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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Drei junge Männer nach Schlägerei in der Weilheimer Innenstadt verurteilt

Drei junge Männer aus Peißenberg und Weilheim sind vom Amtsgericht Weilheim jeweils zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Sie hatten im Spätsommer 2018 gemeinsam einen anderen jungen Mann verprügelt.

Weilheim – Es ist in erster Linie einer jungen Frau zuzuschreiben, dass drei von vier jungen Männern aus Weilheim und Peißenberg an einem Abend im August 2018 zum ersten Mal in ihrem Leben polizeilich in Erscheinung traten. „Sind Sie sich eigentlich bewusst, welche entscheidende Rolle Sie gespielt haben?“, fragte der Verteidiger eines Angeklagten die Freundin (22) des Geschädigten. Doch diese gab sich vor Gericht gelassen und verwickelte sich auch noch in Widersprüche.

Folgendes war 2018 geschehen: Die vier jungen Männer im Alter von 23 bis 27 Jahren waren leicht alkoholisiert und wollten daher mit dem Taxi nach Hause fahren. Rauchend warteten sie in der Weilheimer Innenstadt. Zwei Frauen und zwei Männer kreuzten ihren Weg. Eine Frau, die stark alkoholisiert war, sprach die jungen Männer an und wollte lautstark Zigaretten haben, was die Männer zunächst ablehnten. „Aber sie ist immer lauter geworden und hat uns beleidigt“, sagte ein Angeklagter aus. Schließlich gaben die vier Männer der zusehends aggressiver werdenden jungen Frau Zigaretten.

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Ihre drei Begleiter waren schon auf dem Rückweg. „Aber sie ging einfach nicht weg“, sagte ein weiterer Angeklagte, der die junge Frau von früher kannte.

Er hatte damals ganz in Ruhe mit ihr gesprochen. Das gefiel allerdings dem Freund (21) der Frau nicht, der aus der Entfernung das Reden als Anmache deutete. Er sagte: „Komm her, scheiß was auf den Hurensohn!“

Da war die Situation schon ziemlich angespannt. Einer der späteren Angeklagten rannte auf den Mann zu, der die Beleidigung ausgesprochen hatte, und dann entstand laut den Aussagen aller Beteiligten ziemlich schnell eine Massenschlägerei, an der sich nur nicht die beiden Frauen und ein Mann aus der Vierergruppe beteiligten. Der Freund der jungen Frau, die das Ganze ausgelöst hatte, wurde von drei der jungen Männer attackiert. Er erlitt dabei unter anderem eine Platzwunde an der Stirn und zahlreiche Hämatome.

Die drei Angeklagten wurden nur unerheblich verletzt. Der Geschädigte war sich dagegen absolut sicher, dass er auch Fußtritte bekommen habe. Vor Gericht bezeugte das auch seine Freundin, die es angeblich gesehen haben wollte. Bei ihrer polizeilichen Vernehmung einige Tage nach der Tat, war aber von Fußtritten nie die Rede gewesen.

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Die drei Angeklagten gaben die Schläge zu, bestritten aber vehement die Fußtritte. Sie bereuten ihre Tat. Noch im Gerichtssaal entschuldigten sie sich bei dem jungen Mann. Sie zahlten zudem jeweils ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro.

Der Verteidiger eines Angeklagten fasste in seinem Plädoyer noch einmal die aus dem Ufer geratene Situation zusammen. „Von Seiten der hier Angeklagten gab es keinen Stress. Sie wollten eigentlich nur heim“, sagte er. Durch die fortwährende Provokation der jungen Frau sei die Situation aber eskaliert, und es sei zu einer Prügelei auf offener Straße gekommen. Der Verteidiger wies nochmals daraufhin, dass die Angeklagten keine polizeilich bekannten Schlägertypen seien. „Die Entstehungsgeschichte muss mit berücksichtigt werden“, sagte er und plädierte auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe.

Der Staatsanwalt hatte ein Jahr und neun Monate beantragt. Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting blieb mit acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung weit unter diesem Antrag. Sie verhängte jedoch zusätzlich zur Bewährungsstrafe noch eine Geldauflage von jeweils 1000 Euro. VON REGINA WAHL-GEIGER

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