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„Wir wollen wieder kicken!“: Vor dem Sportheim des TSV gaben einige der E 3-Spieler ihrem Wunsch nach einem Trainer Ausdruck. 

E 3-Jugend des TSV Weilheim

Acht Fußballfreunde und kein Trainer

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Es muss ja nicht gleich Jupp Heynckes sein, aber ein Coach ist der große Traum der Buben der E 3 des TSV Weilheim. Seit Wochen hängen sie in der Luft, weil ihr Übungsleiter sein Amt niederlegte. Dabei würden sie so gern wieder auf den Platz. Doch Trainer stehen nicht Schlange, auch in anderen TSV-Abteilungen nicht.

Weilheim – Sie sind noch keine elf Jahre alt, die Spieler der E3 des TSV Weilheim, doch Fußball ist ihr Leben. Im Sommer zweimal in der Woche ins Training gehen, das bereitet ihnen Freude, und die Spiele sind die Highlights. Um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, „brauchen die Kinder dringend einen neuen Coach“, heißt es in einer Mitteilung der Eltern. Der bisherige Übungsleiter könne aufgrund seiner beruflichen Belastung nicht mehr für das Team da sein, das deswegen augenblicklich nur noch acht Kinder umfasst. „Findet sich niemand, muss die E 3 aufgelöst werden“, befürchten die Eltern, denn der TSV Weilheim habe bis jetzt keinen Trainer akquirieren können.

Ein Angebot wurde den Eltern allerdings unterbreitet. Demnach würde die Abteilung einen Trainer von der „Münchner Fußballschule“ holen. Die Eltern wären dann bei zweimal Training in der Woche mit 80 Euro pro Kind und Monat dabei, bei einmal Training mit der Hälfte. Das allerdings ist diesen zu viel des Guten, denn sie zahlen schon Beiträge an den Verein und an die Sparte „Fußball“, so Judih Haberkorn aus dem Kreis der Eltern. In dem Schreiben der Abteilung heißt es zudem: „Alternativ würden wir auch jedem, der freiwillig ein Traineramt übernehmen würde, eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro/Monat bezahlen“.

Die Eltern starteten angesichts der unsportlichen Aussichten für ihren Nachwuchs einen Hilferuf: mit einem Bild, auf dem einige der Kinder ihrem Herzenswunsch „Wir wollen kicken“ Ausdruck verleihen, und mit einem öffentlichen Aufruf, mit dem sie sich selbst auf die Suche machen. „Jedem künftigen Trainer kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass er eine Mannschaft mit klasse Teamgeist, Ehrgeiz, aber vor allem mit Spaß am Fußball erhalten wird“, so Haberkorn, „Mutter eines Fußball-Freaks“, wie sie selbst sagt.

Die Suche nach Trainern ist bei den TSV-Fußballern eines der großen Themen. Auf der Einladung zur Mitgliederversammlung am Freitag, 20. April, schreibt die Abteilungsleiterin Claudia Auner: „Besonders DRINGEND möchte ich an alle appellieren über ein Traineramt im Kinder- und Jugendbereich beim TSV nachzudenken. Sollten Sie selbst nicht die Zeit oder Möglichkeit haben, fragen Sie bitte gerne Freunde, Bekannte, Nachbarn etc“. Ohne Trainer, so Claudia Auners Sorge, könne die Fußballabteilung den Fortbestand einiger Mannschaften nicht mehr sichern.“

Dieter Pausch, der Vorsitzende des TSV, der neben den Fußballern weitere 21 Abteilungen hat, mischt sich, wie er sagt, nicht in die internen Angelegenheiten der Abteilungen ein. Das gelte auch in der Trainer-Frage. Es könne aber nicht sein, dass sich für die acht Buben keine Lösung finde.

Die Eltern und die Trainer der Mannschaften E 1 und der E 2 müssten sich zusammensetzen und über das Problem reden. Sein Vorschlag: Die Buben auf die zwei Mannschaften E 1 und E 2 aufteilen und ihnen zumindest eine Trainingseinheit in der Woche anbieten. „Wo ist das Problem?, so Pausch. Das Aufteilen wäre zumindest eine Übergangslösung, bis zum Herbst müsste ein neuer Trainer gefunden werden. Dass es immer schwieriger wird, Übungsleiter und Trainer zu finden, weiß Pausch. „Bei Basketball und Handball stehen die auch nicht Schlange“, so der TSV-Präsident. Die Abteilungen müssten nach vorne blicken, denn es gelte ständig, Leute zu finden, „die mit den Kindern den Sport leben“. Und wenn es auch nur für ein paar Jahre sei.

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