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Gemeinsam sangen die „Happy Voices“ und die „Village Voices“ bei ihrem Konzert in der Stadthalle. 

Happy Voices“ und „Village Voices“

Drei Stunden zwischen Gospel, Jazz und Pop

Weilheim - Zwei Chöre begeisterten die Besucher im Stadttheater: Happy Voices“ und „Village Voices“ sorgten für eine bunte musikalische Mischung.

 Wer bisher daran gezweifelt hat, dass Singen glücklich macht und am Samstag das Chorkonzert im Weilheimer Stadttheater besuchte, den hat dieser Abend sicherlich überzeugt. Eine gelungene Mischung aus schönen Melodien, Schwung, Können und Begeisterung – Sympathien zwischen Bühne und Zuschauersaal – sorgten für einen gelungenen Abend.

Rund drei Stunden lang bekamen die Zuschauer Musik zwischen Gospel, Jazz und Pop geboten – und das gleich von zwei hervorragenden Ensembles. Für die „Happy Voices“, die den Anfang machten, war es ein Heimspiel. Erst im vergangenen Jahr konnte der Chor sein 25-jähriges Bestehen feiern. Mit Begeisterung und Konzentration boten sie Gospels, mal mit Begleitband und mal rein vokal, dar. Ein homogener, sauberer Klang, vielseitige Dynamik und dazu gute Solisten in den eigenen Reihen, zeigten, dass hier mit viel Engagement geprobt wurde.

Nach dem ersten „Block“, waren die Gäste an der Reihe, die aus Berlin angereist waren. Und vom ersten Ton an war klar, dass man mit den „Village Voices“ einen gemischten Chor der Spitzenklasse eingeladen hatte: 13 Sängerinnen und Sänger, mit Leidenschaft für den Gesang und Timbre in den Stimmen. Jeder von ihnen ist sicherlich auch als Solist überzeugend. Sie boten ein klares, sehr differenziertes Klangbild, das niemals drohte auseinanderzudriften. Chorleiter Wolfgang Thierfeldt verstand es, die Stimmen wie einen Fächer auszubreiten oder auf einen kristallklaren Ton zu konzentrieren.

Gleich der erste Song, Royals, ein Pophit der neuseeländischen Sängerin Lorde, hatte Gänsehautpotenzial. In schöner A-Cappella Tradition machten die „Village Voices“ nicht nur das vielstimmige Chorarrangement sondern auch ihre Rhythm-Section mit ihren Stimmen – natürlich als zeitgemäßes Vocal-Beatboxing. Das Stück „Shiva“ bot polyphone Stimmakrobatik, die begeisterte. Beeindruckend, und das nicht nur in diesem Stück, war der volle, warme Bass, den die Berliner im Ensemble haben. Und neben vielerlei Geräuschen hatten sie bei diesem indisch angehauchten Stück auch einige Takte Obertongesang in das Arrangement gemischt. Dass sie auch feine, leise Töne beherrschen, zeigten sie ebenso wie Sinn für Humor, der sich in ihrer schönen Version von „O Täler weit und Höhen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ausdrückte, die sie klassisch und dann moderner darboten.

Beide Chöre hatten auch etwas mehr oder weniger Bayerisches im Programm: Die „Happy Voices“ sangen eine Gospel auf bayerisch, und die „Village Voices“ brachten mit „Out of it“ ein flottes Stück, dessen Arrangement entfernt an eine Blaskapelle erinnerte.

Die elektronische Verstärkung, samt Hall und ab und zu einem Echo, sorgte an diesem Abend für zusätzliches Volumen im Saal des Stadttheaters mit seiner eher trockenen Akustik. Und zum Schluss standen beide Chöre gemeinsam und bunt gemischt auf der Bühne. Auch der Titel, den sie sangen, passte: „We stand united.“ Das war dann wirklich Sound im Breitwandformat, mit zwei Dirigenten, bei dem es auch das Publikum im Saal nicht mehr auf seinen Plätzen hielt.

Für Uschi Rügemer, die seit 2003 die „Happy Voices“ leitet, und ihren Mann Peter, der in der Band spielte, war es das letzte Konzert. Sie wird als Chorleiterin zurückziehen, was im Publikum auf Bedauern stieß. Aber immerhin ist ihr mit diesem Abend ein grandioser Abschied gelungen, der sicher viele Zuschauer noch lange auf dem Heimweg begleitet hat.

Heribert Riesenhuber

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