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Ein Chef-Arzt für Kampf gegen Corona - das ist neu im Landkreis

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Von: Andreas Baar

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Dr. Martin Dotzer ist neuer Ärztlicher Leiter in der Führungsgruppe Katastrophenschutz. © UKM Murnau

Der Landkreis geht im Kampf gegen Corona einen neuen Schritt: Es gibt ab sofort einen ärztlichen Koordinator für alle Krankenhäuser und Reha-Kliniken im Rettungsdienstbereich Oberland. Es ist Dr. Martin Dotzer vom UKM Murnau.

Landkreis – Am Dienstagabend, 24. März,  saßen Landrätin Andrea Jochner-Weiß und ihre Amtskollegen Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen) und Anton Speer (Garmisch-Partenkirchen) in einer Telefonkonferenz und stimmten ihr Vorgehen in der Coronakrise ab. Ergebnis: Es gibt ab sofort einen Ärztlichen Leiter in der Führungsgruppe Katastrophenschutz – dieser koordiniert die Ströme der Corona-Patienten und deren Betreuung in den drei Landkreisen. Das Trio verständigte sich auf einen Namen: Dr. Martin Dotzer. Der 56-Jährige ist leitender Arzt in der Anästhesiologie der Unfallklinik Murnau. Dotzer erfuhr Mittwochfrüh von seiner Bestellung und sagte zu. Vom UKM ist er freigestellt.

Anordnung aus München

Hintergrund ist eine Anordnung des Gesundheitsministeriums vom Dienstag: Betten- und Behandlungskapazitäten sowie Patientenströme in der jeweiligen Region eines Rettungszweckverbands seien im Kampf gegen die Pandemie „übergeordnet zu steuern“, heißt es in der 17-seitigen Allgemeinverfügung. Jochner-Weiß ist seit sechs Jahren Vorsitzende des in Weilheim angesiedelten Oberland-Verbands. „Wir waren uns sofort einig, wen wir dafür wollen“, sagt sie über Dotzer. 

Bereits im Rettungsdienst

Der UKM-Arzt ist bereits im Zweckverband für den Rettungsdienstbereich tätig. Dotzer wird sich nun „die Häuser anschauen“ und Kapazitäten prüfen, erklärt Jochner-Weiß gegenüber der Heimatzeitung. Und zwar alle Einrichtungen, macht die Landrätin deutlich. „Auch die Reha-Kliniken sind gefordert.“ Jochner-Weiß nennt die Bernrieder Klinik Höhenried als Beispiel, die Einrichtung ist bereits bei jeder Krisensitzung am Landratsamt vertreten. Die Landrätin spricht von „reinen Corona-Kliniken“, die eingerichtet werden könnten – für die Beatmungsgeräte zusammengezogen werden müssten.

Alternativen zu Kliniken

Im Klartext heißt es auch: Schaffen die Krankenhäuser es nicht mehr, braucht es andere Standorte zur Betreuung. Alternativen werden schon gesucht, vor allem mit Zwei-Bett-Zimmern samt Nasszelle. Jochner-Weiß sieht derzeit im Landkreis keinen Engpass. Zelte und Turnhallen seien nicht nötig. „Wir haben genug Leerstand“, verweist sie auf medizinische Einrichtungen bis zu Erholungs- und Bildungsheimen. „Wir haben auch schon Angebote von Hotels bekommen.“

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