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Ein  Fassadenputz in kräftigem Blau wurde aufgetragen,  was zu geharnischten Reaktionen in der Öffentlichkeit führte. Jetzt muss umgestrichen werden.
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So war es eigentlich vorgesehen: Der Modulbau des Weilheimer Krankenhauses sollte eine hellblaue Fassade erhalten und nur die Zierleisten am Dach in dunklerem Blau gehalten werden

Eigentlich sollte Fassade hellblau sein

Krankenhaus erlebt sein blaues Wunder

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Die Fassade des Weilheimer Krankenhaus-Neubaus sollte eigentlich hellblau sei, doch die Verputzer haben sich vertan. Jetzt muss neu gestrichen werden.

Weilheim – Das neue Modulgebäude des Weilheimer Krankenhauses sorgt seit Wochen für Kritik. Erboste Bürger rufen im Rathaus an, in der Heimatzeitung ging erst unlängst ein Leserbrief ein: Stein des Anstosses ist die knallig-blaue Fassadenfarbe des markanten Gebäudes an der Alpenstraße. Absicht? Nein, ein Versehen! Gestern rückte die Krankenhaus GmbH mit der Erklärung heraus: Es ist die falsche Farbe.

Eigentlich sahen die Planungen ein pastellfarbenes Hellbau als Fassadenfarbe vor, lediglich die Zierleisten am Dach sollten in kräftigem Blau gehalten werden, wie es bei der GmbH hieß. „Es wurde genau umgekehrt gemacht“, räumte Sprecherin Isa Berndt ein. Verantwortlich war eine Thüringer Firma. Der vorgefertigte und bereits durchgefärbte Putz war gemeinsam mit den Gebäudemodulen bereits im August geliefert worden. Bereits bei der Aufstellung der Module „haben die Kollegen festgestellt, dass es die falsche Farbe ist und dies sofort reklamiert“, so Berndt.

Es sei demnach gleich klar gewesen, dass es eigentlich eine neue Farbe braucht – diesmal die richtige. Dennoch wurde der falsche Putz Mitte September aufgetragen. Grund: Damit sich die Bauarbeiten und die eh eng getaktete Inbetriebnahme des Neubaus im laufenden Krankenhausbetrieb nicht verzögert, wurde das Dunkelbau zunächst doch aufgetragen, heißt es. Laut GmbH-Sprecherin wird das Gebäude aber noch umgestrichen. Allerdings müssendie Weilheimer wohl eine Zeit lang mit dem ungewohnten knallig-blauen Anblick leben. Denn die Maler können laut GmbH erst anrücken, wenn die Arbeiten im Wirtschaftshof, der Galerie unter dem Modulbau, beendet sind und es die Witterungsbedingungen zulassen. Sollte jedoch der Winter zu kalt sein, kann dies im schlechtesten Fall erst im Frühjahr 2018 der Fall sein.

Die bereits zu erkennenden hellen Flecken an der Fassade sind übrigens keine neue Farbe – dort wurden laut Sprechering Berndt diverse Mängel behoben. Eines ist aber schon jetzt klar: Die GmbH zahlt die Malerarbeiten nicht. Dies sei Sache der verantwortlichen Firma, heißt es aus der Schongauer Zentrale.

Im Weilheimer Rathaus begrüßt Bürgermeister Markus Loth die optischen Änderungspläne der Krankenhaus GmbH. „Ich bin schon zigmal von Bürgern darauf angesprochen worden“, sagte er gestern. Bereits beim Auftragen des Putzes habe er den falschen Blauton bei GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann moniert. „Das können wir so nicht lassen“, machte Loth deutlich.

Wie berichtet, investiert die Krankenhaus GmbH in den Umbau und die Erweiterung der Weilheimer Klinik rund 43 Millionen. Etwa die Hälfte der Summe ist über staatliche Zuschüsse abgedeckt. Eigentlich sollte ab 1. Oktober der Umzug in den Modulbau erfolgen, doch hatte sich dies laut GmbH-Sprecherin Isa Berndt um drei Wochen verzögert. Mittlerweile läuft der Vollbetrieb im neuen Bettenhaus, der Altbaubereich ist leer geräumt und die Renovierung hat dort begonnen. Bis Mai 2018 sollen drei neue OP-Säle im ehemaligen Küchenbereich fertig sein. Von Mai 2018 bis April 2019 wird im alten OP-Bereich die neue Notaufnahme mit einem Unfall-OP samt neun Behandlungsräumen eingerichtet. Von April 2019 bis April 2020 entsteht die Eingangshalle mit Patienteninfo und einem „Raum der Begegnung“. Außerdem werden eine neue Endoskopie-Abteilung, die Intensivstation sowie Zwei-Bett-Zimmer gebaut. Im April 2020 soll alles fertig sein.

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