf, mehr Zeit für die Musik, die große Familie, das Schreinerglück und das Reisen zu haben. „Ich gehe mit zwei lachenden Augen in Pension“, sagte er.

Kathrin Hauser

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