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Ein Teil des Leitungsteams fürs Lichtkunst-Festival: (v.l.) Florian Lechner (u.a. Organisation Festivalstadel), Günter Morsack (Koordination Gastronomie), Gabriele Zelisko (Programmleitung), Rolf Zaska (Organisation Kirchplatz) und Joachim Michel (Produktionsleitung). 

Weilheim

Ohne sie gäbe es kein Lichtkunst-Festival

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Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit... Das gilt fürs 2. Weilheimer Lichtkunst-Festival, das kommenden Freitag und Samstag, 19./20. Oktober, wohl über 10 000 Besucher in die Altstadt locken wird. Einige Ehrenamtliche investieren dafür mehrere Wochen ihres Urlaubs.

Weilheim – Für die Freiluft-Installationen muss man Gerüste aufstellen und in den Festivalstadel eine Bar einbauen... Mit der Stadt gilt es Straßensperrungen zu besprechen und für die Künstler Hotelzimmer zu buchen... Daneben laufen Werbe-Aktionen, Technik-Proben und Pressegespräche... Und wer bittet die Bewohner der für die Projektionen ausgewählten Häuser, an den Festival-Abenden kein Licht im Fenster zu machen? Wer nimmt Anmeldungen für die Führungen entgegen, organisiert Kopfhörer und reinigt sie wieder? Und wie kommt eigentlich der Strom zu all den Projektoren und Geräten an mal prominenten, mal eher versteckten Orten in der Altstadt...?

In den Tagen vor dem Festival haben die Ehrenamtlichen des Vereins „Lichtkunst Weilheim“ an hundert Dinge gleichzeitig zu denken und alle Hände voll zu tun. Auf jeweils gut zwölf Arbeitsstunden täglich kommen zurzeit Gabriele Zelisko und Joachim Michel, bei denen alle Fäden zusammenlaufen. Zelisko, 57, ist die Programmleiterin des Festivals, Michel (64) der Produktionsleiter – ehrenamtlich, versteht sich, aber rund um die Uhr. Bei Zelisko – die selbstständig als Kommunikationsberaterin arbeitet, 2015 den Lichtkunst-Verein mitgegründet hat und dessen 2. Vorsitzende ist – begann die Festivalvorbereitung vor einem dreiviertel Jahr mit etwa einem Tag pro Woche; seit drei Monaten ist sie nun praktisch Vollzeit dafür tätig. „Es ist Stress, klar, aber es macht echt Spaß“, sagt die Weilheimerin – und freut sich an all dem, was gewachsen ist seit der Premiere vor zwei Jahren. „Ich glaube, ich wollte beweisen, dass man in einer Kleinstadt wie Weilheim ein Kunstfestival machen kann, das nicht provinziell ist“, erklärt sie ihre Motivation: „Dass es sich lohnt, einfach mal größer, mal über die eigenen Grenzen hinaus zu denken...“.

Joachim Michel ist einer jener Besucher, die das so gar nicht provinzielle Flair des ersten Lichtkunst-Festivals rundum begeistert hat. Es hat ihn so gepackt, dass er heuer verantwortlicher Mit-Organisator ist. Dem Ingenieur, der in einem Münchener Unternehmen fürs Prozessmanagement zuständig ist, kam zupass, dass er dort im September ein großes Projekt abschloss; nun baut er Überstunden und Urlaubstage ab – und stellt seine Zeit seit sechs Wochen komplett der Lichtkunst zur Verfügung. Das tut der Projektmanager – gelernt ist gelernt! – perfekt strukturiert. „250 einzelne Zeilen“ hat der 64-Jährige, der dabei eng mit Martin Herzog zusammenarbeitet, auf seinem Produktionsplan fürs Festival. Das Sicherheitskonzept, das man zusammen mit Polizei, Rotem Kreuz, THW, Ordnungsamt, Verkehrsüberwachung und Security erstellt hat, gehört ebenso dazu wie die Frage, wie viele Nägel und Schrauben besorgt werden müssen. Vor dem Gespräch mit dem Reporter waren Zelisko und Michel gerade noch im Stadtmuseum, wo eine große Ausstellung mit Lichtskulpturen zu sehen sein wird – und angesichts der alten Leitungen in historischen Mauern eine Frage im Raum steht: „Was passiert eigentlich, wenn man dann alle Werke auf einmal anschaltet...?“

Im Vergleich zu 2016 sei man diesmal „viel professioneller organisiert“, sagt Gabriele Zelisko. Von der Organisation der Technik bis zur Einteilung der „Volunteers“, von der Einrichtung des Festivalstadels bis zur Gestaltung der fast hundertseitigen Programmbroschüre gab es für jeden Aufgabenbereich ein eigenes Team. Rund 20 Aktive bilden in der heißen Phase den Kern des Teams.

„Jetzt steht und fällt das Ganze mit den Freiwilligen, die noch dazukommen und beim Festival mithelfen“, sagt Zelisko. Gesucht werden Helfer, die für einzelne Schichten von etwa anderthalb Stunden Teil des Festivals werden wollen, indem sie Programme an den „Info-Points“ verkaufen oder den Künstlern bei ihren Installationen assistieren. Bei Letzteren seien „keine großen Arbeiten zu verrichten“, erklärt die Programmleiterin, „es geht eher um Präsenz“. Interessierte sollten mindestens 16 Jahre alt sein und können sich auch paarweise melden. Außerdem werden einige „starke Männer“ gesucht, die am Samstag, 20. Oktober, zwischen 23 und 1 Uhr Projektoren transportieren. Interessierte können sich per E-Mail melden unter holeczek@lichtkunst-weilheim.de.

Magnus Reitinger

Festival-Vorschau im Fernsehen:

Das Bayerische Fernsehen zeigt in der „Abendschau“ am Donnerstag, 18. Oktober, ab 17.30 Uhr einen Beitrag zum Weilheimer Lichtkunst-Festival. Im Mittelpunkt steht die Videokünstlerin Vanessa Hafenbrädl aus Dießen, die in Weilheim zwei Arbeiten zeigen wird.

Festival-Info im Internet: www.lichtkunst-weilheim.de.

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