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Zu den Aufzügen am Weilheimer Bahnhof musste die Feuerwehr seit letztem Jahr sechsmal anrücken und jemanden daraus retten.

Bahn zitiert bloß die Statistik

Dreimal in drei Wochen: Aufzüge am Weilheimer Bahnhof als Falle

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Dass die Aufzüge am Bahnhof in Weilheim oft defekt sind, ist mittlerweile bekannt. Nach dem Steckenbleiben von Maiken Winter aus Raisting Mitte November (wir berichteten) musste die Freiwillige Feuerwehr Weilheim noch zweimal anrücken und Personen aus den Fängen der Aufzüge befreien.

Weilheim – „Vergangenes Jahr sind wir viermal und heuer zweimal zum Bahnhof gerufen worden, um jemanden aus dem Aufzug zu retten“, sagte Stefan Herbst, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim.

Einer dieser beiden Einsätze ereignete sich am vergangenen Freitag, als die ehrenamtlichen Helfer Barbara Seiler und ihren kleinen Sohn aus dem Aufzug befreien mussten. „Mein Sohn war Gott sei Dank dick eingemummelt“, sagte Barbara Seiler im Hinblick auf die kalten Temperaturen. Die 36-Jährige wollte ihre Eltern besuchen und ist dafür mit dem Zug von München nach Weilheim gefahren.

Da sie einen Kinderwagen für ihren Max dabei hatte, nahm sie den Aufzug zwischen Gleis 2 und 3, um in Richtung Ausgang zu gelangen. „Die Tür ging ganz normal auf und dann hieß es noch ,Die Türe schließt’, obwohl sie schon zu war“, erzählte Seiler. 

Dann tat sich aber gar nichts mehr. Der Aufzug fuhr weder nach unten noch ging die Tür wieder auf, also betätigte sie den Notfallknopf. Der Mitarbeiter der zuständigen Aufzugsfirma „kam nach rund einer halben Stunde, konnte aber nichts machen“, klagte Seiler.

Techniker wusste nicht weiter und alarmiert die Feuerwehr

Der Techniker rief daraufhin die Freiwillige Feuerwehr Weilheim zu Hilfe, die Seiler und ihren Sohn rettete. „Effektiv steckten wir eineinhalb Stunden im Aufzug fest“, sagte Seiler. Die lange Zeit musste sie jedoch nicht alleine durchstehen: „Eine liebenswerte Dame hat mein Dilemma von Anfang an mitbekommen und blieb die ganze Zeit bei mir stehen, um uns zu trösten und zu unterstützen“, berichtete die 36-Jährige voller Dankbarkeit.

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Was sie ganz und gar nicht freute, war die Reaktion der Bahnmitarbeiter. „Sie meinten, sie seien für die Aufzüge nicht zuständig, das sei outgesourced“, berichtete Seiler aufgebracht.

Fünf Tage vor der Rettungsaktion von Barbara Seiler und ihrem Sohn wurde die Weilheimer Feuerwehr mit „Rettung Aufzug öffnen akut“ schon einmal alarmiert. „Da mussten wir auch eine Person aus dem Aufzug befreien“, sagte Feuerwehrler Herbst. Der Aufzug an Gleis 1 war – wie im Fall von Maiken Winter eine Woche zuvor – zwischen den Stockwerken stecken geblieben und musste „im sogenannten Notbetrieb bewegt werden“.

Schuld sind angeblich die Weilheimer selbst

Die Feuerwehr werde dann alarmiert, wenn der Techniker die Türe nicht selbst öffnen könne oder die Anfahrt des Technikers „länger als eine halbe Stunde“ dauern würde, weiß Herbst zu berichten. In beiden Einsatzfällen habe der Aufzugstechniker die Hilfe der Ehrenamtlichen gebraucht, weil er selbst nicht mehr weiterkam, erklärte der stellvertretende Kommandant.

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Die Bahn geht in ihrer Stellungnahme auf Anfrage der Heimatzeitung nicht konkret auf die Geschehnisse ein, sondern bemüht die Statistik. Die Aufzüge seien fast neu, erst 2017 in Betrieb genommen worden. Der Aufzug an Gleis 1 habe übers Jahr gesehen „eine Verfügbarkeit von 96,6 Prozent“, schreibt Pressesprecher Bernd Honerkamp. Der Aufzug an Gleis 4/5 sei sogar zu „99 Prozent“ einsatzfähig gewesen.

Auch dafür, warum der Aufzug an Gleis 1 häufiger defekt ist als die anderen, liefert Honerkamp eine Erklärung: „Das ist dadurch zu erklären, dass er nicht nur von Bahnkunden genutzt wird, welche einen Zug an einem der Mittelbahnsteige erreichen wollen. Vielmehr nutzen ihn auch viele Weilheimer, um von der Kernstadt östlich der Gleise die Siedlungen westlich der Gleise zu erreichen.“

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