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Susann Enders (Freie Wähler) während der konstituierenden Sitzung.

Drei Abgeordnete bei konstituierender Sitzung

Historischer Tag für den Stimmkreis Weilheim-Schongau

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Erstmals im Stimmkreis Weilheim-Schongau sind gestern zum Start in eine neue Landtags-Legislaturperiode gleich drei Abgeordnete vereidigt worden.

Weilheim-Schongau – Andreas Krahl hatte Dienstagfrüh eine interessante Morgenlektüre. Der frischgewählte Grünen-Landtagsabgeordnete aus Seehausen hatte sich den 82-seitigen Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern zu Gemüte geführt „und ihn ein bisschen auseinandergenommen“, wie er schmunzelnd erzählt. Danach ging’s um 9.30 Uhr nach München.

Harald Kühn (CSU) vor dem Eingang zum Sitzungssaal des Landtags.

Die Sicht auf den Koalitionsvertrag ist bei Susann Enders naturgemäß völlig anders. „Alle meine gesundheitspolitischen Forderungen finden sich wieder“, frohlockte die Weilheimerin, die bisher als OP-Schwester in der Unfallklinik Murnau gearbeitet hat, und zählt unter anderem den Bestandsschutz der Krankenhausstrukturen, die Hilfe für Hebammen und Geburtshilfe, deutliche Kurskorrekturen bei der Pflege und die Inklusion in allen Lebensbereichen auf. Auch bei der Familien-, Asyl- und Umweltpolitik lässt sich „unverkennbar die Handschrift der Freien Wähler“ ablesen.

Krahl hatte nach der Fraktionssitzung gespannt auf seine erste Landtagssitzung gewartet. „Es ist wirklich absolutes Neuland“, sagte er kurz vor Sitzungsbeginn um 15 Uhr. Weil der Landtag mit seinen jetzt sechs Fraktionen 205 statt 180 Abgeordnete hat, wurde bis zur ersten Sitzung gewerkelt, um allen Angeordneten einen Platz zu bieten. „Deshalb haben wir heute und morgen noch keinen festen Sitzplatz, aber das ist mir relativ egal“, sagte Krahl. „Ich lege keinen gesteigerten Wert auf einen eigenen Sitzplatz.“

Andreas Krahl (Grüne) vormittags beim Probesitzen im Landtag – hinten wird noch fleißig gewerkelt.

Auch für Harald Kühn, direkt gewählter Abgeordneter aus Murnau, war der gestrige Tag ein Erlebnis, wie er zugab: „Wir vor fünf Jahren war die Teilnahme an der konstituierenden Sitzung ein ganz besonderes Ereignis.“ Es sei eine große Ehre, auch in dieser Legislaturperiode die Belange der Heimat im Landtag vertreten zu dürfen. „Meinen neuen Kollegen aus der Region wünsche ich einen guten Einstieg und ein konstruktives Miteinander“, sagte er in Richtung Enders und Krahl.

Auf Enders kommt noch zusätzliche Arbeit zu, weil sie neben ihrem Heimatstimmkreis Weilheim-Schongau auch noch als Betreuungsabgeordnete für die Stimmkreise Landsberg und Fürstenfeldbruck-West zuständig ist. Doch die Weilheimerin freut sich auf die Aufgaben: „Der erste Tag fühlte sich gut an, die Stimmung in der Fraktion ist ausgezeichnet“, sagte sie. „Vom OP-Tisch in die Regierung – das passt.“

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