Gibt’s so etwas bald auch in Weilheim? Ein Drive-in-Impfzentrum, wie es vor allem in den USA oft zu sehen ist, gibt es auch in Deutschland, im Bild Bremervörde (Niedersachsen).
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Gibt’s so etwas bald auch in Weilheim? Ein Drive-in-Impfzentrum, wie es vor allem in den USA oft zu sehen ist, gibt es auch in Deutschland, im Bild Bremervörde (Niedersachsen).

Kapazitäten in Peißenberg werden knapp

Bald Drive-In-Impfzentrum im Landkreis?

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Die Impfstofflieferungen sollen zum Monatsende deutlich zunehmen. Deswegen wird beim Landratsamt und im Impfzentrum laut über ein zusätzliches „Drive-In-Impfzentrum“ nachgedacht. Doch dafür braucht es eine wichtige Neuregelung.

Landkreis – Man kennt die Bilder aus der Impfkampagne in den USA: Die Menschen rollen mit ihren Autos an den Schalter, lassen die Scheibe herunter und strecken den Arm raus, ein kurzer Stich und weiter geht es auf den Parkplatz. 15 Minuten warten, um mögliche akute Impfreaktionen ausschließen zu können, dann kann es nach Hause gehen. Ein „Drive-In-Impfzentrum“. So etwas könnte auch im Landkreis Weilheim-Schongau eingerichtet werden, sagt der Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller. Denn die räumlichen Kapazitäten in Peißenberg sind begrenzt. Bereits jetzt arbeitet man stellenweise an der Grenze dessen, was pro Tag an Impfungen geleistet werden kann. Kommen Ende des Monats, wie immer wieder versprochen, 1200 Impfdosen pro Tag in den Landkreis, reichen die Kapazitäten im Impfzentrum nicht mehr aus.

Achmüller stellt aber auch klar: „So ein Drive-In-Impfzentrum lässt sich nur sinnvoll betreiben, wenn die Dokumentationspflicht für die Impfzentren gelockert wird.“ In Sachen Papierkrieg gibt es, seit die niedergelassenen Ärzte in die Corona-Schutzimpfungen eingestiegen sind, in Bayern eine Zweiklassengesellschaft. Die niedergelassenen Ärzte führen unbürokratisch eine digitale Strichliste und melden zum Quartalsende die genauen Impfdaten gesammelt an die Kassenärztliche Vereinigung Bayern. Im Impfzentrum werden allein zwei Verwaltungskräfte pro Impfzimmer benötigt, um all die Formulare auszufüllen und Unterschriften einzuholen, die für eine Corona-Impfung notwendig sind. „Wenn wir die selben Dokumentationspflichten wie die niedergelassenen Ärzte (und genügen Impfstoff) hätten, könnten wir deutlich schneller deutlich mehr Menschen impfen“, so Achmüller.

Doch der Papierkrieg ist nicht das einzige Problem, mit dem er sich herumschlagen muss. Um rechtzeitig vor dem 19. April – ab dann sollen nach Wunsch des Freistaats keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr in den Impfzentren erfolgen – die Restbestände des unbeliebten Vakzins zu verimpfen, hat Achmüller drei „Astrazeneca-Tage“ anberaumt. Also wurden für Mittwoch, Donnerstag und Freitag nur Termine angeboten, bei denen Astrazeneca verimpft wird. Streng nach Vorschrift, also nur an Personen von der Prioritätenliste, die älter als 60 Jahre sind. „Wir stellen allerdings fest, dass viele Menschen dann auf Termine wechseln, an denen Biontech angeboten wird“, so Achmüller. So gebe es – Stand Montagvormittag – noch 100 freie Astrazeneca-Termine am Mittwoch, 290 freie am Donnerstag und 300 freie Termine am Freitag. Der Samstag, der kein reiner Astrazeneca-Tag mehr sein soll, sei hingegen schon fast ausgebucht.

Sollten die noch im Impfzentrum vorhandenen Astrazeneca-Dosen nicht bis zum 19. April verimpft werden können, „müssen wir überlegen, an wen wir sie abgeben“, so der Leiter des Impfzentrums. Denkbar wäre, die Dosen an die niedergelassenen Ärzte zu liefern.

In dieser Woche erwartet Achmüller rund 2500 Impfdosen des Biontech-Impfstoffs. Rund die Hälfte davon soll für Erstimpfungen verwendet werden – unter anderem bei den Einsätzen der mobilen Impfteams in Pähl gestern und heute und am Samstag in Hohenfurch. Hier hätten sich die Gemeinden um die Terminvergabe und die Einladungen gekümmert, berichtet der Impfzentrums-Leiter. Das Interesse der einzelnen Gemeinden an gesonderten Impftagen sei groß, die Vorbereitungen laufen.

Groß war auch das Interesse der Lehrer und Erzieher aus den Grund- und Förderschulen des Landkreises, die mit hoher Priorität geimpft werden sollten. Diese seien, wenn sie wollten, mittlerweile weitestgehend geimpft worden. Zumindest diejenigen, die in der Datenbank des Freistaats auftauchten. Wie Achmüller berichtet, seien einige Erzieher bei der Erfassung „von Regierungsseite einfach vergessen worden“. Diese Impfungen würden nachgeholt.

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