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So soll das neue Wohnquartier auf dem alten Bauhofgelände  in zwei Jahren aussehen.

Singerstraße

Ein Einheimischenmodell neuer Art

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Wohnen in Weilheim ist teuer, ein eigenes Haus für junge Familien oft unerschwinglich. Die Stadt beschreitet zusammen mit dem „Immobilien Zentrum Oberbayern“ deswegen einen neuen Weg: die Vergabe „sozialvergünstigter Wohnflächen“. Angeboten werden zwölf Häuser und Wohnungen an der Singerstraße.

Weilheim – Das klassische Einheimischenmodell, bei dem die Stadt günstig Grundstücke an Häuslebauer verkaufte, war einmal, es lebe die Vergabe von „sozialvergünstigten Wohnflächen“. Nach diesem Motto verfährt die Stadt Weilheim, um jungen Familien, die ihrer Einschätzung nach mit den Preisen auf dem freien Immobilienmarkt nicht mehr mithalten können, den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen. In dem neuen Wohnquartier „Kanalstraße/Singerstraße“, das auf dem ehemaligen Bauhofgelände entsteht, werden über die Firma „Immobilien Zentrum Oberbayern“ aus Regensburg neben frei verkäuflichen Häusern und Wohnungen auch zwölf Wohneinheiten zu einem „sozial vergünstigten Preis angeboten“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Es handelt sich dabei um zwei Doppelhaushälften, fünf Reihenhäuser, ein Atelierhaus und vier Wohnungen. „Sozial vergünstig“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Quadratmeter Wohnfläche im Schnitt rund 1000 Euro weniger kostet, so Bernhard Illichmann, Prokurist des „Immobilien Zentrums Oberbayern“. Er macht folgende Rechnung auf: Kommt der Quadratmeter beispielsweise bei einer Doppelhaushälfte regulär auf 4098 Euro, beläuft er sich bei dem sozial vergünstigten Modell auf 2990 Euro, so dass die Käufer für eine Doppelhaushälfte mit 153 Quadratmetern Wohnfläche letztlich rund 460 000 Euro hinblättern müssen, ohne Stellplätze. Reihenhäuser stehen mit rund 390 000 auf der Preisliste, Wohnungen kosten zwischen 180 000 Euro und 250 000 Euro.

Die Stadt möchte mit diesem Angebots-Mix aus verschiedenen Wohnformen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: bezahlbaren Wohnraum anbieten, stabile Bewohnerstrukturen schaffen und erhalten sowie ein aktives Gemeindeleben und den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Stadt sicherstellen. Junge Familien und Rentner Tür an Tür, ein solches Miteinander wünscht sich der Stadtrat.

Laut Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, kommen bei der Vergabe der Wohnungen im Großen und Ganzen die Kriterien zum Tragen, die auch schon bei den Einheimischenmodellen angewandt wurden. Die Daten werden anhand von Fragebögen erhoben. Der Stadtrat segnete sie in seiner Februar-Sitzung im nichtöffentlichen Teil ab.

Familieneinkommen nicht über 90 000 Euro

Vorgabe ist, dass das Familieneinkommen nicht höher als 90 000 Euro im Jahr sein darf. Darüber hinaus spielen die Wohn- und Arbeitszeit in Weilheim ebenso eine Rolle wie die Zahl der Kinder, eine Schwerbehinderung, bereits vorhandenes Immobilieneigentum und sonstiges Vermögen wie Aktien und Sparguthaben. „Wir erstellen anhand der Punkte eine Rangliste“, so Stork. Diese werde an das „Immobilien Zentrum Oberbayern“ weitergereicht, das die Wohnungen dann auf diesen Grundlagen veräußere. Der Verkauf einiger Häusern und Wohnungen in dem neuen Wohnquartier zu einem vergünstigten Preis war Wunsch der Stadt. Umgesetzt werden konnte er laut Stork dadurch, dass auf dem Gelände eine dichtere Bebauung zugelassen wurde.

Laut Bernhard Illichmann entstehen über die vergünstigten Häuser und Wohnungen hinaus weitere 39 Häuser und 26 Wohnungen. „Die Wohnungen sind bis auf fünf schon reserviert“, so Illichmann. Baubeginn soll Mitte dieses Jahres sein. Fertigstellung im zweiten Quartal des Jahres 2019.

In direkter Nachbarschaft des neuen Wohnviertels „Kanalstraße/Singerstraße“ plant ein anderer Investor ebenfalls ein Wohnbauprojekt. Dort sollen laut Stork klassische Sozialwohnungen plus eine Kita entstehen. Wann, das ist allerdings noch nicht spruchreif.

Infos

Der Fragebogen für die Vergabe steht unter www.weilheim.de zum Download. Er kann aber auch während der Öffnungszeiten des Rathauses im Stadtbauamt, 2. Stock, Zimmer 201, abgeholt werden. Letzter Tag für die Abgabe mit allen geforderten Unterlagen ist der 31. März 2017.

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