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Viele Weilheimer kamen, um mit „ihrer“ Brauerei das 140-jährige Bestehen zu feiern.   

140 Jahre Dachsbräu

Ein Prost auf ein Stück Weilheimer Identität

Keine Frage, die Weilheimer sind mächtig stolz auf „ihren“ Dachsbräu. Das war auch am Samstag bei der Jubiläumsfeier zum 140-jährigen Bestehen des Familienunternehmens zu spüren. Bürgermeister Markus Loth sprach in seinem Grußwort von einem „Stück Weilheimer Identität“ und von „Brauereihandwerk auf höchstem Niveau“.

Weilheim – Pünktlich um 11 Uhr sorgten die Böllerschützen Pfaffenwinkel für den lauten Festauftakt. Peu á peu füllte sich der Brauereihof mit Gästen, darunter auch der Geschäftsführer vom Verband der mittelständischen Brauereien, Herbert Meier, und die frischgekürte Bayerische Bierkönigin, Veronika Ettstaller. Für die Gmunderin war es der erste Auftritt in ihrer Amtszeit. Die Fahrt nach Weilheim hat sie nicht bereut: „Ich bin begeistert. Das Bier ist wirklich süffig. Schade, dass ich mit dem Auto da bin“, so Ettstaller schmunzelnd.

Der Rathauschef gönnte sich natürlich ebenfalls eine Mass: „Mit seiner Bierqualität hebt sich der Dachs von der Masse ab“, betonte Loth auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Ich bin eher der Helle-Trinker. Deshalb mag ich das Festbier am liebsten.“ Auch Ulrike Flassig, die zusammen mit ihrem Bruder Günter Klose den Dachsbräu leitet, sieht die Qualität als große Stärke der Brauerei. „Alles schwärmt zum Beispiel vom Craftbier, aber das machen wir schon seit langer Zeit.“ In der Brauereifamilie herrsche ein starker Zusammenhalt, alle würden an einem Strang ziehen. Flassig hob zudem die Kontinuität des Betriebs hervor: „Unser Ziel ist nicht übermäßiges Wachstum, sondern wir wollen die Brauerei erhalten.“ Eine Auslagerung des Unternehmens aus der Stadt komme nicht in Frage. Der Traditionsstandort „Am Saliteranger“ stehe nicht zur Diskussion. Laut Günter Klose wird der Zuspruch für kleinere Bierproduzenten wieder größer: „Man muss immer positiv denken – und der Trend geht hin zu regionalen Produkten. Wir sind mit dem Geschäft zufrieden.“ Dennoch: Die Rahmenbedingungen für die kleineren Brauereien könnten besser sein, wie Herbert Meier in seinem Grußwort erklärte: Die ständig wachsende Bürokratie und der zu geringe Flaschen-Pfandsatz würden es den Betrieben nicht leicht machen: „Die Brauereien bekommen nicht genug Leergut zurück und müssen die Flaschen teuer einkaufen.“ Meier sprach schließlich noch das Brauereimaskottchen und den Artenschutz an: „Auch der Dachs ist schützenswert. Sorgen Sie dafür, dass er auch in Zukunft hier heimisch ist.“ Die Festgäste folgten dem Aufruf und hoben die Bierkrüge.  

Bernhard Jepsen

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