In einem Teil der Weilheimer Realschule sind drei Klassenzimmer wegen Einsturzgefahr des Daches vorerst nicht mehr nutzbar.
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In einem Teil der Weilheimer Realschule sind drei Klassenzimmer wegen Einsturzgefahr des Daches vorerst nicht mehr nutzbar.

In Weilheimer Realschule

Drei Klassenzimmer wegen Einsturzgefahr gesperrt - Schulleitung hofft auf provisorische Stützkonstruktion

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Weil das Dachtragwerk beschädigt ist, wurden kürzlich vorsorglich drei Klassenräume in der Weilheimer Realschule gesperrt. Dem Landkreis drohen immense Kosten, weil das Dach eventuell komplett erneuert werden muss.

  • Wegen Einsturzgefahr wurden drei Klassenzimmer gesperrt
  • Eventuell muss sogar das ganze Dache der Weilheimer Realschule erneuert werden
  • Dem Landkreis drohen dadurch immense Kosten

Weilheim – Der Leiter der Bau- und Liegenschaftsverwaltung beim Landratsamt, Florian Steinbach, hatte für die Kreisräte gegen Ende ihrer Weihnachtssitzung noch eine Hiobsbotschaft parat. „Wir mussten drei Klassenräume in der Realschule Weilheim sperren, weil die Einsturzgefahr zu groß war“, sagt er. Ohne rechtlich dazu verpflichtet zu sein – eine entsprechende Vorschrift gilt nur für Turnhallen – überprüfe der Landkreis gerade sicherheitshalber die Dachtragwerke sämtlicher Gebäude in seinem Zuständigkeitsbereich. Bei der Kontrolle des Dachstuhls an der Realschule in Weilheim seien dabei „erhebliche Schäden“ am 1951 errichteten Gebälk festgestellt worden. Und weil die Decke der darunterliegenden Klassenzimmer nicht in Stahlbeton ausgeführt wurde, der im Fall eines Dacheinsturzes für Sicherheit sorgen würde, habe man sich entschlossen, die Klassenräume vorsorglich zu sperren.

Sachverständiger soll Untersuchungen machen - eventuell muss das ganze Dach erneuert werden

Nun wurde ein Sachverständiger eingeschaltet, der genau untersuchen soll, ob eine Sanierung des Dachtragwerks möglich ist.

Sollte dies nicht der Fall sein, bleibe wohl nichts anderes übrig, als im Sommer 2021 das Dach komplett zu erneuern, so Steinbach. Dabei ließ er allerdings offen, ob dann das gesamte Dach oder nur der beschädigte Teil erneuert werden müsste. Auf alle Fälle bedeutet das für den Landkreis im kommenden Jahr erhebliche Mehrausgaben, mit denen keiner gerechnet hatte. Und in der Realschule fehlen eventuell bis zu den Sommerferien drei Klassenzimmer.

Sabine Kreutle, die Leiterin der Realschule, kann sich noch gut an die Aufregung erinnern, als 86 Kinder Hals über Kopf „evakuiert“ werden mussten. „Ich glaube nicht, dass Gefahr im Verzug ist, aber sicher ist sicher“, meinte sie. Die Schüler durften noch nicht einmal mehr zu ihren Spinden, um die Sachen zu holen. „Es ist halt der älteste Teil unserer Schule.“

Decken sind marode - Direktorin muss schauen, wo sie die Klassen unterbringt

Aufgefallen sei das Ganze, weil die Decken saniert werden sollten, um den Lärmschutz zu verbessern. Direkt nach den Sommerferien habe man im Erdgeschoss damit angefangen. Und da sei schon aufgefallen, dass die Decken marode sind, weswegen man vor Beginn der Arbeiten zunächst Decken und Dachstuhl im Obergeschoss untersucht habe. Das Ergebnis dieser Untersuchungen hat Steinbach im Kreistag verkündet.

Kreutle hingegen musste schauen, wo sie die drei Schulklassen, deren Klassenräume nun gesperrt sind, auf die Schnelle unterbringt. „Da kam uns zugute, dass wir aufgrund der Corona-Pandemie heuer die Bewegungen im Schulgebäude reduzieren wollten und deswegen das Fachraumprinzip außer Kraft gesetzt haben“, so die Schuldirektorin.

Direktorin hofft auf provisorische Stützkonstruktion

Daher konnten zwei Klassen in Fachräumen untergebracht werden, die dritte belegte bis zum Lockdown den Ausweichklassenraum in der Aula. Schwierig würde die Situation lediglich, wenn nach den Ferien ein Wechselunterricht eingeführt würde, bei dem die Klassen geteilt werden, so Kreutle. Denn die zehnten Klassen würden keinen Wechselunterricht haben und deswegen der Raumbedarf steigen. Generell „ist es nicht angenehm, aber notfalls kommen wird schon bis zu den Sommerferien irgendwie hin“, so die Schulleiterin weiter.

So lange wird übrigens auch der Beratungslehrer der Realschule in Weilheim sein Büro nicht benutzen können. Denn auch er musste, nachdem die Schäden am Dachtragwerk bemerkt wurden, sein Büro verlassen. Sabine Kreutle hofft derweil immer noch, dass es möglich ist, eine provisorische Stützkonstruktion in den betroffenen Klassenzimmern zu installieren, um die Räumlichkeiten wieder nutzen zu können, bis die Sanierungsarbeiten am Dach endgültig abgeschlossen sind. Das wäre eine willkommene Entlastung.

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